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Kategorien > Träume > Glücksgefühle

Liebe ist unerreichbar

von

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Es war ein grauer Regenmorgen und ich stand mit meiner Freundin Fabienne vor dem Fenster im Klassenraum und starrte auf den menschenleeren Pausenhof. Die Bäume rauschten im Wind und die Bänke sahen aus, als ob sie jeden Moment zusammenbrachen. Als nächste Unterrichtsstunde hatten wir Mathe. Wie ich dieses Fach hasste! Aber zum Glück hatte ich einigermaßen gute Noten darin und konnte mich auch sonst nicht beklagen. Wir waren in einer siebten Klasse und da war es schon manchmal ziemlich schwer.
Unsere strenge Lehrerin kam und nahm uns mal wieder richtig ran, sodass kein Schwein etwas verstand. Endlich gongte es. Aus allen Klassenräumen strömten Schülerscharen und man hörte bloß das laute Stimmengewirr und die klappernden Schritte auf der Treppe. Ich ging wie immer mit Fabi zu meinem Lieblingsplatz unterm Baum neben der Mensa. Denn da stand mein Schwarm Jan immer mit seinen Kumpels und kickte Coladosen hin und her. Leider hatte ich null Erfolg bei ihm und ich war mir noch nicht mal sicher, ob er mich überhaupt kannte.
Dauernd waren solch megamodern gekleidete Mädchen um ihn herum und ich war manchmal wirklich superdepressiv, wenn ich mal wieder weiterdachte und zu dem Entschluss kam, dass das mit Jan und mir nie was werden würde. Doch da sah ich plötzlich wie eine Gruppe seiner Freundinnen auf ihn zu kamen und ihn umarmten, als wäre es das normalste der Welt. Ich ging an diesem Nachmittag reichlich bedrückt nach Hause und hatte den ganzen Abend ziemlich schlechte Laune. Was war ich froh, als ich endlich in meinem warmen, kuscheligen Bett lag und ganz ungestört in Ruhe noch mal über alles nachdenken konnte. Vielleicht würde das Wunder passieren, dass ich mich entlieben konnte. Aber natürlich ging das nicht so schnell, das wurde mir dann auch sofort bewusst. Niemals konnte ich aufhören, in ihn verliebt zu sein, dafür waren meine Gefühle zu stark. Unruhig wälzte ich mich auf meiner Matratze hin und her. Ich konnte einfach keinen Schlaf finden.
Doch da kam urplötzlich ein silberner Strahl durch mein Fenster und hob mich aus dem Bett. Ich fühlte mich leicht und unbeschwert, als ich durch die sternenklare Nacht schwebte. Einmal dachte ich noch daran, was meine Eltern sagen würden, wenn sie ein leeres Bett vorfänden, aber mir würde bestimmt eine Ausrede einfallen und ich konnte das leichte Gefühl frei genießen. Mit einem mal wurde ich glücklich und sah jedem noch so schlimmen Ende der Reise einigermaßen gelassen ins Gesicht. Da landete ich auf kaltem Steinboden und fühlte, dass ich nicht mehr in meinem Schlafanzug und barfuss dastand, sondern mit modernen Klamotten und Vans an den Füßen. Ich wusste sofort wo ich war: Die Reise hatte mich in die Schule geführt, die aber zu diesem Zeitpunkt gespenstisch leer war. Alle Lichter waren aus und es schien niemand außer mir da zu sein. Das Merkwürdige war, dass jedoch keine einzige Tür verschlossen war. Beschwingt hopste ich wie automatisch die Treppe zu unserem Klassenraum hinauf, um nachzuschauen, ob auch andere da waren, doch es war niemand im Raum.
Ich wunderte mich, was ich hier sollte, da klopfte es plötzlich. Erschrocken drehte ich mich um und sah im nächsten Augenblick beglückt, dass auch Jan hier war. Er kam auf mich zu und seine Augen strahlten wie da draußen die Sterne, als er mit einem Lächeln meine Hand nahm und sanft sagte: ,,Lea! Ich weiß, dass du es dir nie vorstellen konntest, doch dein Traum wird wahr. Ich liebe dich! Willst du mit mir gehen?” ,,Ja!”, hauchte ich ganz durcheinander und dann nahm er mich in den Arm und wir küssten uns. Bestimmt zehn Minuten lang und es war so warm und so wunderschön, dass ich nie mehr aufhören wollte. Da griff plötzlich eine riesige Hand in den Klassenraum und zog mich weg von Jan, meiner großen Liebe. ,,Lea, warte auf mich! Wo willst du denn hin? So bleib doch bei mir! Leeea!!!”, rief er mit verzweifeltem Gesichtsausdruck hinter mir her und ich schrie und heulte und versuchte mich loszureißen, doch es war zu spät. Ich landete wieder in meinem Bett, hörte jedoch immer noch Jan nach mir rufen.
,,Lea! Leeaa!
,,Was ist denn?”, murmelte ich verschlafen. ,,Na endlich wirst du wach! Ich versuche schon sehr lange dich zu wecken. Du musst dich beeilen, sonst kommst du zu spät zur Schule!”, mahnte meine Mutter, die vor dem Bett stand. Enttäuscht taperte ich ins Bad und als ich wieder auf dem Schulweg war, da wurde mir traurig bewusst: So etwas Wunderschönes wie in meinem Traum würde nie passieren.
Und schon ging ich die Straße weiter entlang zur Schule, hinein in den tristen, grauen Alltag ohne Freude und Liebe...

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