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Kategorien > Liebe > Außergewöhnliches

Madeleine und Lilly (Teil 1)

von Linda Rottler

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"Das war ein wunderschöner Abend, wie jeder mit dir! Ich danke dir, dass ich dich gefunden habe", flüsterte er leise in ihr Ohr. Er, der keinen Namen hatte, aber immer wieder betonte, wie sehr er sie doch liebte. Sie hörte die Glocken des Kirchturms und geriet in Eile. Schnell drückte sie ihm noch einen Kuss auf die Lippen, bevor sie zu laufen begann. Die Glockenschläge veränderten sich zu einem nervigen Piepsen eines Weckers und Lilly hatte es schon wieder getan. Sie hatte schon wieder von dem Mädchen mit dem französischen Akzent und dem dunkelhaarigen Jungen geträumt, der so unglaublich gut aussah. Sie hätte einen Roman darüber schreiben können. Immer wieder sah sie das Liebespaar und kannte es seid die beiden sich kennengelernt hatten. Es war an einem milden Sommerabend, als das französische Mädchen ein Lied sang und dabei die große Brücke überquerte, während neben ihr die Sonne unterging. Als die Straßenlaternen an gingen und sie ihr Lied beendete, hörte sie einen jungen Mann "bravo" rufen. Sie drehte sich um und wusste sofort, dass es der junge Mann war, auf den wie immer wartete.
Lilly war damals der Meinung, dass alles nur dadurch kam, weil sie sich doch so sehnlichst wünschte, jemand wie diesen Jungen zu haben, der sie genau so behandelte wie der Junge das Mädchen aus ihrem Traum. Aber es gab diesen Jemand ja sowieso nicht. Sie schlug die Augen auf, als sie genug darüber nachgedacht hatte, was diese Träume zu bedeuten hatten und sie mal wieder keine Antwort fand. Irgendwo tief im Piepsen des Weckers hörte sie noch immer die Kirchenglocken und seine Worte. Und Lillys Tag begann.
"Bonjour", meinte Lilly am Frühstückstisch, so vertieft war sie noch in ihrem Traum. Sie hatte nicht vor viel zu reden, denn sie hatte furchtbare Halsschmerzen. Also beeilte sie sich, um aus dem Haus zu kommen und wieder einmal in Richtung Busshaltestelle zu gehen. Aber heute hatte sie nicht vor zur Schule zu gehen. Gestern wurde sie nämlich mal wieder heftig gemobbt. Sie wusste sich einfach nicht zu helfen, nie viel ihr der richtige Spruch ein, nie traute sie sich, allen die Meinung zu sagen und sich Respekt zu verschaffen. Also bog sie in die Seitenstraße ein und lief von dort aus aus der Stadt in den Wald. Wie selbstverständlich steuerte sie auf die Hütte zu und öffnete die kleine Holztüre, schmiss die Schultasche in die Ecke und setzte sich auf die kalte Matraze, so wie immer, wenn sie die Schule schwänzte. Nie hatte sie jemandem etwas davon erzählt und wenn sie nach einem Grund gefragt wurde, warum sie gefehlt hatte, hatte sie immer eine Entschuldigung mit gefälschter Unterschrift parat.
Sie nahm sich ein Stück Papier aus ihrem Schulblock, einen Stift dazu und begann zu zeichnen. Zuerst eine Blumenwiese und einen Regenbogen, auf das nächste Blatt dann eine Frau mit schönen Klamotten und dann das Liebespaar aus ihrem Traum. Und sie dachte an jede einzelne Szene, die sie mit den beiden erlebt hatte und träumte in den Tag...

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Kommentare

Kyouyama schrieb am 2009-01-29 15:09:02:
ja echt schön....
will auch mehr davon lesen =)
lg kyouyama
Lara-Malou schrieb am 2009-01-28 17:27:29:
Liebe Linda!
Eine bestimmt interessante Gesichte! Vor allem für mich, ich lebe in Frankreich und bin gespannt, was aus dieser Gesichte wird und ob ich vielleicht ein paar charakterzüge wieder erkenne.
Bitte weiter^^
A une prochaine, meillieurs voeux de Toulouse,

Lara-Malou

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