Licht und Finsternis Kap. 4
von
Jeiy
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Kapitel 4
Tihraks Gedanken rasten. Er hatte nicht vor hier zu sterben und ganz gleich was er dafür tun musste, er würde es auch nicht so weit kommen lassen!
Es waren vielleicht grade mal dreißig Zentimeter, die nun zwischen seiner Kehle und der Schwertspitze des Schattenläufers lagen. Dem Angriff irgendwie auszuweichen wäre so gut wie unmöglich. Abblocken konnte er allerdings auch nicht mehr, da er den Fehler gemacht hatte das Schwert der Finsternis loszulassen als er von dem Schattenläufer getroffen worden war und damit die schon fast magische Bindung des Dämonenschwerts gelöst hatte.
Die schwarze Klinge war verschwunden, sie hatte sich wieder aufgelöst, genauso geisterhaft wie sie sich zuvor auch geformt hatte, doch sie war nicht verloren…Tihrak könnte sie mit Leichtigkeit wieder herbeirufen, doch auch das würde nicht viel bringen. Es würde einfach zu lange dauern! Wieder war es die Zeit, die gegen ihn spielte…
Plötzlich registrierte Tihrak, dass wie in Zeitlupe ein Zittern durch das Schwert des Schattenläufers ging und ihm wurde klar, dass er handeln musste…und zwar jetzt!
Ohne wirklich nachzudenken, was er tat, riss er seinen linken Arm hoch und versperrte so der Klinge seines Gegners den Weg. Schon im nächsten Augenblick spürte er den siedend heißen Schmerz im Unterarm als der kalte Stahl des Schwertes diesen fast komplett durchbohrte.
Tihrak konnte spüren, wie warmes Blut seinen Arm herab lief und er war schon fast der festen Überzeugung, dass das gegnerische Schwert einfach durch ihn hindurch stechen würde, als es plötzlich stoppte und stecken blieb, inzwischen nur wenige Zentimeter vor seiner Kehle.
Der Schattenläufer war überrascht. Allem Anschein nach hatte er wohl nicht mit solch einer Reaktion gerechnet und er schien sich nicht ganz sicher zu sein, was er nun tun sollte. Er war verwirrt und genau diese Verwirrung musste Tihrak nutzen!
So schnell wie es ihm möglich war hob er seine rechte Hand und rief erneut das Schwert der Finsternis herbei, welches sich in sekundenschnelle aus dem Nichts heraus formte und bevor der Schattenläufer bemerken konnte, was geschah, hatte die schwarze Klinge bereits zum zweiten Mal ihr Ziel gefunden.
Tihraks Gegner war zwar noch nicht tot – dafür war seine Position einfach zu ungeeignet gewesen – doch er hatte eine klaffende Wunde an der Seite davon getragen, deren Schmerzen ihn augenblicklich zurückweichen ließen.
Bei dieser Bewegung ließ er seine eigene Waffe jedoch intuitiv nicht los und befreite sie so ruckartig aus Tihraks Unterarm – was für diesen auch nicht grade schmerzfrei war.
Aber Schmerzen konnte man immerhin ignorieren, zumindest bis zu einem gewissen Grad.
Tihrak sprang wieder auf die Füße und hielt sein Schwert abwehrend vor sich. Seinen linken Arm würde er wohl vorerst nicht gebrauchen können, soviel war sicher, doch solange er seinen rechten noch bewegen konnte war alles noch weitestgehend in Ordnung. Der verletzte Schattenläufer stand nun einige Meter von ihm entfernt und schien ernsthafte Probleme mit seiner Wunde zu haben. Ein ernstzunehmender Gegner würde er wohl kaum mehr sein…
Doch wo war der andere?
Tihrak schaute sich um, aber nirgendwo war eine Spur seines dritten Gegners.
Er war noch irgendwo hier, das konnte er deutlich spüren…irgendwo hielt er sich versteckt und wartete…wartete einfach nur ab.
Wieder blickte Tihrak um sich, ohne den verletzten Schattenläufer dabei jedoch jemals ganz aus den Augen zu verlieren.
Dieser hatte sich mittlerweile keuchend an eine Wand angelehnt und hielt sein Schwert zitternd vor sich. Tihrak schien ihn wohl doch stärker verletzt zu haben, als gedacht…oder aber die Schmerzen lähmten ihn, kontrollierten ihn und wenn das wirklich der Fall war, wäre er auch keine weitere Aufmerksamkeit mehr wert!
Ein leises, kaum wahrnehmbares Geräusch ließ Tihrak jedoch plötzlich aufhorchen. Es war das Geräusch von vorsichtig schleichenden Schritten…und zwar direkt hinter ihm! Schnell drehte er sich um und stand dann endlich seinem dritten und letzten Gegner gegenüber – auch wenn er keine Ahnung hatte, wie sich dieser Schattenläufer bis jetzt so gut hatte verstecken können.
Noch einmal hob Tihrak sein Schwert. Er musste sich beeilen, denn der Fluch war schon unglaublich stark geworden! Die missliche Situation, in der er grade noch gewesen war, hatte ihn enorm gestärkt und es kostete Tihrak sehr viel Konzentration noch immer die Kontrolle behalten zu können. Er spürte den Druck des Fluches und das Verlangen zu töten, zu zerstören, wurde immer größer…
Tihrak holte aus und im nächsten Moment prallte das Schwert der Finsternis klirrend gegen die Klinge des Schattenläufers. Ein Zittern durchfuhr beide Schwerter und keiner von ihnen wagte es nachzugeben. Dann jedoch sprang der Schattenläufer plötzlich nach hinten und auch Tihrak wich wieder etwas zurück.
Die kurze Unterbrechung tat ihm gut, denn er bekam kaum noch Luft. Das Atmen fiel ihm immer schwerer und seine Augen verloren allmählich an Schärfe. Er wusste nur all zu gut, woran das lag: Es waren Vorzeichen. Vorzeichen dafür, dass der Fluch bald die Kontrolle über ihn erlangen würde und was dann geschehen würde, könnte wohl nicht einmal Lucifer vorhersagen…
Wie es schien hatte er den Kampf gegen die Zeit wohl verloren…aber aufgeben würde er trotz alledem noch lange nicht! Das hatte er noch nie getan und er würde auch jetzt nicht damit anfangen!
Noch einmal hob Tihrak sein Schwert an und machte sich dazu bereit erneut auf den Schattenläufer loszustürmen, obwohl er die Gewissheit hatte, dass sein Fluch dann wohl mit Sicherheit ausbrechen würde. Doch er kam nicht so weit…
Wie aus dem Nichts entstand vor ihm plötzlich eine gewaltige Feuerwand, die ihn von seinem Gegner trennte.
Überrascht wich Tihrak einige Schritte zurück. Magie? Nein…das war mehr als nur Magie. Das war Lucifer!
Wie zur Bestätigung seiner Gedanken hallte daraufhin die Stimme des Herrschers der Unterwelt durch den Saal.
„Genug!“, sagte er aus undefinierbarer Richtung und schien dann an die Schattenläufer gewandt fort zufahren.
„Ihr könnt jetzt gehen! Nehmt diesen Versager, der hier sein Leben gelassen hat mit und seht zu dass ihr euch was das Kämpfen angeht deutlich verbessert! So etwas wie grade kann ich nicht gebrauchen! Verschwindet!“
Aus dem Augenwinkel heraus konnte Tihrak daraufhin sehen, wie sich der verletzte Schattenläufer aufrappelte und, so schnell wie es ihm möglich war, zu seinem toten Gefährten schleppte. Schon im nächsten Moment waren die beiden verschwunden, ohne dabei auch nur irgendeine Tür benutzen zu müssen und auch der dritte Schattenläufer, gegen den Tihrak grade noch gekämpft hatte, hielt sich bereits nicht mehr in diesem Raum auf. Sie waren vollkommen lautlos gegangen, ohne noch ein letztes Wort an ihn oder Lucifer zu richten.
Lucifer…
Wo war er? Tihrak konnte ihn noch immer spüren, sogar noch deutlicher als zuvor, doch auch noch immer war nichts von ihm zu sehen.
„Nun, Tihrak, vielleicht solltest du dich dann einfach
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