Liebe auf den ersten Blick
von
Sandra Lange
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"Und wie findest du den neuen Schüler?", fragte meine beste Freundin Marie. "Wie soll ich ihn schon finden, wenn ich noch gar nichts von ihm weiß?", fragte ich genervt. Den ganzen Tag fragte Marie mich nämlich schon über diesen Jungen. "Außerdem lasse ich mir mit meiner ersten große Liebe noch Zeit, bis ich den richtigen Typen gefunden hab", erklärte ich. "Oh je, ich denke mal, dann bleibst du ewig Single", sagte Marie sarkastisch und wollte zu unseren Mitschülern gehen. Ich sah ihr währenddessen mit einem giftigen Blick hinterher. Das nannte man also beste Freundin. Eine beste Freundin, die meint, zu bestimmen, wann ich den ersten Freund habe. Auf einmal sah ich, wie mein bester Freund Maik auf mich zu kam. "Hey, Marie erzählt schon wieder tolle Storys"; sagte er. "Ach, hör bloß damit auf. Wenn ihr alle was dagegen habt, dass ich noch warte mit dem "Freundhaben", obwohl ich schon 16 Jahre alt bin, dann sagt das gleich", sagte ich sauer. "Nein Natascha, du verstehst mich falsch", sagte Maik und verzog sein glückliches Gesicht zu einem etwas verzweifelten. "Ich hab überhaupt nichts dagegen, dass du solange wartest. Außerdem ist absolute Kinderkacke, wenn man zu einer bestimmten Zeit einen Partner haben muss", sagte er. Dann klingelte es zum Unterricht. Maik und ich gingen zum Klassenzimmer, während ich sah, wie Marie über mich ablästerte. "Wie kann man nur so falsch sein?", fragte ich. "Keine Ahnung, was meinst du, weshalb ich lieber eine beste Freundin habe, anstatt einen besten Freund", sagte Maik.
Als der Unterricht begann, stellte unsere Klassenlehrerin Frau Schnalke den neuen Jungen vor. Er hieß Marcel und kam aus Bremen. Und nun sollte entschieden werden, wer ihm die Schule zeigen könnte, damit er sich ein wenig auskennt. "Dann kann doch Natascha machen. Die wartet eh auf den richtigen Typen. Da können sie sich gleich etwas näher kennen lernen", sagte Marie lächerlich. Plötzlich wurde mir das zu viel, sodass ich aufstand, auf sie zu ging, ihr eine ins Gesicht knallte und sie "Bitch" nannte. Daraufhin sagte Frau Schnalke, dass Marie bitte den Raum verlassen soll. "Frau Schnalke, das bringt auch nichts", gab ich zu bedenken. "Aber ich zeige Marcel gerne die Schule". Daraufhin ging ich vor zur Tür, an Marie vorbei und sagte:" Vielleicht entwickelt sich da ja was in der kurzen Zeit, auch wenn man sich nicht kennt".
Als Marcel und ich im Flur waren, zeigte ich ihm zuerst das Sekretäriat und das Lehrerzimmer. "Du musst nicht alles zeigen, Niklas hat mir auch schon vor der Schule ein wenig gezeigt", sagte Marcel auf einmal. Ich wollte was sagen, aber als ich ihn ansah, war es wie eine Explosion. Alles wurde anders. Es war wie im Himmel, wo man sogar die Engel singen hörte.
"Gehen wir ein wenig raus?", rüttelte Marcel mich aus dem Traum. "Äh, ja. Gerne", stotterte ich. Noch nie war ich von einem Typen so getroffen, wie nun bei Marcel. Als wir uns draußen auf die Bank saßen, redeten wir zuerst kein Wort mit einander. "Weshalb bist du eigentlich hierher gezogen? Also bei manchen ist das ja so, dass die Eltern sich trennen und das Kind wieder leiden muss", sagte ich dann auf einmal. "Nee, aus dem Grund bin ich nicht weggezogen. Es ist vielleicht ein viel schlimmerer Grund..." "Schon okay, wenn du nicht drüber reden willst, musst du es nicht sagen, ich will dich nicht zu irgendetwas zwingen", unterbrach ich ihn."Okay", sagte Marcel erschrocken. "Wollen wir so langsam wieder in die Klasse?", fragte er. "Nee, lass mal. Ich hab keine Lust mir das Galaber von der Zicke anzuhören", antwortete ich. Dann war kurze Zeit Stile. Es war so still, dass ich meinen eigenen Herzschlag hörte. "Darf ich bei dir mal was machen?", fragte Marcel auf einmal. "Ja, wenn es nicht irgendwas mit Spinnen zu tun hat", sagte ich. "Aber du musst deine Augen schließen", bedauerte Marcel. Ich schloss meine Augen und fragte mich, was nun kommen würde. Ich versuchte, den Gedanken daran, dass er mich küssen würde, schnell aus dem Kopf zu bekommen.
Und auf einmal spürte ich seine Lippen auf meinen. Und es war wunderschön.
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