Lieben heißt Kämpfen!
von
DevilDuckie
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- Kapitel 1 -
Vorsicht!“, ruft Nelé laut, doch zu spät. Kai hat die schmierige Spur nicht gesehen und fährt mit einem rasenden Tempo genau darüber, sodass sein Motorrad aus der Kurve geworfen wird und umkippt. Hart knallen beide auf den kalten Asphalt, und für einen Moment glaubt Kai, das Bewusstsein zu verlieren, doch es gelingt ihm, sich zusammenzureißen.
„Nelé! Nelé, alles in Ordnung? Hast du dir was getan?“, fragt er, dreht sich langsam zu ihr um, wobei er einen stechenden Schmerz an seinem Bein wahrnimmt. Mit zusammengebissenen Zähnen sucht er den Verschluss von seinem Helm und öffnet ihn. Nelé antwortet nicht - sie ist ohnmächtig. Er dreht sich wieder zu seiner umgekippten Maschine um.
„Verdammt!“ Sie ist noch eingeschaltet. Er wirft den abgenommenen Helm zur Seite und versucht vergebens, sein Motorrad anzuheben, weil es mit dem Motor auf seinem linken Bein liegt, doch das ist einfach viel zu schwer. Unmöglich für eine liegende Person, die ein eingeklemmtes Bein hat. Mit viel Strecken und Ziehen schafft er es aber, an den Schlüssel zu kommen und den Motor auszuschalten.
„Nelé! Sag was, bist du wach?“, ruft er noch mal, dreht sich erneut zu ihr um und sucht sie mit den Augen nach offenen Wunden ab. Ein wenig beruhigter stellt er fest, dass sie sich auf den ersten Blick nichts getan hat; er kann kein Blut und auch keine Verletzung feststellen. Als er dann versucht, sein Bein unter der Maschine herauszuziehen, um seine Lage etwas zu verbessern, dringt ein stechender, reißender und brennender Schmerz durch seinen ganzen Körper und lässt ihn zusammenzucken. Ein leichter Schwindel macht sich in ihm breit, sodass er die Hand an die Stirn hebt, die Augen schließt und einen Moment tief durchatmet. „Was mach ich jetzt bloß? Ich muss einen Krankenwagen rufen…“, murmelt Kai vor sich hin und sucht in seiner Tasche nach seinem Handy. Mit zitternden Fingern nimmt er es in die Hand, lässt dann jedoch noch einmal davon ab, um sich die Schweißperlen von der Stirn zu wischen.
„…Kai?“, dringt es plötzlich leise an sein Ohr. Alarmiert dreht er sich um und schaut zu Nelé, die nun zögernd eine Hand hebt um ihren Helm ebenfalls abzunehmen. Erleichtert atmet er auf. „Nelé! Gott sei Dank, bist du in Ordnung?“, fragt Kai und versucht zu lächeln, doch die Qualen in seinem Bein erzeugen nur einen schmerzverzerrten Gesichtsausdruck. „Ich glaube schon. Mir fehlt nichts. Aber du bist ja verletzt!“ Besorgt setzt Nelé sich auf, rutscht zu ihm und erkennt, dass sein Motorrad auf der Seite liegt und sein Bein darunter eingeschlossen ist. Er legt einen Arm um ihre Schultern um sie zu beruhigen, was ihm jedoch nicht ganz gelingt. „Das geht schon. Kannst du vielleicht die Maschine aufheben und auf den Ständer stellen? Dann kann ich mein Bein wiederhaben.“
Nelé nickt. Ein wenig wackelig steht sie auf und schließt kurz die Augen. Sie braucht ein paar Sekunden, bis sie sicher stehen kann, aber dann geht sie zur Kawasaki und hebt sie vorsichtig und mit viel Kraftaufwand an. Dabei stöhnt Kai mehrmals auf und beißt die Zähne zusammen.
Als das Motorrad sicher auf dem Ständer am Straßenrand steht, geht sie wieder zu ihrem Freund. Mitleidig blickt sie auf sein Bein, das Kai nun angezogen hat. „Ich ruf einen Krankenwagen, halt durch, Kai.“, sagt sie, nimmt ihm sein Handy aus der Hand und wählt die Notrufnummer. Es dauert eine Weile, bis jemand abnimmt, doch dann redet sie sehr hastig auf die Person am anderen Ende der Leitung ein.
Unterdessen besieht sich Kai sein Bein. ‚Das sieht nicht gut aus.’, denkt er sich, als er vorsichtig sein Hosenbein hochkrempelt und die tiefe Fleischwunde bemerkt. Scharf zieht er die Luft ein und stößt sie langsam wieder aus. ‚Ich muss an etwas anderes denken.’ Er betrachtet Nelé und hört, wie sie energisch versucht, der Person eine Wegbeschreibung zu ihrem Standort mitzuteilen. Ihre Art, auch am Telefon so heftig zu gestikulieren, als würde sie der Person gegenüber stehen, entlockt ihm trotz allem ein Lächeln. „…Wir sind in der Nähe eines Waldstücks vom Georgspark. Ich habe keine Ahnung wo genau.“, hört er sie reden, gefolgt von einem Blick in die Umgebung. Punkte beginnen vor seinen Augen zu tanzen und er schließt sie hastig, um sie wieder zu verscheuchen. Dann spürt er Nelés Hand auf seiner Schulter. „Sie kommen so schnell wie möglich. Geht’s?“, fragt sie mit einem besorgten Blick auf sein verletztes Bein.
„Mir ist ein bisschen schwindelig, aber sonst geht’s. Und du bist wirklich nicht verletzt?“, erwidert er die Frage. Nelé schüttelt entschieden den Kopf. „Mir geht’s gut, ich hab nur ein bisschen Kopfweh. Mach dir um mich keine Gedanken.”
„Dann ist gut.“ Wieder muss sich Kai über die Lider streichen, um das Gefühl einer nahenden Ohnmacht zu verscheuchen.
„Willst du dich hinlegen? Vielleicht ist das besser.“
Er nickt, öffnet noch seine Jacke, damit er leichter Luft bekommt und legt sich dann langsam mit dem Kopf auf Nelés Schoß. Die streichelt ihm vorsichtig über die Wangen und blickt ihn mitfühlend an. „Blöde Ölspur.“, murmelt sie dabei und wirft einen Blick auf den flickflackfarbenen Streifen auf der Straße. Als sie die kleine Blutspur etwas weiter daneben sieht, zuckt sie zusammen. Sie schaut Kai an und dann wandert ihr Blick zu seinem halb hochgekrempelten Hosenbein.
„Lass mal sehen.“ Vorsichtig nimmt Nelé ihren Rucksack ab, legt ihn unter Kais Kopf und kniet sich neben sein Bein. So vorsichtig wie möglich schiebt sie sein Hosenbein weiter hoch, sodass sie die ganze Verletzung erkennen kann. Als sie die Wunde entdeckt, bekommt sie einen Schreck. Eine tiefe Fleischwunde, außerdem noch ein paar Verbrennungen rundherum. „Kai, das muss sofort verbunden werden, das ist verdammt gefährlich!“ Der schüttelt den Kopf. „Das sieht schlimmer aus, als es ist. Mach dir keine... Sorgen.” Erneut flackern Punkte vor seinen Augen auf. Er legt seine freie Hand an die Stirn und bemerkt, wie ungewöhnlich heiß ihm ist. ‚Das hat mir gerade noch gefehlt…’
„Ich mach dir da jetzt einen Druckverband drauf, du hast wahrscheinlich schon viel zu viel Blut verloren.“ Nelé steht auf, geht zu Kais Motorrad und öffnet das Fach unter dem Sitz. Sie weiß, dass er vor kurzem einen neuen Erste Hilfe Kasten gekauft hat, wofür sie jetzt unendlich dankbar ist. Mit schnellen Schritten geht sie zurück zu Kai und gibt ihm einen verpackten Verband in die Hand. „Ich glaube, dass das weh tut. Drück solange hier drauf…“ Krampfhaft versucht sie, sich daran zu erinnern, was sie im LSM-Kurs gelernt hat. ‚Zuerst muss ich einen Verband machen… danach etwas darauf legen und dann wieder einen Verband machen… ja, so war das.’ Etwas zittrig öffnet sie die Verpackung eines weiteren Verbandes, dann wirft sie noch mal einen kurzen Blick auf Kai.
„Nelé…“, keucht dieser, als sie vorsichtig damit beginnt, einen Verband um sein Bein zu wickeln. Die Schmerzen steigern sich dadurch zu einem fast unerträglichen Niveau, ein Gefühl von platzen und reißen macht sich in seinem Bein breit. „Ich mach ja schon so vorsichtig wie ich
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Kommentare
Katja schrieb am 2006-12-20 19:31:56:
Find ich gut, aber vielleicht die Kommentare wie "Ich bin schon seit Wochen so müde" rausnehmen, weil man sich da das Ende schon denken kann. Auch vielleicht Blut spucken weglassen, weil das bissel unrealistisch ist. Ansonsten aber wirklich gut geschrieben. :)
Nymphe schrieb am 2006-11-23 16:00:25:
Oh wie traurig . . .
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