Lisa's Woche
von
Vanessa F.
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Sie ist eigentlich noch nicht fertig...
Montag
Finn grinst mich an. "Ich hab dich vermisst in den Ferien." "Wirklich?" hauche ich, dem Herzinfarkt nahe. "Ja." Finns Gesicht kommt meinem immer näher...
dididit...dididit...dididit... unsanft werde ich geweckt. Ich drücke auf meinen Wecker. Das nervtötende Geräusch hält an. Immer wieder hämmere ich auf den gelben Knopf auf meinem Wecker ein. Nichts passiert. Jetzt greife ich zu roher Gewalt. Total genervt nehme ich die Batterien aus dem Wecker. Ruhe. Endlich. Ich lasse mich wieder ins Bett sinken. Schlafen. Von Finn küssen lassen. Das ist alles was ich jetzt will. Doch ich habe nicht mit meinem Muttertier gerechnet. Breit grinsend und mit einer guten Laune, die ich morgens nicht ertragen kann, öffnet sie schwungvoll die Gardine. "Los Lisa, aufstehen!! Du willst doch nicht etwa am ersten Tag nach den Sommerferien zu spät kommen?!" Zwitschert (ja sie zwitschert!!!) das Muttertier. Geblendet vom Licht erhebe ich mich mit einem undefinierbaren Geräusch langsam aus dem Bett und schlurfe ins Bad. Unterwegs komme ich an der Zimmertür meines Bruders Justus vorbei, der verschlafen seinen Kopf aus der Tür streckt. Für sein "Morgen, du Huhn!" bekommt er nur einen müden Blick als Antwort. Im Bad sehe ich dass die Zahnpastatube aussieht, als ob sie leer wäre. Na toll. Ich schraube die Tube auf und sehe hinein. Dann drücke ich einmal kräftig drauf. Ist ja eh nichts mehr drin. Dachte ich. Ein Klecks Zahnpaste flatscht mir ins Gesicht. "Sch****!!!!" Fluche ich und wasche die Paste aus meinem Gesicht. Nach zwanzig Minuten habe ich es endlich geschafft mich fertig zu machen. Missmutig betrete ich die Küche, um zu frühstücken. "Schwesterchen, du musst los!" Justus macht mich auf die Küchenuhr aufmerksam. Viertel vor acht. Mist, in fünf Minuten muss ich an der Schule sein. und dann auch noch erste Stunde Physik! Herr Inkowsnik (der mit dem Sprachfehler) wird mir was erzählen...schnell schnappe ich mir meine Tasche und sprinte aus dem Haus. Zehn Minuten später komme ich im Physikgang an. Ich klopfe und gehe rein. Mit einer gemurmelten Entschuldigung, die alles heißen könnte, verschwinde ich zu meinem Platz. Doch nicht mit Herrn Inkowsnik. "Du Schelmt!!" beginnt er seine Ansprache. Einige lachen. "Hast du Schabernack getriebent?" Lars kann sich als erster nicht mehr halten. "DU SCHELMT!!!!!" er brüllt vor lachen. Jetzt steigen die anderen mit ein. Die Situation wird langsam lächerlich.... Ich nutze den Moment und setze mich neben Jill auf meinen Platz. "Larst! Komm bitte nach der Stunde zu mirt!" donnert unser Physiklehrer. "Jat Herrt Inkowsnikt!" "Ja, wo war ich stehengebliebent? Ahjat. Jana erläutert uns jetzt, was wir in der letzten Stunde gemacht habent!" Eine der langweiligsten Physikstunden aller Zeiten tröpfelt über uns hinweg, gelegentlich unterbrochen von Adrian und Marc, die abwechseln einen unechten Hustenanfall bekommen und "bitte vor die Türt" gehen sollen.
Anderthalb Stunden später, nach einer Mathestunde, die ausnahmsweise ohne besondere Vorkommnisse über die Bühne ging, stehen meine Freunde und ich auf dem Schulhof. An der Kastanie, unserem Stammplatz. “Ey der Inkowsnik war heute ma wieder übelst geil!!” Ricardo grinst immer noch. Ben lacht. “Du Schelmt, Lisat!!!” “Mann Jungs, habt ihr nichts besseres zu tun als euch über einen armen Mann mit Sprachfehler lustig zu machen?” War ja klar. Nina muss natürlich wieder Mutter Theresa spielen. “Ach komm, Nina! Ist doch witzig!!” versucht Ben sie zu begeistern. Sven sieht mich an. “Und das Fräulein Lisa ist mit ihren Gedanken mal wieder ganz woanders!” Verwirrt sehe ich ihn an. “Hm? Was ist los?” “Ach nichts, du starrst nur die ganze Zeit mit abwesendem Blick in die Richtung, wo Finn, Nico und Lars stehen!!” In diesem Moment klingelt es. Französisch steht an. Zumindest für mich. Die anderen haben sich gegen mich verschworen und Latein gewählt. “Ciao Kily, bis gleich!” rufe ich Kimberly hinterher. Sie dreht sich noch einmal um und ruft zurück: “Viel Spaß mit Harry Potter!!” Ich grinse und gehe die Treppe nach unten. Auf halbem Weg werde ich aufgehalten. “Hey Lisa, warte mal!” oh Gott die Stimme kenne ich. Ich drehe mich um und lächle Finn an. “Ja?” Wow, ich habe in Finns Gegenwart etwas halbwegs intelligentes gesagt!! “Ähm, ich wollte nur fragen, ob du Erdkunde gemacht hast! Der Richard bringt mich um wenn ich das nicht habe!” “Oh, ja klar, willst dus haben?” Finn strahlt. “Ja das wär voll lieb von dir!! Danke!!” Ich gebe ihm mein Erdkundeheft und gehe weiter zum Klassenraum. Genau in diesem Moment kommt Herr Hortmann mit Schwung um die Ecke. Mit viel zu viel Elan schließt er die Tür auf und wir gehen rein. Nachdem jeder seinen Platz gefunden hat kommt die übliche Frage: “Alle tierisch gut drauf?” Auch die Französischstunde geht ohne Vorkommnisse vorbei, bis auf den dummen Spruch von Lars, den er sich nicht verkneifen kann: “Wo ist denn Ihre Harry-Potter-Brille??” Herr Hortmann nimmts wie immer gelassen. “Die ist zu Hause, Lars, ich kann jetzt wieder Kontaktlinsen tragen!” Nach der Stunde voller “être” und “avoir” kommen die anderen wieder um sich in Erdkunde zu langweilen. Kaum sind alle drin kommt auch schon Herr Richard rein. Wie immer im üblichen gelben Hemd mit dem hellblauen Pullunder. Die Anwesenheit des Lehrers wurde noch nicht von allen registriert. “Bidde ma ruich!” Herr Richard wedelt mit seiner Hand in der Luft rum, was neue Kicheranfälle von Nico und Finn auslöst.
Nach der Topographie Asiens, die natürlich keiner außer Julian, Leon und Mara gelernt hat, und einer schrecklichen Sportstunde mit Baggern, Pritschen und Angabe (für die ganz verpeilten und die die es noch nicht hatten:Es geht um Volleyball). Komme ich endlich wieder zu Hause an. Mein Vater wartet schon im Wohnzimmer. “Lisakind!” begrüßt er mich. Schlechtes Zeichen. Gaaanz schlechtes Zeichen. “Was ist los? Ist Justus endlich unter ein Auto geraten?” versuche ich zu scherzen. Doch ein Blick von meinem Vater genügt, um zu verstehen, dass der Witz grade nicht angebracht war. “Ich muste vorhin an deinem PC etwas ausdrucken...” setzt mein Vater an. Oh nein. Mir schwant übles.... “...und dann habe ich auf deinem Desktop dieses Bild...” Oh nein. Oh mein Gott. Für diejenigen unter euch die es noch nicht wissen (also alle): Mein Hintergrund auf dem PC ist das Bild von Finn, wie er oben ohne am Strand liegt (Das hab ich aus dem Internet...). “Und ich wollte dich fragen...WER IST DIESER JUNGE????” Ups. “DU WEIßT GANZ GENAU DASS WIR DER MEINUNG SIND DASS DU ZU JUNG FÜR EINEN FESTEN FREUND BIST LISA!!!!” Jaaa das weiß ich... “Papa, das ist nicht mein Freund!!” “Jaaa Klar!!! Und was macht dieser Junge dann auf deinem Desktop??”In diesem Moment klingelt es und ich komme um eine Antwort herum. Mein Vater öffnet die tür und Justus kommt rein “Hey Lisa!! Naaa was macht Finn?” fragt er mit einem Grinsen im Gesicht. Ich starre ihn an. “Woher....” jetzt sehe ich es auch: Justus hält mein Tagebuch
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Kommentare
Tina schrieb am 2008-11-15 11:55:50:
Puh! So lange wollte ich eigentlich nicht am PC sitzen und lesen, die Geschichte ist doch sehr lang, aber supergut geschrieben. Vor allem die Wortwahl und Ausdrucksweise finde ich total klasse. Es lockert die Gechichte gut auf und verleitet dazu, dranzubleiben, trotz der Überlänge. Gut gemacht. Weiter so.
Gruß Tina
Frohni schrieb am 2008-11-13 16:44:50:
Echt coolet Geschichtet!
Vielleicht guckstet dirt meinet jat aucht malt ant - solltet icht siet irgendwannt reinstellent...!
wennt jat, dannt heißt siet auft jedent fallt "meine total normal verrückte familie"!!!
lgt frohnchen(t)
Frohni schrieb am 2008-11-13 16:43:41:
Echt coolet Geschichtet!
Vielleicht guckstet dirt meinet jat aucht malt ant - solltet icht siet irgendwannt reinstellent...!
wennt jat, dannt heißt siet auft jedent fallt "meine total normal verrückte familie"!!!
lgt frohnchen(t)
Gimliy schrieb am 2008-09-15 23:06:47:
Hallo!
Du hast es tatsächlich geschafft, dass ich mir eine Geschichte über Beziehungen reinzieh und sag: „Die ist genial!“. Wirklich super Arbeit. Ich war richtig süchtig danach, weiterzulesen. Hoffentlich machst du eine Fortsetzung, denn du hast hier echt so ziemlich alle Probleme reingepackt, die bei Teenies so aufkommen.
Mach so weiter:
lg Gimliy
Ps: Meine Lieblingsstelle bei der ich mich vor Lachen auf dem Boden gewälzt hab::
„Die einzigen, die diesen “heiligen” Raum jemals betreten durften, sind Justus selbst und seine unzähligen Ex-Freundinnen. Also eigentlich die halbe Stadt.“
jinx schrieb am 2008-09-14 16:40:34:
sehr schön. ^^ hab ziemlich viel lachen müssen ;)
simoleons, melly und forgie's berlin bridge... zu geil :D
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