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Kategorien > Fantasy > Düsteres & Geheimnisvolles

Lichtbringer II

von Jeiy

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Es dauerte fast eine Stunde bis sich die knarrende Tür wieder öffnete. Shiru war inzwischen unglaublich nervös geworden. Warten war einfach noch nie seine Stärke gewesen und nach den drei Wochen, die er gefangen im Eis verbracht hatte, war er es nun wirklich satt! Völlig egal, wie viel Zeit auch verging, es würde ja doch nichts ändern. Ob Khanatar ihn nun eine oder drei Stunden warten ließ, das Ergebnis würde dasselbe sein: Sein Tod.
Nun betrat jedoch zuerst Gahea den leuchtend hellen Raum. Er trug eine weite, dunkle Robe, deren Schwarz nur gelegentlich von einem dunklen Violett durchzogen wurde. Er hatte die große, schwarze Kapuze nicht übergezogen, sodass man sein altes, faltiges Gesicht mit dem grauen, schütteren Haar sehen konnte.
Diese Roben waren die typische Kleidung der Magier, die auf der ganzen Welt ebenso respektiert wie gefürchtet wurden. Magier hatten einfach schon immer das Misstrauen der ’normalen’ Bevölkerung erweckt, heute, wie auch vor hunderten von Jahren. Viele Menschen hatten Angst vor den Fähigkeiten der Zauberer und seit vor vier Jahren gleich eine ganze Gruppe von Magiern als böse erklärt worden war, musste sich diese Empfindung wohl noch weitaus mehr verbreitet haben, überlegte Shiru.
Dabei waren die von ihnen ’Inferi-Magier’ genannten Zauberer doch immer auf der Seite der Menschen gewesen…
Geistesabwesend wandte sich Shiru wieder der Tür zu, durch die nun eine weitere Person schritt.
Khanatar war ein Mann, der um einiges jünger sein musste als Gahea, möglicherweise Anfang oder Mitte dreißig. Er trug eine recht weite, dunkle Hose und ein ebenfalls weites beigefarbenes Hemd, nicht unähnlich den Sachen, die auch Shiru trug. Es war Kleidung, die nicht annährend so prachtvoll und erhaben wirkte, wie man es vielleicht von dem Anführer eines ganzen Clans erwartet hätte.
Khanatar hatte lange, hellbraune Haare und einen deutlich sichtbaren Bartansatz. Sein ganzes Gesicht wirkte hell und unerwartet freundlich, was durch die warmen, kastanienfarbenen Augen noch verstärkt wurde.
Der Anführer der Raykaja warf Shiru einen langen, abschätzenden Blick zu, während er auf ihn zu kam und blieb dann nur etwa drei Meter von ihm entfernt neben Gahea stehen.
„Du bist also der Letzte der Inferi…der letzte Wolf…“, sagte er dann und seine tiefe Stimme hallte mehrfach in dem saalähnlichen Raum wider.
„Nein…“, antwortete Shiru bestimmt, „Ich bin ein Mensch wie Ihr es auch seid. Ein Mensch, wie es jeder Inferi war, auch, wenn ihr das nicht wahrhaben wollt.“
Allmählich war es wirklich leid. Wieso musste er das alles nur immer wieder aufs Neue erklären?!
„Diese Unverschämtheit!“, zischte Gahea daraufhin, doch auf Khanatars Gesicht zeigte sich keinerlei Regung.
„Gahea.“, sagte er lediglich, ohne sich dabei jedoch von Shiru abzuwenden, „Ich würde mit dem Inferi nun gerne alleine sprechen. Würden du und deine Leute also bitte für einen Moment den Raum verlassen?“
Entgeistert schaute ihn der Magier an.
„Aber…Lord Khanatar! Das ist…“, setzte er an, sprach den Satz jedoch nicht zu Ende.
„Ich habe lediglich vor etwas über das Amulett in Erfahrung zu bringen. Keine Sorge, dieses Gespräch wird nicht allzu lange dauern. Halte dich in der Nähe auf.“, sagte Khanatar.
Und obwohl Gaheas Gesichtsausdruck alles andere als zufrieden war, nickte er den beiden Männern kurz zu, die daraufhin ihren Griff um Shirus Arme lösten und dem Magier stumm zur Tür folgten.
Erst als sich diese wieder laut knarrend geschlossen hatte, durchbrach Khanatar erneut die Stille.
„Nun? Würdest du mir, als letzter Inferi, wohl auch deinen Namen verraten?“, fragte er, während er sich von Shiru abwandte und auf eine der riesigen Säulen zuging.
Angst schien er wohl keine zu haben…
„Es zu verweigern würde mein Schicksal wohl auch nicht ändern, nehme ich an. Ich heiße Shiru.“
Khanatar nickte daraufhin kaum merklich.
„Gut, Shiru. Dann verrate mir doch bitte, weshalb du dich weigerst dich selbst zu akzeptieren? Man hat mir gesagt, du hättest dich schon mehr als einmal als Mensch beschrieben und grade eben wurde ich selbst ebenfalls Zeuge dieser Anmaßung. Ich frage mich nun weshalb du das tust? Du müsstest doch selber am Besten wissen, dass du kein Mensch bist und auch nie einer warst. Du bist ein Wolf, ein von den Inferi-Magiern manipuliertes Tier!“
Shiru spürte augenblicklich die Wut in sich aufkommen. Also war es wirklich so…auch der Anführer der Raykaja kannte nur die Hälfte dieser Geschichte.
„Ich bin kein Wolf, verdammt! Ich bin genauso menschlich wie du und alle anderen hier auch!“, antwortete er durch zusammengebissene Zähne und vergaß dabei völlig das Gesetzt der höflichen Anrede, welches er vor Khanatar eigentlich hätte wahren müssen.
„Menschlich? Du bezeichnest dich selbst ernsthaft als menschlich, als einen von uns?“, fragte Khanatar, während er sich wieder zu Shiru umdrehte. Seine Augen strahlten plötzlich eine unheimliche, durchdringende Kälte aus.
„Du magst zurzeit auf zwei Beinen gehen und vielleicht eine gewisse, äußerliche Ähnlichkeit mit uns besitzen, aber selbst jetzt würde dich niemand als normal bezeichnen. Allein schon deine Haarfarbe würde den meisten reichen, um dich als Inferi-Wolf abzustempeln und mich überzeugen allem voran diese Augen, die jeder von euch hatte. Diese unheilvollen, stechenden Wolfsaugen! Du kannst mir nicht erzählen, dass das menschlich wäre!“, sagte er.
Shiru wich dem Blick des Raykaja aus. Diesen Einwand konnte er nicht abstreiten, das wusste er. Seine silberweißen, schulterlangen Haare waren nicht normal, nein, zumindest nicht in einem Alter wie dem seinen und auch seine Augen waren nicht die, wie sie ein normaler Mensch besaß.
Sie waren mehr als auffällig, vor Allem, da sie nur aus Iris und Pupille zu bestehen schienen. Sie besaßen keinen sichtbaren Weißanteil, wie es bei den Menschenaugen der Fall war und auch die Farbe seiner Augen war nicht natürlich.
Diesen durchdringenden, goldenen Farbton besaß einfach kein normaler Mensch!
Khanatar hatte Recht: Es waren Wolfsaugen, das konnte niemand bestreiten.
Jedoch schien auch niemand, auch nicht der Anführer der Raykaja, zu wissen, dass Shiru nicht immer so ausgesehen hatte…
„Ich bin vor genau vier Jahren von den Inferi-Magiern in einen Wolf verwandelt worden, das gebe ich zu. Zwei Jahre lang war ich ein Wolf, ja, aber ich bin niemals als einer geboren worden. Ich war und bin ein Mensch! Dass ich jetzt so aussehe ist lediglich eine art Nebenwirkung der Verwandlung von damals! Und das ist die reine Wahrheit.“, versuchte Shiru zu erklären, doch Khanatars Gesichtszüge blieben kalt und unbewegt.
„Wie viel sie dir eingetrichtert haben müssen…wirklich erstaunlich, was ein Wolf in der Gestalt eines Menschen alles lernen kann. Sag, Shiru, wenn das deine unumstößliche Wahrheit sein soll kannst du mir doch auch sicherlich erklären, weshalb dich die Inferi-Magier dann überhaupt in einen Wolf verwandelt haben? Wenn du doch heute wieder als angeblicher Mensch vor mir stehen solltest, was hatte diese

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Kommentare

Anariel schrieb am 2007-12-31 06:33:32:
Freut mich, wenn dir meine Komments helfen. Na dann bin ich ja mal gespannt.

Hmm...da musst du nicht mehr lange warten. Habe heute Nacht den vierten Teil rein.

Mit mittlerweile frühmorgentlichen Grüßen
Anariel
Jeiy schrieb am 2007-12-30 15:42:54:
Hi Anariel
Und wieder einmal danke für dein Kommi! Es freut mich, dass dir meine Geschichte so gefällt und ich bin auch schon dabei sie weiter zu schreiben, werd mir alle Mühe geben!

P.S.: Deine Sternenwölfin Geschichte werde ich sicherlich auch weiter verfolgen, ich hoffe, du stellst hier bald das nächste Kapitel rein! ^^
Mfg
Jeiy
Anariel schrieb am 2007-12-30 01:53:44:
Huhu Jeiy,

also im zweiten Teil hast du das mit der wörtlichen Rede flüssiger hinbekommen. Macht Spaß diese Geschichte zu lesen. Da läßt sich wirklich was tolles draus machen. Bin schon auf die Fortsetzung gespannt.

Mit liebem Gruße
Anariel

P.S.: Übrigens vielen Dank für die Erwähnung meiner Geschichte. Es freut mich, wenn meine Geschichten so inspirierend wirken.

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