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Kategorien > Beziehungen > Träume

Lunar Eclipse 2

von Kalliope

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2. Kapitel
Schließlich war endlich Samstag, die Woche war nur sehr zäh vorbei gegangen. Die Bandprobe
stand an, also fuhr Lilian nach dem Mittagessen mit ihrem Fahrrad zu Megan. Diese wohnte ganz in der Nähe, und es war ein schöner Sommertag. Lilian genoss die Fahrt sehr.
Für die Probe war sie noch etwas zu früh, also setzten sich die beiden mit Erdbeeren und KiBas auf die Hollywoodschaukel in den Garten und quatschten endlich mal wieder ausgiebig. Lilian erinnerte sich an das Gespräch mit ihrer Mum vergangenen Mittwoch und fragte Megan nach ihrer Familie.
Diese seufzte. “Ich wollte es dir schon lange erzählen.” sagte sie und setzte sich auf. “Vor zwei
Wochen ist der Halbbruder meines Vaters gestorben. Zusammen mit seiner Frau, er ist nachts
betrunken Auto gefahren, und kam von der Fahrbahn ab, wo er gegen einen Baum gefahren ist.”
“Oh nein! Das tut mir Leid!” rief Lilian erschrocken.
“Na ja.” zögerte Megan. “Ich will jetzt nicht sagen, dass mir das egal ist, aber wir hatten eigentlich
nichts miteinander zu tun, ich hab ihn auch noch nie gesehen. Er lebte weit weg von hier. Es ist nur so - sie hatten einen kleinen Sohn, Felix. Er ist erst drei Jahre alt, war, als der Unfall passierte, bei seiner Babysitterin. Jedenfalls sind wir jetzt seine letzten lebenden Verwandten, wenn man mal von seinen Großeltern absieht, und die sind zu alt, verstehst du? Jetzt will mein Vater den Kleinen bei uns aufnehmen, weil er sich schuldig fühlt, dass er vor Jahren den Kontakt zu seinem Bruder abgebrochen hat, als dieser von zu Hause abgehauen ist. Frag mich nicht, ist alles sehr kompliziert, Dad hat mir das nie erzählt. Ich hab es vor ein paar Tagen von mom erfahren. Und des wegen haben sich meine Eltern gestritten, denn Mom will, dass er in ein gutes Heim kommt. Na ja, ich kann sie auch irgendwie verstehen, wir sind ja schon zu dritt, und Dad ist arbeitslos. Wir können gradeso das Haus bezahlen, und wir haben eigentlich auch keinen Platz mehr.”
“Ich - ich weiß gar nicht was ich sagen soll - das wusste ich nicht.” sagte Lilian sprachlos.
“Kannst du auch nicht.” lächelte Megan. “Jedenfalls rast mein Vater jetzt überall herum, wegen dem Papierkram. Und das, obwohl sich meine Elter noch nicht mal entschieden haben. Nächstes Wochenende ist die Beerdigung, und sie wollen, das ich mitkomme.”
“Und was denkst du darüber?” fragte Lil. “So eine Beerdigung ist doch ganz schön
Nervenaufreibend, oder?”
“Ich weiß nicht, kann schon sein. War noch nie auf einer. Ich weiß nur, dass ich meinem Vater zur
Seite stehen muss, wenn es soweit ist.” antwortete Megan und nahm sich noch eine Erdbeere.
“Das finde ich toll, dass du das machen willst.” sagte Lilian bewundernd. “Ich hätte auch gern so
einen Vater, der immer für dich da ist und du für ihn. Es ist seltsam, ohne ihn aufzuwachsen. Als ich zehn war, habe ich meine Mutter imme rnach ihm gefragt. Sie sagte nur, ich solle sie nie wieder fragen, weil ich nur enttäuscht wäre.”
“Weißt du, ich bewundere dich auch oft.” gestand Megan. “Du hast so eine tolle Beziehung zu
deiner Mutter, und du kannst machen, was du willst. So ein Vater kann auch ganz schön
anstrengend sein, vor allem, wenn er solche altmodischen Ansichten vom Ausgehen usw. hat, so
wie meiner.”
Lilian sah abwesend durch den Vorgarten auf die Straße. “Wenn meine Mum doch nur mal zu
Hause wäre...” sagte sie leise.

Nach anderthalb Stunden kam Michael, direkt von seinem Gitarrenunterricht. Phil kam zwanzig
Minuten zu spät, weil angeblich “der Bus Verspätung hatte”. Er sah aber sehr verschwitzt aus, so als wäre er gerannt, und seltsamer Weise hatte er rote Flecke auf der rechten Wange. Mit einem
Grinsen sagte Megan zu ihm: “Geh dich waschen.”
Als Phil, jetzt leicht rosa angelaufen, wieder auftauchte, hatte Michael die Gitarre gestimmt, an den Verstärker angeschlossen und war gerade dabei, ihn richtig einzustellen. Megan spielte sich bereits ein und Lilian machte ein paar Gesangsübungen. “Los, los, wir müssen noch die Lautstärke überprüfen!” wendete sich Michael an Phil, als dieser in die Garage von Megans Eltern kam, in der sie spielten. Sie hatte eine direkte Verbindung zum Haus. Also stellte nun auch Phil den Verstärker seiner Bassgitarre ein. Das Problem war nämlich, dass wenn Michael seine E-Gitarre zu laut stellte, man den Bass möglicherweise nicht mehr hörte. Als alle fertig waren, spielte Megan einen Tusch und sagte vergnügt: “Na dann laßt uns mal anfangen.”
“Die Coversongs, wie üblich?”, fragte Lilian. “Jep.”, antwortete Michael. “Ich kann jetzt ‘Only
happy when it rains’ ”, fiel Lil ein. “Vielleicht könnten wir das gleich mal üben..”
“Warum nicht!”, antwortete Michael. “Eins, zwei, drei, los!”

“I'm only happy when it rains
I'm only happy when it's complicated
and though I know
you can't appreciate it
I'm only happy when it rains
You know I love it when the news is bad
and why it feels so good to feel so sad
I'm only happy when it rains

Pour your misery down...”
“Stop stop stop!”, rief Michael. “So geht das nicht!” Phil kann den Refrain nicht...”
So oder so ähnlich ging es den ganzen Nachmittag weiter, bis Lilian auf ihre Armbanduhr sah und rief: “Verdammt, es ist ja schon um sechs! Ich hab meiner Mum versprochen, halb sechs zu Hause zu sein!”
“Ja, machen wir Schluß für heut!”, sagte Michael. Er packte sein Zeug ein und holte sein
Handy heraus, um seiner Mutter eine sms zu schreiben.

Lilian und Phil waren schon weg, während Michael noch auf seine Mutter wartete, die ihn abholen
wollte. Er stand draußen auf der Straße und flirtete mit zwei Mädchen - das heißt, eigentlich flirteten sie mit
ihm: “Oh bitte, laß uns nur einmal zuhören, ja?! Wir sind auch ganz lieb!” Michael wich aus:
“Ähm, das glaub ich euch auch, es ist nur so, dass...” Aber er konnte nicht weiterreden, denn da fiel ihm die Andere schon ins Wort: “Ach, komm schon, du bist doch sonst nicht so...” In dem Moment kam eine wütende Megan aus der Garage: “Los, haut ab, was wollt ihr hier? Das ist hier kein Bahnhof, wenn...” Angesichts der wutschnaubenden Megan sagte eines der Mädchen schnell: “Ja, ist gut, wir haun ja schon ab, brauchst nicht gleich so biestig werden. Komm, Bianca.” Sie schwangen sich auf ihre Fahrräder und fuhren davon. Michael blickte die Drummerin mit einem Was sollte das denn - Blick an: “Ich dachte eigentlich, das wär hier ein freies Land, wo sich jeder mit jedem auf der Straße unterhalten kann, der will.” Um ihre offensichtliche Eifersucht zu überspielen sagte sie schnell und etwas zu laut: “Na, die gehn mir auf die Nerven. Da kann man ja gar nicht spielen, bei dem Lärm.” Sie drehte sich um und stapfte wieder in die Garage.
Was war das denn wieder? Megan hätte ihm auch einfach zur Hilfe kommen können, und sagen,
dass die Probe schon zu Ende war, da die Weiber ihn ja nicht hatten ausreden lassen. Anstatt diesem Zirkus... Michael seufzte. Wenn er noch weiter so tat, als bemerke er ihre Gefühle nicht, würde sie sich noch bis in alle Ewigkeit

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Kommentare

chucky schrieb am 2006-04-10 23:51:20:
mehr mehr mehr *lächz*

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