Lunar Eclipse
von
Kalliope
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Anspielung.
“Kommst du Samstag Nachmittag zu Megan? Bandprobe, fürs Konzert. Die anderen wissen schon gar nicht mehr, wie du aussiehst. Eine richtige Band probt mindestens fünf mal die Woche, und zwar vollzählig. Das hat Curt Cobain zumindest gesagt.” Phil entgegnete entrüstet: “Jaa, du musst auch noch auf mir rumhacken! Vielleicht kann ich noch was dafür, dass ich zu meiner Oma musste - hatte aber auch seine Vorteile.” Lil runzelte die Stirn. So schnell, wie Phils Stimmung immer umschwang, könnte man denken, er würde nie etwas ernst meinen. “Ich frag mal lieber nicht, was du wieder gemacht hast. Also, kommst du, oder nicht?!” fragte Lilian, ungeduldig mit den Fingern auf ihren Schreibtisch klopfend. Phil nickte (er hatte die Angewohnheit, selbst am Telefon zu gestikulieren). “Jaa, ja.”
“Also bis dann...”, sagte Lilian. “Yes, see ya.”, antwortete Phil in seiner supercoolen Art und legte
auf.
Später fiel Lilian todmüde ins Bett. Zum Glück sind bald Ferien, dachte sie. Dann kann ich mal
wieder richtig ausschlafen... Ehe sie noch weiter darüber nachdenken konnte, war sie schon
eingeschlafen.
Zur gleichen Zeit hockte Michael in seinem dunklem Zimmer auf dem Fensterbrett und schaute
hinaus. Am Himmel stand der Mond als blasse, dünne Sichel und leuchtete zwischen schwarzen
Wolken hervor. Lunar eclipse...an dem Tag, an dem sie die Band gegründet hatten, war
Mondfinsternis gewesen - das war jetzt fast sechs Monate her, und die Band war richtig gut
geworden. Vor allem, seit Lilian ihre Sängerin war.
Er dachte an den Tag, an dem er das Mädchen kennen gelernt hatte. Das war noch vor der Band
gewesen, er war neu in die Stadt gezogen und nach zwei Monaten mit Phil zum ersten Mal in den
Jugendclub gegangen. Dort stritten sich gerade ein paar Mädchen um den Proberaum: Unter ihnen waren Lilian und Megan gewesen, welche die anderen Mädchen mit vereinten Kräften anbrüllten. Im Nachhinein hatte sich dann übrigens rausgestellt, dass die zwei im Recht waren, weil sie sich eher in die Benutzerliste des Probenraumes eingeschrieben hatten. Michael war beeindruckt davon gewesen, mit welcher Willensstärke die Beiden sich durchgesetzt hatten, und mochte sie von Anfang an. Die Mädchen aus seinem alten Wohnort hatte er nämlich noch in ganz anderer Erinnerung. Schließlich waren sie ins Gespräch gekommen, und er hatte von Megan erfahren, dass sie Schlagzeug spielte.
Bald darauf gründeten die neuen Freunde ihre Band - Phils damalige Freundin Cathryn war ihre
Sängerin. Aber sie trennte sich zwei Monate darauf von Phil, und in Folge dessen und
unvermeidlich auch von Lunar Eclipse. Da standen Michael, Phil und Megan ohne Sängerin da,
doch es war nur eine Frage der Zeit, bis Lilian endlich zusagte. So ganz hatte Michael nie erfahren, was der Grund für ihr Zögern war - diesbezüglich war ihm Lilian ein Geheimnis, was er wohl nie ganz begreifen würde.
In diesem Moment fing sein Handy an, “Under the bridge” zu spielen. Es war Phil, der so spät noch anrief: “Hey!”
“Was willst du so spät noch?”, fragte Michael unfreundlich. “Ah, gut, du bist noch wach.”,
antwortete Phil bloß. “Weißt du schon, dass wir Samstag bei Meg proben?”
“Nee, haben Lilian und sie das ausgemacht?” Phil grinste. “Hab ich mir schon gedacht, dass sie dirs nicht gesagt haben. Deshalb hab ich dich lieber noch mal angerufen. Es ist ja schon ein Wunder, dass die Gute mich informiert hat. Sie dachten höchstwahrscheinlich, dass es logisch wäre, in Folge dessen, dass wir für gewöhnlich immer Samstag Nachmittag spielen.”
Phil ist heute wieder mal sehr schwer zu verstehen, dachte Michael.
“Na egal. Ich wollt dir noch erzählen, unsere Oma hat ne neue Nachbarin! Ihre Tochter ist totaaal
süß! Sie ist genauso alt wie ich...” Michael schaltete ab und ließ seinen Kumpel plappern.
Irgendwann hörte er seinen Namen: “Was meinst du, Michael?”
“Jaa...sicher doch...ich wünsch dir viel Glück.” Bevor Phil wieder mit reden anfangen konnte, sagte
Michael: “Du, Sorry, aber ich bin todmüde. Ich mach Schluss - bis denn.”
“Ja gut, bis die Tage.”
Mhm. Phil gab wohl nie auf. Dauernd auf der Suche nach ner neuen Freundin. dachte Michael. Er
griff nachdenklich nach seiner schwarzen Konzertgitarre, die am Fenstersims lehnte. Er zupfte das Erste, was ihm einfiel - eine Ballade. Leicht und fließend glitten seine Finger über die Saiten. Als schließlich der letzte Ton leise verklang, stellte er die Gitarre bei Seite und kroch ins Bett, von wo aus er noch lange den hellen Mond durchs Fenster leuchten sah.
Fortsetzung folgt....
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Kommentare
jeppa schrieb am 2006-04-05 19:21:22:
FFFFFFFFFFFFFortsetzung :-)
Kalliope schrieb am 2006-03-30 19:34:42:
Hallo!
Es wäre schön, wenn ihr meine Geschichte kommentieren würdet, das würde mir auch bei der Vortsetzung helfen. Ich wollte eigentlich das zweite Kapitel erst einsenden, wenn ich ein paar Kommentare habe ;)
Kalliope
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