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Kategorien > Fantasy > Horror

Licht in den Schmelzöfen!

von Andre Schuchardt

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zerrte man Breiga aus ihrem Versteck. Sie kreischte, schrie und schlug um sich, doch es bewahrte sie nicht davor, niedergeschlagen zu werden. Auch sie fesselte man. Alle Fünf zerrten oder schleppten die Gestalten an den Rand der großen Feuergrube. Elinna meinte noch wahrnehmen zu können wie besonders ihr Vater sich wehrte und die Krieger verfluchte, doch dies alles sollte nichts nutzen.
Elinna rutschte und stieß mit dem Kopf gegen die Brüstung. Ihr wurde kurzzeitig schwarz vor Augen, doch rappelte sie sich sofort wieder auf. Vorsichtig sah sie über die Brüstung, ob ihr Missgeschick bemerkt wurden sei. Doch dem war nicht so.
Stattdessen beobachtete sie nun den puren Schrecken.

II
Fein säuberlich aufgereiht drunten am Feuersee waren dort vier der fünf Jäger mit ihren Handketten an Ringen im Boden knapp vor dem See gefesselt. Breiga fehlte in dieser Reihe. Immer noch bewusstlos hielten zwei der Krieger sie zwischen sich. Man legte sie in einer Art großen Käfig ab, gebildet aus natürlichen Felsspitzen, zwei Wände rechtwinklig zur Glut, eine Enge bildend, an der dritten Seite durch ein Eisengatter mit Tor versperrt derweil die dritte Seite durch den Feuersee unzugänglich war.
Und nun musste Elinna das fürchterlichste mit ansehen, was sie je zuvor zu beobachten hatte.
Eine Gestalt erschien in diesem Schmelzofen der Berge. Erst erhob sich der Schädel aus den Flammen, gewaltig wie eine ganze Kuh und scheußlich anzusehen. Diesem folgte der Körper, unter dem der See bald wie ein kleiner Teich vor kam, und erhob sich bis zu den Schultern. Niemals sollte Elinna in der Lage sein, dieses Wesen richtig zu beschreiben, sie hockte nur droben voller Schrecken und Abscheu. Wie ein Kaninchen, das wusste, es würde gleich gefressen werden. Das Wesen schob sich vor zu dem Käfig, die Feuersglut wie Wasser verdrängend.
Und in dem Moment sollte Breiga erwachen.
Natürlich wusste sie anfangs nicht, wo sie sich gerade befand und was geschehen war. Doch bemerkte sie sehr schnell, was da nun auf sie zu kam. Und erneut sollte sie vor Angst schreien und kreischen, aufstehen und zum Gittertor rennen. Doch das bewahrte sie auch nicht davor, dass das Wesen sich näherte, sie mit seinen riesigen Krallen aus dem Käfig hob und sie langsam, all ihrem Strampeln, Schlagen und Kreischen zum Trotz, zu seinem gewaltigen Maul führte.
Auch Frigach sah dies. Er kämpfte gegen seine Ketten an und schrie verzweifelt, als seiner Frau nur wenige Meter entfernt mit einem Biss der Oberkörper abgetrennt wurde. Doch schnell sank er weinen auf die Knie, während das Monster mit Breiga in sich langsam begann wieder tiefer zu sinken.
Harrich versuchte Frigach beruhigende Worte zu zurufen und Armich beschimpfte und verfluchte ihre Peiniger, da kam man bereits an um seine Ketten zu lösen und ihn in diesen Todeskäfig zu stecken.
Für Elinna war all dies zu viel. Erneut wurde ihr Schwarz vor Augen, doch diesmal stolperte sie vorwärts und über die Brüstung.

III
Als sie das nächste Mal erwachte, war dieses wesentlich weniger angenehm. Alles tat ihr weh , sie selber war reichlich zerschrammt und ihre Kleidung unansehnlich geworden. Doch zumindest schien sie sich nichts gebrochen zu haben. Sie sah sich um. Offenbar lag sie in der Nische hinter einem Felsbrocken, in der sich zuvor die Jäger versteckt hatten. Vorsichtig richtete sie sich auf alle Viere auf und kroch vorwärts. Um den Felsen spähend sollte sie das folgende erblicken: Der Grund des Berges war nun leer. Die brodelnde Masse in der Mitte war immer noch da, doch sonst alles andere verschwunden. Die Jäger, die Ringe der Fesseln im Boden, die Krieger, ja sogar der erdene Käfig. Wo waren alle?
Verwundert richtete sie sich ganz auf. Weiterhin misstrauisch musterte sie den gesamten Kessel des Berges und bemerkte – nichts. Schnell verließ sie ihr Versteck und rannte zur Rampe und diese empor. Auf halbem Wege bemerkte sie auch das Fehlen der aufgespießten Köpfe und Fackeln. Als wäre dieser Ort nie von solch Schrecken berührt wurden. Doch dies kümmerte sie nun weniger als heil von diesem Orte weg zu kommen. Ein Blick nach oben offenbarte ihr, dass es gerade Nacht geworden war. Oben angekommen fröstelte sie, da die Wärme des Feuers von unten hier oben nun fehlte. Auch die Schale für das Licht auf der Bergspitze war verschwunden. Was war hier geschehen? Es war Nacht, warum also war nicht alles wie die Nächte zuvor? War man abgezogen, da man sein Ziel erreicht hatte, die Jäger gefangen zu nehmen und dieser Abscheulichkeit zu opfern? Aber warum hatte man sie, Elinna, nicht bemerkt? Und warum ausgerechnet ihre kleine Gruppe von Jägern? Oder hatte sie sich dies alles nur eingebildet? Aber das konnte doch nicht sein! Oder?
Mit sich selbst im Unreinen und über sich zweifelnd machte sie sich auf den Rückweg zum Lager. Vielleicht würde sie dort Antworten finden. Aber sie war sicher, dies alles erlebt zu haben. Und wie hätte es dazu kommen können, dass sie in den Berg gelangt sei? Es ergab alles kaum einen Sinn.
Im Lager angekommen, nach einer wesentlich kürzeren Zeit als sie für möglich befunden hätte, fand sie – es nicht. Es war verschwunden. Kein Anzeichen gab es, dass hier auf dieser Lichtung jemals jemand gewesen war, vor allem ihre Jäger nicht. Verzweifelt setzte sie sich auf den Boden mitten in der Lichtung und begann zu weinen.
Was war geschehen? Wo waren ihre Eltern? Sie wusste genau, dass all dies in den letzten Tagen passiert war. Spielte man ein böses Spiel mit ihr? Aber wer sollte das warum tun?
„Mutter! - Vater! - Wo seid ihr?“ rief sie verzweifelt in den Wald.
Doch niemand antwortete.

Zwei Tage später fanden sie zwei andere Jäger, die aus dem nahen Dorf im Osten kamen. Sie brachten sie dort hin. Es dauerte eine schiere Ewigkeit, bis man ein verständliches Wort aus ihr raus bekam. Doch auch im Dorf kannte niemand ihre Eltern oder die anderen Jäger.
„Aber wir sind doch vor einem Monat von hier los gezogen!“ bestritt Elinna die Auskünfte der Dörfler, welche sie bald für verrückt halten sollten.
Man versuchte zwar sich um sie zu kümmern und ihr die so genannte Wahrheit bei zu bringen, dass dies alles nicht geschehen sei und sie es sich eingebildet hätte, doch Elinna sollte nicht mehr lange in diesem Dorf bleiben. Bald schloss sie sich einer Handelskarawane an, fest entschlossen wieder zu kommen, ihre Eltern und die wahre Wahrheit zu finden.
Und eines Tages sollte sie diese kennen...

Epilog
Weiter hielt er Ausschau nach neuer Nahrung. Seine Anhänger wurden mehr, sie brachten ihm nun stetig neue Opfer, lockten sie an und hinab in seinen Magen. Weit im Westen hatte das ihn anbetende Ijenreich die Reste des alten Lurruken erobert und machte sich bereit für mehr.
Doch hier in den Schmelzöfen hatte er die letzten hunderte von Jahren genug Zeit gehabt nach zu denken. Von Tól und Omé hatte er gehört und befürchtete nun, dass sie einst ausgesandt wurden waren, ihn zu finden. Sollte dies stimmen, so wäre es gut möglich, dass sie immer noch da draußen auf ihn

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