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Kategorien > Liebe > Außergewöhnliches

Madeleine und Lilly (Teil 2)

von Linda Rottler

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... Lilly legte sich auf die Matratze. Sie war so kalt. Der Wind pfiff draußen ein mildes Sommerlied, doch hier drin war es kalt. Lillys Leben war kalt. Über ihren Gedanken schlief sie ein. Sie sah eine Dunkelheit, dann aber helle Lichter. Ein großes, leuchtendes A war da zu sehen. Es wurde klarer. Das war kein A, es war der Eiffelturm, der in der warmen Sonne leuchtete. Groß und präsent stand er da und sonnte sich. Lillys Blick geleitete auf das Mädchen. Das Mädchen, von dem sie jede Nacht träumte. Wie hübsch sie heute war. Ihre langen, braunen haare wellten sich leicht und reflektierten die Sonne. Sie trug ein rotes T-Shirt. Lilly sah, wie ihre blauen Augen hoffnungsvoll funkelten. Lilly hatte auch blaue Augen, aber lange nicht so schöne wie das Mädchen. „Madeleine!“, hörte sie eine bekannte Stimme rufen. „Madeleine!“, hörte sie sie wieder. Das Mädchen drehte sich um und der hübsche Junge tauchte auf. Madeleine, so hieß sie also. Wie wundervoll er ihren Namen aussprach, immer und immer wieder. Mit dieser tiefen Stimme. Plötzlich hörte sie Musik im Hintergrund. Madeleine hielt die Hand des Jungen, schaute ihn an. Sie war genau so überrascht wie Lilly. „Woher weißt du ihn?“, hauchte sie in sein Gesicht. „Wen?“, fragte er. „Meinen Namen, wer hat ihn dir verraten?“ Madeleins Akzent, ihre gefühlvolle Stimme zauberte Lilly eine Gänsehaut auf den Körper. „Ich habe ihn im Traum gehört“, meinte der Junge und tat einen Schritt nach hinten womit er versuchte, Madeleine zum Tanz zu bewegen, was ihm gelang. Und sie sahen sich nur an. Sprachen nicht mehr, tanzten vor der wunderschönen Kulisse, dem leuchtenden Eiffelturm und das Bild verschwamm, Lilly wachte auf. Lillys Wärme war auf die Matratze übergesprungen, sie war endlich warm. Ein Blick auf die Uhr ließ Lilly aufschrecken. Sie musste nach Hause! Die Schule war längst schon zu Ende. Schnell nahm sie ihre Schultasche und rannte nach Hause. Wo nur war ihr unbekannter Romeo? Warum musste sie Madeleins Liebesgeschichte mitverfolgen und konnte nicht einfach ihre eigene träumen? Oder erleben? Als sie endlich zu Hause war und sich in ihr Zimmer verkroch, sah sie ihre Zeichnung an von Madeleine und dem Jungen. Sie war ganz gut, vor allem der Junge, dessen Namen sie nicht kannte. Seine Augen waren ihr gut gelungen. Sie legte das Bild zur Seite und öffnete das Fenster. Ihr fiel wieder ein, dass sie vor dem Eiffelturm ein Lied gehört hatte. Sie kannte es, doch wie hieß es? Und wie hieß der Junge? Und warum träumte sie Nacht für Nacht von der schönen Pariserin Madeleine? ...

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