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Kategorien > Beziehungen > Träume

Lunar Eclipse

von Kalliope

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1. Kapitel
Mit einer Geschwindigkeit, dass sie fast die alten Damen, die mit ihren Pudeln spazieren gingen,
umfuhr, raste Lilian mit ihren Inline-Skates den Asphalt durch den Stadtpark entlang. Sie hatte es
heute eilig - Michael hatte ihr vor ein paar Minuten, als sie noch zu Hause war, eine sms
geschrieben. Die Melodie zu ihrem neuesten Song war fertig, und die musste Lilian natürlich sofort hören - besser gesagt selbst singen. Eigentlich wollte sie heut nicht weiter tun, als sich mit ihren Freunden hinten auf dem Parkplatz zum Musik hören zu treffen. Ihrer Meinung nach war es viel zu heiß, um irgendwas zu machen - obwohl sie erst Anfang Juni hatten. Aber sie konnte natürlich das Treffen mit Michael, dem Gitarristen ihrer Band nicht sausen lassen, nur weil sie keine Lust hatte. Außerdem freute sie sich auch irgendwie darauf, den Nachmittag mit ihm zu verbringen, denn für Lilian war Michael schlicht und einfach der coolste Typ, den sie kannte und sie konnte froh sein, dass sie seine Sängerin war - auch wenn sie das am Anfang gar nicht wollte. Es war nicht gerade Lilians Art, sich Leuten aufzudrängen - Wichtigtuer und Angeber haßte sie wirklich. Nun, sie konnte jedoch nicht abstreiten, dass ihr, seit es ihre Band Lunar Eclipse gab, an den Nachmittagen nach der Schule selten langweilig war, und sie es kaum abwarten konnte, heimzukommen, um zu proben.
Lil, die mit den Gedanken ganz wo anders gewesen war, merkte plötzlich, dass jemand ihren
Namen rief. Sie machte eine chaotische Drehung, um zu bremsen (eine der Omis schüttelte empört den Kopf) und sah sich um. Auf der Lehne einer Parkbank auf der Wiese hockten drei Jungs aus Lilians Schule. Simon, der in die Oberstufe ging, sagte: “Hey Lilian! Na, mal wieder unterwegs zum Proben?!”
“Jep”, antwortete sie knapp. “Mann, hier is’ es vielleicht langweilig...außer dir ist noch keiner vorbeigekommen, den wir kennen.”, murrte Ty, der mit Lilian zusammen in die zehnte Klasse ging. “Und wieso seit ihr nicht im SaM?” gab Lil zurück. Das SaM war der beliebteste Jugendclub der Stadt, man ging, meistens gleich nach der Schule, hin, um dort Mittag zu essen, Computer, Schach, Billard oder Fußball zu spielen, Hausaufgaben zu machen oder bloß mit seinen Freunden rumzuhängen. “Da sind heut bloß die Kleinen.” Larry verdrehte die Augen. “Na dann kann ich euch auch nicht helfen. Ich muss jetzt, man sieht sich.” Froh, um jede weitere Diskussion herumgekommen zu sein, fuhr Lilian weiter. Auf die schlechte Laune der Jungs hatte sie sowieso keinen Bock.

Als sie bei Michael ankam, sah sie den rotbraunen Wuschelkopf ihrer besten Freundin aus Michaels Zimmerfenster im Dachgeschoss des Hauses lugen. Etwas außer Atem rief sie: “Hey Meg! Du bist auch da?!”
“Ja, stell dir vor, mich gibt’s auch noch!”, rief ihre beste Freundin beleidigt zurück. Lilian runzelte
die Stirn. Was war bloß los? Irgendetwas stimmte nicht mit Megan. Das ging schon die ganze Woche so. Oder täuschte sie sich nur? Immerhin war Megan für ihre extreme Launigkeit bekannt.
Als sie die Skates ausgezogen hatte und zur Tür gehen wollte, erschrak sie, weil Michael im
Türrahmen lehnte, ohne dass sie ihn gehört hatte. “Hi!” sagte er grinsend. “Ey du Schuft, du sollst
mich nicht immer so erschrecken!” Lil boxte den Jungen in die Seite und folgte ihm ins Haus.
Megan fläzte sich auf Michaels Sofa- sie sagte nicht mal hallo, als Lilian reinkam. Diese zuckte nur mit den Schultern, und wandte sich Michael zu. Er drückte ihr ein Notenblatt in die Hand. “Das ist es dann.”, sagte er. “Aber willst du erst mal was trinken? Hätt’ ich fast vergessen zu fragen.” Lilian nickte, und sie gingen die Wendeltreppe hinunter in die kleine, aber gemütliche Küche.
Michael war so süß, mit seiner schüchternen Art!, dachte Lilian. Obwohl sie eigentlich wußte, wie
sehr sie ihren Bandkollegen und besten Freund mochte, würde sie es niemals vor jemand anderem zugeben. Lilian überlegte schon ewig, wie sie rauskriegen könnte, ob Michael sie mochte. Den meisten Jungs war Lilian nämlich zu verrückt - das hatten sie ihr schon oft genug gesagt. Sie musste lächeln - übel nehmen konnte sie es ihnen nicht, wenn sie daran dachte, wie sie in den letzten Sommerferien eine Scheibe der Schule im ersten Stock zerschmissen hatten, um Nicoles Handy rauszuholen - was ihre Idee gewesen war. Oder wie sie einen der Jungs ihrer Schule zum Wett-Inline Skating herausgefordert hatte, weil er eine Klassenkameradin beleidigt hatte, nur weil sie schlecht in Sport war. Wenn sie verloren hätte, hätte sie ihre aschblonden Haare abschneiden müssen - und die hatten ewig gebraucht, um so lang zu werden. Da sie aber gewonnen hatte, erreichte sie, dass sich der Junge entschuldigte und das Mädchen in Ruhe ließ.
Jedenfalls dachte Lil, Michael war einfach zu perfekt für sie - mit seinen schwarzen Haaren und
dem süßen Lächeln. Gerade schenkte ihr so ein Lächeln, als sie sich für die Limo bedankte.
Michael wohnte auf dem Dachboden des Hauses - als er noch im zweiten Stock wohnte, hatte er mit der E-Gitarre das ganze Haus unterhalten. Wieder oben mit den Getränken besprachen sie den neuen Song. “Also, es ist in F”, sagte er. “Meg wollte es ja nicht in B haben.” Er warf Megan einen verärgerten Blick zu. “Ja, ja, ich bin Schuld.”, sagte sie genervt, ohne von der bunten Zeitung
aufzusehen, in der sie las. “Sag mal, Meg”, begann Lilian, “Was machst du überhaupt hier, wenn du so schlechte Laune hast? Es wäre besser, wenn du dich zu Ty, Simon und Larry gesellen würdest - die hängen im Park rum und sind genauso schlecht drauf wie du.” Megan setzte sich auf. “Ich hab keine schlechte Laune”, behauptete sie stur. “Und bevor ich zu den drei Idioten in den Park geh’, häng’ ich doch lieber hier rum.”
Hochnäsig wie eh und je, dachte Lil. Michael verdrehte nur die Augen. “Sagt mal, Ladys, könnt ihr
euch vielleicht das nächste Mal draußen streiten?” Lilian gab sich geschlagen. “Jaa, is’ gut”,
murmelte sie. Megan war Schlagzeugerin - Lilian wunderte sich: Seit wann diskutierte sie mit Michael über Noten?! Sie war eigentlich die Expertin in Sachen Takt und Rhythmus. Lil riss sich aus ihren Gedanken - “Jaa, F ist okay.”, sagte sie versöhnlich. Sie begann den Refrain vor sich hin zu summen.
“Lunar eclipse” war die Band von ihrem Jugendclub, dem SaM, und sie spielten zwar hauptsächlich Cover von großen Bands, aber sie hatten auch ein paar eigene Songs.
Als Lilian die Melodie kannte, sang sie lauter. Sie passte genau zu dem Text. “Es ist toll geworden”, sagte sie begeistert. Michael war sichtlich darüber erleichtert, dass es Lil gefiel. Er hatte keine Lust, mit den Noten noch mal von vorn anzufangen, wie es oft der Fall war.
Lilian nahm einen Schluck von ihrer Limo und sah Megan an: “Was sagst du dazu?”
“Ja, mir gefällts auch. Macht mal zusammen, mit Mikro und Verstärker.”, forderte sie ihre beste
Freundin auf. Offensichtlich versuchte sie, sich zusammenzureißen. Sie gingen rüber in den
Abstellkammer-Probenraum, und Megan und Lilian hockten sich

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Kommentare

jeppa schrieb am 2006-04-05 19:21:22:
FFFFFFFFFFFFFortsetzung :-)
Kalliope schrieb am 2006-03-30 19:34:42:
Hallo!
Es wäre schön, wenn ihr meine Geschichte kommentieren würdet, das würde mir auch bei der Vortsetzung helfen. Ich wollte eigentlich das zweite Kapitel erst einsenden, wenn ich ein paar Kommentare habe ;)
Kalliope

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