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Long Lost Love: 01 Der Poet

von Dr.Soltberg

1

Long Lost Love: Der Poet

Gewidmet der einzig wahren Hoffnung in meinem Leben.
Der einzigen Hoffnung, die ich geliebt habe.

„Die erste wahre Liebe, besungen auf den Schulterblättern eines Engels…
Siehst du ihn nicht weinen?“


Prolog: Die Hügel

Die Szenerie scheint wundervoll aus Blut gezeichnet.
Letztendlich ist die Landschaft blind und still. Die Hügel sind es so Leid, gegen die Wunden eines Toten anzukämpfen. Die Liebe ist fort. Es gibt nichts zu verlieren, doch blinzle nur einmal und Alles zerfällt in deinen Händen zu staubiger Sinnlosigkeit. Seine Seele für die Jungfrau in Schwarz. Soll die Blinde mit Blindheit geschlagen werden. All seine toten Fantasien, wandeln wieder grundlos auf der sterbenden Erde. Er irrt herum. Das schlagende Herz in Ewigkeit auseinander gerissen. Sie schreien es heraus. Er muss sterben um zu leben.
Wie blind kann man sein, es nicht zu sehen?
Könnt ihr die Begräbnisglocken hören?

Es ist nicht der Künstler, der die Kreation überragt.
Es ist die Kreation, die den Künstler überragt.

Fort fort, Hoffnung!



1. Teil: Farewell, Hope

Der Himmel heut ist mir nicht nah.
Wie das, was einst Zuhause war.

Ich lebe nicht für das, was mich beschämt.
Es tut mir leid.

Der Poet wandelt nun allein auf den augenlosen Hügeln, während durch die schwarze Wolkendecke Lichtstrahlen in den apokalyptischen Farben eines gifterfüllten Nuklearschlags dringen. Einst hat ihn der Geist seiner verlorenen Fantasie geführt. Nun ist er nur ein weiterer gefallener und gebrochener Künstler, dessen Hoffnung vergebens war.
Ihm läuft die Zeit davon, als er bemerkt, wie ihm seine letzte Hoffnung aus der Umarmung gerissen wird. Der Poet wird es nicht bis zu den heiligen Toren schaffen, da ihn die Flammen in finsterster Tiefe schon so lang erwarten.
Der Poet, der nun seine letzten Zeilen an die schwindende Hoffnung zu richten hat, war allein durch sie geschaffen. Alles, was er nun ist: Sünder, Weltenwandler, Künstler…
Sein Liebesbrief an die Finsternis gebührt nur dir, du tief greifende, dunkle Hoffnung.


2. Teil: Loveletter to Nobody

Geboren in stiller Finsternis bin ich nunmehr einsam. Hätte wenigstens mein einsames Herz noch einen Zufluchtsort. Wieso trennen sich unsere Wege, meine einzige Hoffnung?
Wo du doch so bemüht warst, mich in wundervollen Lügen und Gefühlen zu ersticken.
Vernehme meine Poesie. Vernehme die sterbenden Verse. Vernehme diesen Liebesbrief an Niemanden.
Seufze niemals wieder für diese Welt!
Jedes meiner Worte, jede meiner Geschichten ist bereits erfunden und erzählt.
Mit jeder Faser des Werkes, das ich schaffe, wünsche ich mir Nichts als Dunkelheit und Stille.
Alles ist bereites gesagt, alles ist bekannt.
Meine wunderschöne, schweigende Hoffnung. Nur mit dir teilte ich meine unschuldsweiße Mitternachtsfantasie.
Nun folge ich verzweifelt den Spuren der Schönheit und Jungfräulichkeit. Bin ich denn bereits gestorben? Wieso bist du fort, meine einzige Hoffnung?
Ich habe als Künstler und als Schöpfer versagt.
Seufze niemals wieder für mich!
Jedes meiner Worte, jeder meiner Gedanken ist bekannt. Alles schreit nach Stille. Nach Ruhe.
Also…

Wenn du dies hier jemals lesen wirst und begreifst, dass du meine einzige Hoffnung warst... Erinnere dich bitte nicht meiner. Vernehme nur die Worte. Das stille, tränenlose Weinen des Poeten. Ich habe keine Kraft mehr, ohne dich. Es gibt keine Geborgenheit mehr.
Du warst meine Chance unsterblich zu sein. Und siehe nun!
Die blutige Feder ist es, die mein Leben niederschreibt.
Alle Zeit ist vergangen. Du hast mir Leidenschaft gezeigt, bevor ich fürchten konnte einsam zu sein. Durch dich lernte ich zu lieben. Ich wollte dir doch so viel mehr geben.
Mir tut es leid.
Die Zeit wird diesen bitteren Abschied akzeptieren.
Ich lebe nicht für das, was mich beschämt.
Es tut mir leid.
Ich wünschte nur…

Ich würde nicht länger so für dich fühlen, meine unsterbliche Hoffnung.


3. Teil: Der Ozean

Der Poet hat den brennenden Ozean schon lang erreicht. Die glühenden Wellen verschmelzen am Horizont mit dem entflammten Abendhimmel. Schweigsam flüstert die jungfräuliche Brandung dem Poeten zu.
Schließe die Augen und fühle den Ozean, in welchem die Leidenschaft geboren wurde! Lasse dich umarmen Poet! Lass mich deine Sinne betäuben! Entsage allen Schutzes! Dies ist das traurige Ende deiner Unschuld. Die Maskerade ist beendet.
Er sieht nicht mehr, er hört nicht mehr. Doch er fühlt noch immer.
In dieser Welt gehört die Liebe den Poeten. Und seht ihr sie? Wie sie frei, weit über den Wogen des dunklen Meeres fliegt. Dort findet sie ihre Zukunft, ohne die Vergangenheit jemals zu vergessen.
All diese Sterblichkeit. Könnte der Poet nur endlich fallen. Könnte ich ihn fallen lassen.
Die Winternacht lag fernab jedes Märchens. Die Fantasie war unbeschränkt. Seht ihr die Liebe? Wie sie frei dort oben fliegt?
Dieser Moment liegt in Ewigkeit. Der Poet steht allein der Unendlichkeit des Ozeans gegenüber. Er ist so einsam. Wo ist seine Hoffnung?
Wie er nun dort innehält, wird er die Vergangenheit niemals vergessen. Die Zeit, kann nicht die Wunden eines Toten heilen.
Schon bald werden sich ihre Seelen wieder mit der Wildnis einen. Die Heimat, welche im Leben des Friedens und dem Tod des Krieges liegt.
Von Beginn bis zum Endpunkt, wird sie seine Hoffnung und Leidenschaft bleiben.
Doch sie können sich nicht finden.

Wir sollten die Delphine freigeben.
Wir sollten den toten und blutroten Ozean reinigen.
Unser Werk wird die Poesie sein.
Und einst wird wieder Ewigkeit sein.

We shall come to set the dolphins free.
We shall wash the dark and blood red sea.
Our Song will be the poetry.
Once again will be eternity.

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Kommentare

Das Mädchen, das du nie kennen gelernt hast.. schrieb am 2008-09-11 21:14:57:
Schön endlich wieder was neues von dir zu lesen. Hatte vor wenigen Tagen noch einen Ausschnitt von einer Geschichte in der Hand, die du mir mal geschickt hast.
Naja, dies ist das letzte mal, dass ich auf dieser Seite sein werde; dass ich an dich denke, denn du hast mir mein "irgendwann" vor paar Minuten einfach weggenommen. Die winzige Hoffnung, die du mir zuvor gemacht hast, einfach weggeblasen. Doch es soll mich ab nun nicht mehr kümmern. Mein Leben geht weiter, genauso wie deins.
Das es irgendwann dazu kommt, war mir bewusst. Doch ich wollte nie wahrhaben, dass das so schnell geht. Über ein einhalb Jahre haben wir uns "gekannt" und gegenseitig viel von einander erzählt. (Ich weiß immer noch dass dein Teppich zur Wandfarbe passt ^^)..
Vielleicht treffen wir uns irgendwann am Ende der Welt bei unserem Lieblingschinesen, vielleicht dann, wenn gerade die Sonne untergeht und das Buffet eröffnet wird.
Ich wünsche dir noch eine wunderbare Zeit.. ciao!

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