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Kategorien > Fantasy > Dämonen

Licht und Finsternis Kap. 4

von Jeiy

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schaute sich den Menschen ganz genau an.
Toru war nicht besonders groß, wahrscheinlich mindestens einen halben Kopf kleiner als er selbst. Seine Haare waren kurz und von dunkelbrauner Farbe. Auch die Augen des Jungen waren braun, doch sie strahlten eine unglaubliche Lebensfreude aus, wie man sie wohl bei keinem Dämon finden konnte und obwohl Toru nicht sonderlich kräftig gebaut war, schien er nicht vollkommen ungeeignet zum Kämpfen zu sein. Tihrak konnte auf den ersten Blick erkennen, dass dieser Mensch sehr wahrscheinlich schnell und wendig war, was im Kampf oft sogar wichtiger als bloße Kraft sein konnte.
Dann jedoch verschwand das Bild von dem Jungen und auch die Landschaft, die Tihrak noch zuvor gesehen hatte löste sich wieder auf. Stattdessen erkannte er nun wieder die dunklen Wände des schwarzen Schlosses und ihm wurde schlagartig bewusst, dass er sich ja noch immer in Lucifers Reich aufhielt…
Lucifer selbst saß inzwischen schon wieder auf seinem thronähnlichen Stuhl, auch wenn es Tihrak völlig unklar war, wann er sich überhaupt wieder dorthin begeben hatte…
Er hatte seinen Kopf auf die rechte Hand abgestützt und schien plötzlich wie in Gedanken versunken.
Tihrak war sich nicht sicher, wie er nun reagieren sollte. Diese seltsame Übertragung von Bildern war eindeutig Magie gewesen und Magie hatte ihn schon immer verwirrt. Sollte er jetzt einfach gehen? Immerhin hatte er ja alles was er brauchte und dieses Dorf…dieses Kihlica würde er schon finden, das war keine Frage…
Dann hob Lucifer jedoch langsam den Kopf und es hatte fast schon den Anschein als hätte er mittlerweile völlig vergessen, dass Tihrak noch immer da war.
„Du kannst gehen, Dämon der Finsternis…Loki wird dir den Weg in deine Welt zeigen. Du wirst ihn dort finden, wo du ihn zuletzt gesehen hast und er wird dich genau dorthin bringen, wo du die irdische Welt verlassen hast. Informationen hast du genug…also geh.“, sagte er, schien dabei aber noch immer etwas abwesend zu sein.
Tihrak nickte kaum merklich und wandte sich dann um. Er verstand Lucifer nicht, nicht ein bisschen, doch er hatte auch nicht den Wunsch ihn wirklich verstehen zu wollen. Alles was er wollte, war diese Welt endlich wieder verlassen zu dürfen. Die Hölle war nicht seine Welt, das konnte er deutlich spüren. Er wollte zurück und er wollte diesen ’Auftrag’ so schnell wie es ihm möglich war hinter sich bringen…
Doch noch bevor er die schwarze Tür durchschreiten konnte erklang erneut die Stimme Lucifers.
„Warte! Eines noch…das Schwert, das du bei dir trägst, das Schwert der Finsternis, das ist der Grund weshalb dein Fluch so schnell an Stärke gewinnt. Es ist ein verfluchtes Dämonenschwert und duldet keine anderen Waffen neben sich, richtig?“
Tihrak drehte sich um und nickte zögernd. Was sollte das?
„Nun, es wäre nicht besonders gut, wenn dein Fluch demnächst ausbrechen und du dann aus Versehen deinen neuen Schüler umbringen würdest…dann könnten wir uns das alles hier nämlich gleich sparen. Nein, das sollten wir verhindern…auch um deinetwillen…“, sagte er, doch Tihrak verstand noch immer nicht ganz. Wie sollte man das Ausbrechen seines Fluches verhindern können? Aber noch bevor Tihrak irgendeine Frage stellen konnte bedeutete Lucifer ihm still zu sein.
„Ich weiß, dass du mich nicht verstehst, aber das musst du auch nicht…es gibt auf dieser ganzen Welt niemanden, der mich versteht und darüber bin ich auch froh aber was dein Schwert angeht sollte ich dir vielleicht wirklich eine Hilfe geben…“, sagte er und hob dann die Arme, „Hier! Nimm das mit.“
Wie aus dem Nichts heraus erschien plötzlich direkt vor Tihrak ein Gegenstand, der in der Luft zu schweben schien. Es war ein Gegenstand, der von einer bedrohlichen, dämonischen Aura umgeben war, ein Gegenstand, den Tihrak sofort erkannte.
„Ein Dämonenschwert?“, fragte er verwundert, „Aber…wie soll das funktionieren? Was ist mit meinem…?“
„Ich sagte dir doch schon einmal, dass du mich nicht für stümperhaft halten solltest, Tihrak. Vergiss besser nicht, wen du hier vor dir hast…Dies ist ein Dämonenschwert, ja, aber es ist nicht vergleichbar mit anderen Schwertern von euch Dämonen. Diese Klinge besitzt eine vollkommen andere Aura und sie ist darauf ausgelegt verfluchte Waffen wie dein Schwert einfach zu umgehen. Dieses Schwert ist das einzige, das du neben deinem wirst tragen können. Keine andere Waffe wird dazu imstande sein…und außerdem merkt sich diese Klinge vom ersten Augenblick an wer ihr Besitzer ist. Sie wird also von niemand anderem geführt werden können, außer von dir selbst. Glaubst du nun immer noch, dass sie nutzlos für dich wäre?“
Tihrak fixierte die Klinge, die noch immer vor ihm in der Luft schwebte. Es war ein schönes Schwert. Der Griff war schwarz. Er schien mit etwas Lederartigem umhüllt zu sein und er machte den seltsamen Eindruck, als wäre er noch völlig ungenutzt und unberührt. Die Klinge selbst war etwa so lang und breit wie es auch das Schwert der Finsternis war. Direkt durch ihre Mitte verlief eine schwarze Linie, die zur Spitze hin immer dünner wurde, bis sie sich schließlich aufzulösen schien. Der Rest des Schwertes war leuchtend rot und von solch einer Intensität, das es den Eindruck machte, es würde brennen.
Diese Waffe war zweifelsohne mächtig.
Ohne lange zu zögern hob Tihrak seinen Arm und berührte vorsichtig den Griff der roten Klinge. Ein Glühen lief durch das Schwert und fast augenblicklich konnte er spüren wie das Dämonenschwert eine Bindung mit ihm einging. Für einen kurzen Moment fühlte sich sein eigenes Blut an wie Feuer und Tihrak konnte spüren wie sich seine Seele mit der Energie des Schwertes verband. Dann verschwand die Klinge wieder. Sie löste sich einfach auf, wie es auch das Schwert der Finsternis oft tat, doch Tihrak konnte sie noch immer spüren und er wusste, dass sie wieder erscheinen würde, wenn er danach riefe. Er schloss für einen kurzen Moment die Augen und richtete dann seine Aufmerksamkeit noch einmal auf Lucifer.
„Ich danke euch. Dieses Schwert besitzt eine unglaubliche Kraft…aber ich bin mir sicher, dass ich es beherrschen kann.“, sagte er, wobei sich die formelle Anrede ungewohnt fremd in seinen Ohren anhörte.
„Das hoffe ich doch, denn es wurde ja auch für dich erschaffen….aber wie dem auch sei, geh jetzt! Ich habe noch andere Dinge zu tun und du müsstest ja wissen, was du zu tun hast…also geh.“, antwortete Lucifer.
Tihrak war zwar etwas verwundert darüber, dass die rote Klinge nur für ihn geschaffen sein sollte, doch er wollte sich auch nicht noch einmal auffordern lassen zu gehen. Bisher hatte er Lucifer nicht verärgert oder irgendwie gereizt und er wollte es jetzt nicht noch drauf ankommen lassen. Daher drehte er sich einfach um und verließ den Raum Lucifers, ohne noch ein weiteres Wort zu verlieren.
Er war erstaunt darüber, wie erleichtert er war, als er wieder in dem Gang stand, der noch immer von Dairas Fackeln erhellt wurde. Erst jetzt fiel ihm auf, wie viel Druck und Anspannung die ganze Zeit über auf ihm gelegen

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