Licht und Finsternis Kap. 4
von
Jeiy
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und versuchte sein Misstrauen nicht allzu offensichtlich klingen zu lassen.
Wieder lächelte Lucifer.
„Nun, ganz einfach: Du sollst jemanden für mich unterweisen. Ihn trainieren und ihm beibringen, was du ihm beibringen kannst. Lehre ihn das Kämpfen und Überleben…das ist alles.“
Nun konnte Tihrak nicht verhindern fragend und überrascht dreinzublicken.
„Jemanden trainieren? Aber…wieso grade ich und…und wen überhaupt?“
Er hatte keine Ahnung, was Lucifer vorhatte. Noch nie zuvor hatte er gehört, dass der Herrscher der Unterwelt solche Aufgaben an irdische Dämonen verteilte, vor Allem, da er sich sonst eigentlich nie einmischte…
„Sein Name lautet Toru Layn. Er lebt in einem Dorf namens Kihlica, weit im Süden. Es wird dich bestimmt überraschen, aber er ist kein Dämon, sondern ein Mensch und gerade mal sechzehn Jahre alt. Nichtsdestotrotz sollst du ihm das beibringen, was ein Mensch von einem Dämon lernen kann. Ich habe meine Pläne mit ihm und das sollte dir als Erklärung genügen…“, erklärte Lucifer und ignorierte dabei Tihraks leicht fassungslosen Gesichtsausdruck.
„Und weshalb ich grade dich dafür ausgesucht habe? Tja, sagen wir’s mal so: Ich kann keinen von meinen Schattenläufern damit beauftragen, da sie in ihrem Leben alle nur sechsmal die irdische Welt betreten dürfen…und das auch nur jeweils drei Stunden lang. Bei dir stellt das hingegen kein Hindernis dar…und außerdem bist du einer der wenigen Dämonen, die zu keinem Volk gehören und daher auch keinen Regeln oder Idealen unterstellt sind. Du kannst tun und lassen, was du willst und ob du nun einen Menschen trainierst oder nicht interessiert niemanden. Außerdem besitzt du die seltene Fähigkeit Stärke, Schnelligkeit und taktisches Denken nahezu perfekt miteinander verbinden zu können. Nicht viele Dämonen sind dazu imstande…du bist außergewöhnlich unter den Dämonen, das ist keine Frage und ich nehme mal an, dass du auch schlau genug dazu bist dieses Angebot nicht einfach vorüberziehen zu lassen…“
Doch noch immer wusste Tihrak nicht, was er dazu sagen sollte. Er sollte einen Menschen trainieren? Einen Menschen? Es klang völlig falsch und absolut alles in ihm sträubte sich dagegen…
„Überleg dir gut, was du jetzt sagst, Dämon der Finsternis. Noch so ein Angebot werde ich dir nämlich nicht machen und solltest du es wagen dich gegen mich zu stellen wirst du sehr bald erfahren, weshalb mich sogar die Götter fürchten…und ich warne dich: Ich mache keine lehren Drohungen.“
Tihrak atmete tief durch. Nein, eine lehre Drohung schien das wirklich nicht zu sein. Dafür reichte schon ein kurzer Blick in diese stechenden Augen…
„Ich glaube nicht, dass ich wirklich eine Wahl habe…aber eines verstehe ich trotzdem nicht…weshalb---“, doch er wurde von Lucifer unterbrochen.
„Weshalb befehle ich dir das nicht einfach, richtig? Das ist es doch, was du nicht verstehst…tja, um es kurz zu machen: Es gibt einige Regeln, an die sogar ich mich halten muss. Und ein Befehl ist nicht gleich einem Tausch. Natürlich könnte ich dir einfach etwas befehlen und dann tätest du auch gut daran zu gehorchen, aber täte ich das wirklich würde das bedeuten, dass ich aktiv in das irdische Leben eingreifen würde…Damit würde ich allerdings zwangsläufig auch den Göttern eine Chance geben sich einmischen zu können und darauf kann ich wirklich verzichten. Die Götter richten meist weitaus mehr Schaden an als ich, auch wenn sie das nicht wahrhaben wollen…aber wie dem auch sei, ich habe nicht vor, dir hier die kompletten Regeln von uns überirdischen Wesen zu erklären. Unser System würdest du wahrscheinlich auch in tausend Jahren nicht verstehen, so ist das nun mal. Dir bleibt einzig und allein die Wahl meinen Vorschlag anzunehmen oder nicht, wobei ich dir letzteres wirklich nicht empfehlen würde. Glaub mir, es gibt so einige Möglichkeiten sich passiv in das Leben einzumischen und einem Dämon so das Leben zur Hölle zu machen…“
Tihrak nickte gedankenverloren. Seine Situation war eindeutig: Er saß in der Klemme und eine Wahl hatte er auch nicht wirklich. Lucifers Angebot abzulehnen wäre so gut wie Selbstmord, das war ihm klar. Doch noch immer fühlte es sich falsch an. Einen Menschen zu trainieren lag einfach nicht in der Natur der Dämonen und so brachte Tihrak die nächsten Worte auch nur schwer über die Lippen.
„Also schön…mir bleibt keine Wahl. Ich nehme das Angebot an. Aber woher weiß ich, wann wir wieder quitt sind? Wie lange soll ich diesen….Menschen trainieren und was soll ich ihm überhaupt beibringen?“
„Was du ihm alles beibringst überlasse ich dir…du wirst schon wissen, wozu er imstande ist und was seine Fähigkeit übertreffen könnte. Das ist deine Sache und den Fluch werde ich sozusagen Etappenweise heilen. Wenn er ganz verschwunden ist kannst du deinen Auftrag also als erledigt ansehen und wir beide sind quitt…ach ja, und damit du weißt, wie dein neu ernannter Schüler überhaupt aussieht werde ich dir jetzt eine kleine Hilfestellung geben…“, sagte Lucifer und ohne ein sichtbares Zeichen löste er sich plötzlich auf und verschwand in der Dunkelheit. Im nächsten Augenblick jedoch tauchte er schon wieder auf, mit dem kleinen Unterschied, dass er nun nicht mehr in sicherer Entfernung, sondern direkt vor Tihrak stand.
Dieser wollte erschrocken zurückweichen, doch seine Beine gehorchten ihm nicht mehr. Er blieb einfach stehen und war gezwungen in den glühenden Blick Lucifers zu sehen.
Er hatte erneut keine Ahnung, was der Herr der Unterwelt vor hatte und diese Unsicherheit machte ihn nervös. Lucifer hingegen lächelte wieder, doch zum ersten Mal fiel Tihrak auf, dass seine Augen dieses Lächeln nicht fortzuführen schienen. Sie blieben kalt und ausdruckslos, stechend und scharf…
„Merke dir gut, was ich dir jetzt zeige, Dämon…und versuche erst gar nicht deinen Geist zu verschließen, das gelingt dir bei mir nicht!“
Langsam hob Lucifer einen Arm und legte die flache Hand auf Tihraks Stirn. Ein kalter Schauer durchfuhr diesen und hätte er die Kontrolle über seine Beine gehabt wäre er sofort zurückgewichen. Doch mittlerweile waren es schon nicht mehr nur die Beine, die Tihrak ihren Dienst verwehrten…er konnte sich nicht mehr bewegen, war noch nicht mal imstande dazu weg zuschauen und allmählich versagten auch seine Augen. Die Umgebung um ihn herum verschwamm, wurde dunkler und dunkler bis er schließlich nur noch die stechenden Augen Lucifers sehen konnte.
Dann tauchte um ihn herum plötzlich Landschaft auf. Er sah grüne Felder, einen großen, spiegelglatten See, einen Wald und eine Stadt. Eine Menschenstadt. Sie war klein und schien nicht besonders ansehnlich zu sein. Viele der kleinen Häuser mussten mit Sicherheit mehr als fünfzig Jahre alt sein, wenn nicht sogar älter…
„Das ist Kihlica, dein Ziel…dorthin wirst du reisen.“, erklang die Stimme Lucifers.
„Und das hier…“, Tihrak konnte plötzlich einen Menschenjungen sehen, der nicht älter als sechzehn sein konnte, „Das ist Toru Layn. Sein Gesicht solltest du dir gut einprägen, Tihrak.“
Und genau das tat er auch. Er
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