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Kategorien > Fantasy > Horror

Licht in den Schmelzöfen!

von Andre Schuchardt

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herab gehen, in ihre Richtung. Gut zwei Dutzend zählte sie, doch erkannte nicht viel, außer, dass alle gekleidet waren wie die beiden Tags zuvor: in dunkle Gewänder und gewappnet mit Schwertern und Bögen.
In Kolonne gingen sie an ihr vorbei, doch bemerkten sie sie nicht. Elinna wartete noch kurz ab, ob weitere folgen würden, und als dieses schließlich nicht geschah, verließ sie ihre Deckung und eilte die letzten Schritte hoch zum Kamm. Und was sie dann sah, kostete sie fast den Verstand.
In einen tiefen gähnenden Abgrund gewaltiger Ausmaße starrte sie hinab. Ihr schwindelte bei dem Anblick gähnender Leere. Doch tief unten, so sah sie, brannte ein Feuer, alt wie die Welt. Nicht umsonst wurde dieses Gebirge die Schmelzöfen genannt und an einem solchen stand sie nun. Doch das allein war es nicht, dass sie sich ängstigen ließ. In Spiralen führte der Pfad an diesem riesigen Kessel entlang, in den Krater hinein und dann immer tiefer, scheinbar bis hinab auf den Grund. In bestimmten Abständen säumten Fackeln diesen Pfad, als wäre das Feuer drunten noch nicht genug hier alles zu erleuchten. Schlimmer aber waren die Spieße, die stellen weise am Pfad entlang in den Fels gerammt waren. Zahlreiche tierische und mehr als nur einen gar menschlichen Schädel erblickte sie daran aufgespießt. Gleich hier oben bei ihr erkannte sie als erste die abgeschlagenen Köpfe von Gäl, Axar und Acharn.
Ihr wurde schlecht und sie erbrach sich hinter einen Stein.
Doch die anderen Jäger sowie ihre Eltern waren zum Glück nicht unter diesen Schädeln. Gab es noch Hoffnung? Sie musste sie finden! Vielleicht waren sie unten im Krater? Vielleicht auch oben beim Licht? Als erstes machte sie sich auf zu letzterem.
Oben angelangt erkannte sie ihren Irrtum. Hier war nichts, aber auch rein gar nichts, außer der Schüssel mit dem brennenden Feuer. Dann müssten sie also unten sein. Doch wie dort hin kommen? Wenn sie jetzt einfach so runter ginge, wäre die Gefahr sicher groß, dass zurück gebliebene oder die heimkehrenden Wächter sie entdecken würden. So entschloss sie sich, erneut zu warten, bis zum Tagesanbruch, um dann erst hinab zu steigen, wenn diese Schlächter wohl noch ruhen würden. Sie machte sich auf einen Ort zum warten zu suchen, da wurde sie plötzlich und unerwartet hinterrücks niedergeschlagen.

Als sie wieder erwachte, schmerzte ihr der Kopf. Das zweite was sie wahrnehmen konnte, sollte die enorme und erdrückende Hitze sein. Sie blinzelte, öffnete die Augen und sollte diese Tat sofort bereuen. Nachdem sie wieder sehen konnte, erkannte sie, dass man sie an eine Wand direkt am Feuer des Berges am Grunde ebendieses gefesselt hatte. Verzweifelt zerrte sie an den Seilen, doch bewirkte damit nichts. Nachdem sie sich etwas beruhigt hatte, wurde ihr als nächstes die sie umgebende Kulisse gewahr: Sie hing an diesen Seilen an dieser Wand am Grunde dieses Berges, doch nur an den Händen befestigt. Vor sich, ihr weit gegenüber, sah sie nur noch schräg abfallende Felsen hin zur kochenden, brodelnden und glühenden Masse unter ihr. Vielleicht sollte sie sich lieber doch nicht versuchen von der Wand zu lösen.
„Psst!“ machte es plötzlich über ihr.
„Elinna! Wir sind es! Halte still!“ flüsterte ihr von der anderen Seite die Stimme ihres Vaters zu.
Vier kräftige Hände packten sie an den Armen und zerrten sie hoch, während rechts und links die Fesseln durchgeschnitten wurden. Man zog sie auf den Grund neben dem Abgrund und richtete sie schnell auf. Sie hatte noch Zeit ihre Retter als ihren Vater Harrich sowie Frigach und Armich zu erkennen.
„Schnell, in Deckung!“ raunte Frigach und von Harrich gestützt eilte Elinna mit den Dreien in eine dunkle Ecke zwischen zwei Felswänden, wo ihre Mutter Marna sowie Breiga sie erwarteten.
„Dummes Mädchen, was hast du hier zu suchen?“ fuhr Armich Elinna schließlich an, als sie in Deckung waren.
Doch Harrich packte ihn am Arm.
„Rede nicht so mit meiner Tochter!“
Derweil nahm Marna ihre Tochter glücklich in die Arme.
„Elinna!“ entfuhr es ihr nur.
Und Frigach sollte sie alle gemeinsam an herrschen.
„Verschiebt das auf später! Seid nun lieber still oder wollt ihr, dass sie uns entdecken?“
„Sie werden uns alle töten!“ jammerte Breiga.
„Ach, hör endlich damit auf!“ zischte Armich giftig.
„Wir werden enden wie die anderen, aufgespießt an der Wand!“ entgegnete Breiga ihm, mit aller Verzweiflung in den Zügen, die man nur darstellen kann.
„Nun, das werden wir sicher nicht“, kam ihr Mann dazwischen.
„Doch, das werden sie, und dann opfern sie uns wie die anderen!“ antwortete Breiga, lehnte sich an die Wand und rutschte an dieser hinunter, dabei in Tränen ausbrechend.
Harrich, der einen blick aus ihrem Versteck heraus geworfen hatte, drehte sich nun mit Schrecken im Gesicht wieder der Gruppe zu. Niemals zuvor hatte Elinna ihren Vater so gesehen.
„Sie haben uns entdeckt! Wir müssen kämpfen!“
Und tatsächlich, eine Horde der dunkel Gewandeten, nun aber ihre Schwerter gezückt haltend, kam langsam auf die Jäger zu. Es war eine vielleicht drei- bis vierfache Übermacht. Doch Harrich, Frigach und Armich zogen nur grimmig ihre eigenen Waffen, bereit, ihr Leben und das der anderen zu verteidigen.
Dann begann der Tanz, und Schlag folgte auf Schlag.
Breiga hatte die Hände vors Gesicht geschlagen, doch beobachtete das Geschehen schreckenserfüllt durch die Lücken zwischen ihren Fingern. Elinna drückte sich an ihre Mutter. Diese beugte sich zu ihr hinüber, fasste sie fest an den Schultern und flüsterte ihr etwas ins Ohr.
„Elinna, wisse eins: wir haben dich immer geliebt und werden es immer tun. Doch nun fliehe, solange noch die Möglichkeit dazu besteht! Wir werden versuchen dir zu folgen!“
Sie umarmten sich. Elinna sah sie mit angst erfüllten Augen an. Dann packte Marna sie und eilte mit ihr zu der Stelle, wo die Rampe hinauf zur Öffnung des Berges begann.
„Geh!“ rief sie noch, ehe sie sich umdrehte, ihr Schwert zog und an die Seite ihres Mannes eilte.
Elinna sah ihr kurz hinterher, dann wurde ihr die Dringlichkeit ihres Auftrages bewusst. Voller Angst, mehr um das Leben ihrer Eltern denn um das eigene, eilte sie die Rampe empor. Auf halbem Wege angekommen, wagte sie einen Blick zurück. Doch schnell duckte sie sich, um nicht entdeckt zu werden. Denn der Kampf schien bereits äußerst einseitig zu werden. Sie sah Armich und Frigach Seite an Seite, doch bedrängt. Harrich und Marna taten dies ebenso, an anderer Stelle. Doch nun kamen andere. Je zwei der Gestalten hielten ein Netz zwischen sich, vier solcher Gruppen kamen nun an. In den Reihen der die vier Jäger bedrängenden Krieger kam Bewegung, als sie den Netzträgern Platz machen mussten. Die Jäger bemerkten dies jedoch zu spät und so wurden die Netze erfolgreich über sie geworfen. Zwar trafen nur drei, doch das genügt vollkommen. Sich in den Netzen verstrickend gingen die Jäger zu Boden.
Oben auf dem Pfad duckte sich Elinna noch tiefer und hinter die Brüstung des Pfades. Unten entwaffnete man die Vier und fesselte sie. Gleichzeitig

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