Liebe, Wahnsinn und andere Gestalten - 1x3
von
Anonyma
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Kapitel 3
Kara blieb noch lange wach. Sie hatte ihr neues Zimmer von Aiden zugeteilt bekommen, und war weder begeistert noch traurig darüber gewesen. Es war ein normales Zimmer im ersten Stock und lag direkt neben dem Bad.
Ihr Vater und seine neue Frau, Marianna, waren noch nicht da, auch wenn Aiden das gesagt hatte.
Ein wenig traurig und enttäuscht war Kara darüber schon, doch was sollte sie tun. Und sie konnte auch nicht von ihrem Vater erwarten, dass er jetzt sein komplettes Leben umschaufelte, nur weil seine Tochter, die sich seit ewigen Zeiten nicht mehr hat blicken lassen, aufgetaucht ist.
Die Uhr schlug halb zwölf Uhr, nachts und Kara war gerade fertig geworden mit Koffer auspacken. Sie stellte ein Bild ihrer Mutter und ein Bild ihre Labradors Cucu auf. Die einzigen beiden, die sie vermissen würde. Obwohl sie an Cucu bestimmt mit mehr Sehnsucht denken würde als an ihre Mutter.
Ihre Klamotten waren in der beigefarbenen Kommode verstaut und ihre Bücher und Schulsachen hatte sie auf die Regale gestapelt. Das Bad, welches sich direkt neben ihrem Zimmer befand war komplett leer. Kein Duschgel stand in der Dusche und das Spiegelschränkchen war auch leer. Also nahm Kara an, dass es ihr eigenes Bad sei. Was für ein Luxus. In Seattle mussten sie sich ein Bad zu dritt teilen. Das war vielleicht Gedrängel, vor allem morgens, wenn jeder aus dem Haus musste.
Auch im Bad stellte Kara gleich ihre Sachen auf: Ihre roten Kerzen ins Fensterbrett, ihre Zahnbürste auf den Waschbeckenrand und ihre Schminksachen in das Schränkchen. Duschgel und Shampoo kamen gleich in die Dusche.
Sie schaute sich zufrieden um, und beschloss aber in nächster Zeit ein paar Bilder und Fotografien und vielleicht auch ein paar hübsche Pflanzen für ihr Zimmer zu kaufen, damit es nicht so kahl aussah.
Kara ging wieder zurück in ihr Zimmer und zog ihre weißen Schlafshorts und ein rosa Top an. Dazu noch ihre rosa Flauschsocken, damit ihre Füße nicht froren. Sie hatte immer kalte Füße, selbst an den wärmsten Tagen im Sommer.
Mit schlurfenden, aber leisen Schritten um Aiden nicht zu wecken, welcher schon schlafen gegangen war, tappte sie hinunter in die große, im Landhausstil eingerichtete Küche und öffnete den Kühlschrank. Sie hatte noch nichts zu Abend gegessen und hatte Aiden damit aber auch nicht nerven wollen. Sie nahm sich eine Packung Milch und ein Fertigsandwich auf einem weißen Teller heraus, als das Licht plötzlich anging.
Erschrocken fuhr Kara herum und blickte in ebenso erschrockene Gesichter.
„Damit habe ich wirklich nicht gerechnet“ meinte die kleine, und zierliche Frau mit den blonden Locken, die in der Tür stand. Sie musste ganz klar Aidens Mutter sein, so ähnlich wie sie sich sahen.
„Oh, das tut mir Leid“ stotterte Kara und kam sich vor wie ein Einbrecher. „Ich wollte Sie wirklich nicht erschrecken“
Die Frau schüttelte mit dem Kopf: „Ach, das macht doch nichts. Du musst dann Kara sein, nicht?“
Kara nickte.
„Ich bin Marianna, Aidens Mutter und die Frau deines Vaters. Du kannst mich ruhig duzen. Wenn man mich mit Sie anspricht, komm ich mir immer so alt vor“ Sie kicherte leise.
Wieder nickte Kara nur und stellte die Sachen, die sie aus dem Kühlschrank genommen hatte auf den Tisch. „Ich darf das doch essen, oder?“ fragte sie höflichkeitshalber nach.
Marianna nickte: „Sicher“
„Wo ist denn mein Vater?“ Schon wieder stellte Kara eine Frage.
„Er fährt nur noch das Auto in die Garage. Er müsste aber auch bald hier sein. Er freut sich schon den ganzen Tag dich zu sehen“ plapperte Marianna weiter. „Sag mal? Hat Aiden dir nichts zu Essen angeboten? Dieser ungezogene Junge, und ich hab mir immer solche Mühe mit ihm…“
Kara winkte schnell ab: „Nein, nein! Aiden war sehr freundlich. Ich habe ihn nicht nach etwas zu Essen gefragt. Er konnte es ja nicht wissen“
Marianna nickte nur und setzte sich dann Kara gegenüber: „Und du kommst also aus Seattle?“ fragte sie. Doch sie wartete keine Antwort ab, sondern redete gleich weiter: „Dann muss dir die Insel und auch Eastport aber ziemlich klein vorkommen“
„Na ja… bis jetzt habe ich noch nicht viel von der Insel und von Eastport gesehen“ meinte Kara nachdem sie das widerliche Sandwich heruntergeschluckt hat.
„Ja. Du wirst hier aber auch alles schnell gesehen haben. Weil viel zu sehen gibt es hier nicht“ meinte Marianna kichernd, als Ben in die Küche trat: „Da ist ja mein Mädchen“ rief er und Kara musste sich schmerzvoll daran erinnern, dass ihr Vater sie das letzte Mal gesehen hatte, als sie wirklich noch ein kleines Mädchen war.
„Ben, ich bitte dich!“ tadelte Marianna ihren Mann sofort. „Sie ist bereits eine junge Dame“
Kara lächelte, und es war ein trauriges Lächeln. Natürlich freute sie sich ihren Vater wieder zusehen, aber wie hatte es nur sein können, dass sie ihn solange nicht gesehen hatte. Seine Haare ergrauten langsam, aber sicher und er bekam auch schon etliche Falten.
So wie Ben nicht mitbekommen dass sein Mädchen eine Dame wurde, so hatte Kara verpasst, dass ihr Vater langsam alt wurde.
Trotzdem sprang sie fort auf und umarmte ihn: „Es ist schön die wieder zusehen, Dad“
Ben erwiderte diese Umarmung zögerlich und nickte: „Ja, lange ist es her“
Nach einer Weile schob er Kara von sich und lächelte sie an: „Du bist wirklich groß geworden. Fast größer als dein alter Herr“
„Na ja…“ meinte Kara langsam. „1,70m ist jetzt nicht so groß“ Sie gähnte und schaute auf die Uhr. Schon zwölf. Sie sollte langsam ins Bett.
„Ich bin müde“ meinte sie leise. „Können wir morgen weiter reden?“
Ben nickte: „Aber morgen musst du uns alles erzählen!“
„Ja, ich will alles von Seattle wissen“ stimmte Marianna zu und Kara zwang sich zu einem müden Nicken.
„Nun gut, dann gute Nacht, Kara“ sagte ihr Vater.
„Gute Nacht. Bis morgen“ Damit ging Kara schnell die Stufen hinauf in ihr neues Zimmer.
„Sie hat sich verändert“ hörte sie noch ihren Vater murmeln.
„Lass sie doch erst einmal ankommen. Sie hat einen langen Weg hinter sich. Morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus“ Marianna war eine hoffnungslose Optimistin, aber liebenswert und äußerst sympathisch, das muss man ihr lassen.
Kara lag nur wenige Sekunde im Bett, da war sie auch schon eingeschlafen und konnte es eigentlich kaum glauben: Ihre erste Nacht auf Clipman Island. Ihre erste Nacht in ihrem neuen zu Hause.
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Kommentare
!! schrieb am 2010-04-28 18:57:10:
Schreib doch endlich weiter xD die Story ist schon echt gut bis hier.
Morgause schrieb am 2010-04-16 13:22:37:
Hey,
mir gefällt deine Geschichte echt sehr gut!
Freue mich total auf die Fortsetztung =)
Nella schrieb am 2010-03-28 21:24:06:
Wie spannend :)
Freu mich auf die Fortsetzung und bin gesapnnt wie es weiter geht :)
Lieben Gruß, Nella.
Gwen schrieb am 2010-03-11 22:06:28:
Hey, ich finde deine geschichte echt klasse.
noch kann man nur erahnen in welche richtung sie sich entwickeln wird.
hoffe du schreibst bald weiter.
ich warte gespannt :)
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