Liebes Tagebuch...! ( 2 )
von
De Ki
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Tja das Leben war schon komisch. Gestern hatte ich mich noch mit meiner Freundin gestritten und heute war wieder eigentlich alles so wie immer. Aber ich fühlte mich ausgesprochen unwohl. Warum wusste ich nicht. Aber irgendetwas lag in der Luft, das konnte ich ganz genau spüren. Und da saß ich dann auf der Terrasse in der warmen Sonne und ließ es mir mit einem kühlen Getränk gut gehen. Ich hatte eine schwarze Hose an und deswegen konnte ich diese wunderschöne Wärme ganz genau an meinen Beinen spüren. Es war ein tolles Gefühl! Wie sie durch meinen Körper floss! Einfach alles! Gestern hatte es noch geregnet und heute schien die Sonne so doll, wie an dem wärmsten Tag im Jahr. Und gestern ging es mir noch ziemlich dreckig und heute strahle ich nur so vor guter Laune. Ich dachte nach. Wie immer, wenn ich nur da sitze und stumm durch die Gegend starre. Über alles. Über eigentlich die ganze Zeit, die Anna und ich schon zusammen erlebt hatten. Von Anfang an. Und dann ich hörte wie unsere Klingel gedrückt wurde und es schellte. Ich dachte mir nichts dabei und ging ganz normal wie immer zur Haustür. Keiner da. Das machte mich wütend. Klingelmäuschen. Wer auch immer das gewesen war, ich würde ihm die Meinung sagen! Ich ging zur Straße und sah mich um. Dann tippte mich was von hinten an der rechten Schulter an. Ruckartig drehte ich mich um. Und dann bot sich mir eine Gestalt, die wundervoll war! Ich glaube in dem Moment wo ich ihn sah, war all der Zorn von eben weg! Er hätte tausendmal bei uns klingeln können, ich hätte es ihm verziehen! Er guckte mich an. "Was ist los mit dir, du guckst so komisch?", fragte er. Voll in meinen Gedanken versunken schaute ich ihn wie ein Stock an. Was war nur los mit mir? Ich war doch sonst nicht so die Träumtante! Ich hatte ja damals noch keine Ahnung von so was. Aber in diesem Augenblick war alles so neu und es war ein unbeschreibbares Gefühl. Das Gefühl der Liebe. Mein Herz klopfte seltsamerweise total schnell und mein Bauch kribellte wie verrückt, dann wurde mir super warm und ich merkte, dass ich irgendetwas sagen musste. " Äm, ja was? Hä?" Ich guckte ihn fragend an, denn das, was aus mir heraus gekommen war, war nun wirklich nicht weiterhelfend. Ach nichts. Du regst dich ja gar nicht auf, dass ich bei dir ohne Grund geschellt hab. Äh ja. Äh...So was tut man nicht!, sagte ich falsch und mit erhobenem Kopf. Okay, du regst dich doch auf. Ja tut mir Leid, mir war langweilig. Dann erst begriff ich, was hier eigentlich los war. Ich kam der Realität wieder nah. Aber mit meinen Gedanken war ich immer noch bei ihm. Immer wieder kam diese Szene, wie ich mich umdrehe, wie ich ihn ansah, einfach der ganze Ablauf! Was? Dir war langweilig? Und darum klingelst du einfach so bei anderen Leuten? Mach doch was, was dir Spaß macht! Geh mit deiner Freundin ins Kino, oder Schwimmen oder Picknicken oder was weiß ich?! Ich hatte auf einmal das Gefühl, als würden wir uns schon 100 Jahre kennen. Er war mir so vertraut. Ob es ihm genauso ging, wusste ich natürlich nicht, leider. Es war Liebe auf den ersten Blick. Und ich wünschte mir, dass es erwidert wurde. Ich würde ihn immer lieben! Immer! Ich habe keine Freundin. Warum gehst du davon aus? Und dann rutschte es einfach so aus mir heraus: Na ja so gut aussehend wie du bist!? Oh mein Gott! Nach einer Sekunde schon bereute ich diesen Satz! Es war mir so peinlich! Ich hätte auf der Stelle im Erdboden versinken können! Aber ich konnte nichts mehr daran ändern. Es war zu spät. Ich hatte alles kaputt gemacht. Ich bin gut aussehend? Findest du das? Äh ja schon. Außerdem hat doch heut zu tage jeder eine Freundin oder einen Freund! Ja? Ich nicht. Und du? Ich merkte wie ich langsam irgendwie automatisch losging. Und er auch. Mein Körper machte mit mir was er wollte! Äm ich auch nicht. Wie erniedrigend! Ich hatte keinen Freund! Okay, er hatte keine Freundin, also eigentlich hätte ich ja froh sein können! Denn wir liefen noch eine Stunde rum und redeten. Denn wir konnten komischerweise über alles reden und diskutieren. Ich fand es toll, das sagte ich ihm auch. Er meinte dann, dass er es schön fände, wenn wir Freunde sein würden. Natürlich sagte ich ja. Sonst wäre ich ja wohl ziemlich dumm gewesen. Und er wohnte auch ganz in der Nähe. In der Lindenstraße 13. Einfach ein faszinierender Name! Früher fand ich, dass es ein Straßenname wie jeder andere war, aber jetzt klang er in meine Ohren wie Musik! Sowieso alles was er sagte klang in meinen Ohren wie Musik! Und er ist so schön, dass die Sonnenstrahlen erbleichen sobald sie seine Haut berühren. Irgendwann müsste ich ihm das sagen. Das ich ihn vom ganzen Herzen liebe. Und das ich sogar für ihn leben bleiben würde, nur damit ich bei ihm bin. Auch wenn ich die Chance hätte zu sterben. Denn sterben ist leicht und leben ist schwer.
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