Machos und ihre aufgemotzen Karren
von
Retschi
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Die supercoolen, lederjacketragenden Machos mit ihren übertrieben aufgemotzten, schon von weitem hörbaren Autos, die schon nach kurzer Zeit wieder bei der Polizei stehen, weil sie mal wieder zu schnell waren, gehen an mir vorbei, mit einem Hüftschwung, der mich direkt erzittern lässt. Ich grüße sie mit einem leisen „Hi!“ Sie grüßen nicht zurück, weil sie ja zu cool sind um eine graue Maus wie mich zu grüßen. Ich gehe weiter, sie gehen weiter. Schon nach kurzer Zeit höre ich ihre übertrieben aufgemotzten Autos und ein paar Minuten später, eine Polizeisirenen. Hab ich’s nicht gesagt!? Die doofen Tussis, die den übertrieben aufgemotzten Autos, der supercoolen, lederjackentragenden Machos nach gewunken haben, schaun überrascht, als ob sie es nicht gewusst hätten, dass gleich die Polizei kommen würde. Die supercoolen Machos sind plötzlich alles andere als supercool. Nicht das heute das erste Mal wäre, dass sie von der Polizei, die immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, heimgesucht worden wären, aber anscheinend hatten sie mit den doofen Tussis, die einen Hund als Handtasche tragen, etwas hochprozentigen Alkohol getrunken, der sicher billig war, denn die supercoolen, lederjacketragenden Machos haben zwar ein übertrieben aufgemotztes, schon von weitem hörbares Auto, aber dafür keine Geld. Das haben sie für das Edeltuning ausgegeben, um bei den doofen Tussi, die ihre Titten übertrieben aufgemotz haben, zu landen. Natürlich nur eine Bettgeschichte, damit sie bei den anderen lederjacketragenden Machofreunden, die überhaupt keine Freunde sind, anzugeben. Denn wen jemand eine richtige Beziehung mit wahren Gefühlen hatte, wurde er abgeschrieben. Er war also kein supercooler Macho mehr, er trug keine Lederjacke mehr und fuhr kein übertrieben aufgemotztes Auto. Nein, ganz im Gegenteil. Er war ein NICHTS. Nothing. Und das wollte niemand riskieren und auch die Tussi rannten mit ihren Hundehandtaschen herum, denn sonst würde ihnen dasselbe Schicksal passieren, wie Ilse: Sie hatte sich in einen supercoolen Macho verliebt, der ausnahmsweise keine Lederjacke trug, weil er eine Allergie gegen Leder hatte. Er hatte sich auch in sie verliebt, weil sie keine aufgemotzten Titten hatte, weil sie eine Allergie gegen Silikon hatte. Kurze Zeit später heirateten sie und bekamen Kinder. Sofort waren sie bei ihren Freunde, die keine Freunde waren, abgeschrieben. Sie war keine hundehandtaschentragende Tussi mehr und er fuhr kein aufgemotztes, sowieso hässliches Auto sondern wurde Polizist. Ja man mag es kaum glauben, dass ein supercooler Macho einmal Polizist, dein Freund und Helfer, wird. Und sie ist jetzt Sextherapeutin. Erfahrungen hat sie in ihrer Tussizeit ja bestimmt gesammelt. Warum sollte sie sie also nicht weitergeben?
Mittlerweile hat die Polizei die schon von weitem hörbaren Autos beschlagnahmt. Die Führerscheine von den gar nicht mehr supercoolen, aber immer noch lederjacketragenden Machos wurden von ihren Freunden und Helfern eingezogen. Die doofen Tussis mit ihrer übertriebener Schminke laufen, nein so kann man das gar nicht nennen, stolpern zu den mittlerweile bleich angelaufenen Machos hinüber, um ihnen um den übertrieben aufpumpten Hals zu fallen. Die supercoolen Machos wollen natürlich wieder lässig rüberkommen, also versuchen sie ihre Unsicherheit zu überspielen. Die pinkenminirocktragenden Tussis versuchen die supercoolen Machos aufzuheitern, natürlich ihrem Niveau entsprechend, mit ihren aufgemotzten Titten. Die supercoolen Machofreunde, die keine Freunde sind, werfen sich einen vielsagenden Blick zu. Und schon nach äußert kurzer Zeit verschwinden sie mit ihren doofen Tussifreundinnen an einen ruhigen, abgelegenen Ort.
Also was ich eigentlich mit diesem Text sagen will, wenn ihr schon ein aufgemotztes Auto fährt und eine Lederjacke tragt, dann achtet wenigsten bei den Bettgeschichten mit den doofen Tussi, dass ihr euch nicht verliebt, denn sonst seit ihr abgeschrieben, bei euren Machofreunde, die keine Freunde sind.
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