Lunar Eclipse 3
von
Kalliope
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3. Kapitel
Es war Dienstag Nachmittag, und die Mitglieder von Lunar Eclipse verbrachten ihre Zeit wie
meistens im SaM, dem Jugendklub der Stadt. Lilian saß im Computerraum und schrieb an einem Artikel, Megan hockte an der Bar, beobachtete den neuen Barkeeper, den sie sehr interessant fand (er war 19, also schon mit der Schule fertig, und einige Mädchen erzählten überall herum, dass er im Gefängnis gewesen sei) und aß einen Cheeseburger. Phil spielte draußen Tischfußball mit ein paar Kumpels, und Michael war noch auf dem Weg, er musste erst seine kleine Schwester aus dem Kindergarten abholen, ehe er herkommen konnte.
Als er eintrudelte, kam der Leiter des SAM, der “zufällig” genauso hieß wie sein Club (SAM stand
für ‘Scaremongers and Maniacs’), auf sie zu: “Seid ihr alle da, ja?!”, fragte er ohne Begrüßung.
“Phil spielt Fußball.”, antwortete Lilian, ohne von ihrer Arbeit aufzusehen. Es gab hier wenig ruhige Momente, in denen sie sich auf ihr Schreiben konzentrieren konnte. Trotzdem tat sie das lieber hier, statt allein zu Hause. “Ich geh ihn holen.”, sagte Michael, warf seinen schwarzen Rucksack im Gemeinschaftsraum auf die Couch und ging nach draußen. Die anderen folgten Sam in sein Büro.
Als alle vier dort versammelt waren, sagte Sam ohne Umschweife: “Es geht um euren Gig.”
“Haben wir denn einen?” ,fragte Phil. “Das hängt von euch ab, seit eurem ersten und bis jetzt letzten Konzert vor vier ein halb Monaten gab es große Nachfrage.”
“Nicht zu fassen.”, wunderte sich Phil daraufhin. “Zeitraum?”, fragte Megan. “Kommt darauf an,
wie lange ihr zum Vorbereiten brauchen würdet.”, meinte Sam. “Na ja, es ist nur so, dass wir in vier Wochen schon auf dem Abiturientenball spielen, also haben wir ohnehin nicht viel Zeit.”, bedachte Michael. “Und das ist, glaube ich, sehr wichtig für uns als Band.”
“Das ist ja schön für euch, ich muss das aber jetzt planen, denn es sind bald Sommerferien, dann brauchen wir auch nicht mehr anfangen. Überlegts euch.”, wandte Sam ein. “Und wenn wir einfach in etwa das selbe Programm spielen, ich mein, wenn wir’s sowieso schon einüben müssen?!”, schlug Lil vor. Megan schüttelte den Kopf. “Und wann willst du das üben, in noch kürzerer Zeit?” fauchte sie. Ihr passte die ganze Sache überhaupt nicht. Klar, Auftritte waren schön und gut, schließlich hatten sie erst einmal auf dem Schulfest, auf zwei Partys und einmal im Jugendclub gespielt, aber der Abiball reichte ihr an sich schon. Sie musste ziemlich viel zu Hause helfen, und in der Schule lief es auch nicht so besonders. Und nun noch die doppelte Zeit mit der Band verbringen, und dabei die ganze Zeit Lilian und Michael zu sehen...so richtig hatte sie das Ganze noch nicht verdaut. Denn trotz allem hatte sie sich sozusagen für ihre beste Freundin geopfert, doch es passierte nichts, gar nichts...Warum bekam keiner der Beiden nur etwas mit?, fragte sie sich.
Wie natürlich zu erwarten war, fand Michael Lilians Vorschlag toll: “Warum nicht, dann könnten
wir die Publikumsreaktionen beobachten und hätten schon ein Feedback, dann wären wir viel besser vorbereitet!” Michael hatte den Streit, der sich zwischen Lil und Meg anbahnte, schon von weitem gerochen, und wollte dem natürlich aus dem Weg gehen. Mit der Zeit hatte er ein feines Gespür für solche Vorfälle entwickelt, wenn er auch nie verstand, warum sich die Zwei ständig stritten. Vor allem, wenn er an Megs und sein Gespräch am vorigen Samstag dachte, als Megan ihre beste Freundin so verteidigt hatte, wußte er sich gar nicht mehr zu helfen. Seine Gedanken abschüttelnd setzte Michael hinzu: “Wir müssten uns dann natürlich voll reinhängen.” Er sah in die Runde. “Na klar doch.”, meinte Phil sofort. Lilian nickte. Jetzt sahen alle zu Megan. “Bitte, wenn ihr meint. Aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt, wenn wir es nicht schaffen.”
Tolle Bereitschaft. dachte Michael. Aber dann sagte Megan plötzlich: “Dann müssen wir aber auch
gleich anfangen.” Ihre Energie kehrte langsam zurück. Es war ohnehin sehr ungewöhnlich, dass sie an etwas zweifelte. “Schön!”, freute sich Sam. “Dann brauchen wir jetzt noch den genauen
Termin.” Phil bekundete sofort seine Meinung dazu: “Ich bin für den Freitag vor dem
Abschlussball, dann hätten wir noch eine Woche Zeit zum ausfeilen.”
“Seit wann denkst du denn so praktisch?”, witzelte Megan. Doch zu sich selbst sagte sie: Seltsam, seit dieser Band wachsen wir langsam und stetig über uns selbst hinaus. Sie dachte auch an die Arbeit, welche sie sich selbst gerade aufgehäuft hatte. “Ja gut, dann meld ich euch heute noch an und den Rest besprechen wir dann, wenn alles genehmigt ist.” antwortete Sam zufrieden. Eine Band war immer gute Promotion für ein Jugendhaus. “Also, was sitzen wir hier dann noch rum?”, fragte Megan. “Jaa, gehen wir zu mir, ich habe die Songlisten da. Müssen ja mal mit der Auswahl anfangen.”, fügte Michael hinzu.
Bei Michael angekommen, hockten sich alle auf die weichen Teppiche auf den Fußboden seines
Zimmers und breiteten die Songlisten aus. Darauf standen alle Cover, die sie schon drauf hatten,
die, welche sie noch üben mussten und Songs, die sie noch nie gespielt hatten. Des weiteren waren die Programme ihrer bisherigen Gigs dabei, sowie ihre - hauptsächlich von Michael und Lilian - selbstgeschriebenen Texte. Sie rechneten nach, wie viel Songs sie in der Zeit spielen konnten, suchten Auftakt und Schlusslied aus, und überlegten, was sie zwischendurch erzählen konnten.
Dann begann die eigentliche Liedauswahl: Besonders wichtig war, das Programm
abwechslungsreich zu gestalten. Darum mussten sich schnelle, lautere Songs mit tanzbaren und mit ‘Kuschelsongs’ abwechseln. “Nicht zu viel Schmalz für das SAM, nicht zu rockig für den Abiball.”, fasste Megan zusammen. Lilian schnaubte. Was Megan alles so als Schmalz zu bezeichnen pflegte...
"Wie wärs mal mit etwas Lustigem, wie zum Beispiel ‘Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord’ ”, schlug Phil vor. Dafür erntete er jedoch nur vorwurfsvolle und besorgte Blicke. Das Ganze war natürlich ein ziemlicher Streitpunkt für die Band, weil jeder so seine Lieblingssongs dabei hatte, die er unbedingt spielen wollte. “Wir können aber nur Lieder nehmen, die wir schon bringen oder wenigstens fast! Dieses haben wir erst zwei Mal gespielt!”, versuchte Michael alles mit Ruhe zu erklären, damit sie sich nicht ernsthaft stritten wegen so was. Das war jedoch nicht immer ganz einfach. Megan passte auf, dass der Gig nicht doch noch zu lang wurde, und musste so die Soli kürzen: “Schließlich spielen wir auf dem Ball nicht zur
Unterhaltung, sondern zum Tanzen, während es im Club eher andersherum ist.”, erklärte sie Phil.
Von ihren eigenen Songs nahmen sie erst mal nur drei mit auf, weil die noch am Unsichersten
waren.
Am Ende blieb nur noch ein Reibungspunkt: Lilian wollte unbedingt ‘Bittersweet Symphony’
singen, Michael fand den Song jedoch zu lang und meinte, er würde nicht so gut über kommen, da ihnen ja die Streicher fehlten. Lilian wußte
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Kommentare
Tati schrieb am 2006-04-20 20:15:02:
*lechz* fortsetzung büddö!
Melli schrieb am 2006-04-19 22:07:04:
FORTSETZTUNG!!!!!!! Ich will die Fortsetztung BITTE!
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