Männer, wo versteckt ihr euch?!
von
leeloo
1
2
Männer, wo versteckt ihr euch?
Wie lernt man heute einen vernünftigen Mann kennen? Diese Frage habe ich mir schon abermals gestellt….und dann bin ich jedes Mal wieder alle möglichen Szenarien durchgegangen.
Im Supermarkt – In der Gemüseabteilung sehe ich ihn; er kauft so ein, dass ich daraus schliessen kann, dass er alleine lebt, oder er und seine Freundin nur wenig essen. Ich beobachte ihn aus der Weite, erspähe hie und da etwas, was er in den Einkaufswagen legt. Wenn ich Glück habe, schaut er mal in meine Richtung. Damit mein Interesse nicht auffällt, schaue ich lieber weg bevor sich unsere Blicke treffen. Was nun? Ich kann ihn ja schliesslich nicht fragen: Kaufst du auch Lebensmittel ein? Dümmer geht’s nimmer…. Fahre ich ihm also absichtlich mit dem Einkaufswagen in die Füsse? Hm…Wenn’s dumm läuft, ist er sauer und ich kann mich nicht einmal mit einem: Sorry, ich bin noch nicht ganz wach, oder einem ähnlich einfallslosem Spruch retten.
Fazit: Supermarkt, keine guten Flirtmöglichkeiten.
In der Bahn – Ich steige hinein, bin entweder am Morgen noch total verpennt, sowieso ein Morgenmuffel und weder ansehbar noch ansprechbar – oder am Abend, müde von der Arbeit, genervt von allen möglichen und unmöglichen Kunden, die wieder einmal „Tag der Super-tollen-unlösbaren-Probleme“ hatten. Also, so oder so nicht gerade in Flirtlaune – doch heute, heute sitzt ein äussert attraktiver junger Mann ganz alleine da. Ich vergesse den Tag, den ich entweder vor mir oder hinter mir habe und überlege, soll ich mich gleich zu ihm hinsetzten, oder lieber in die andere Sitzecke? Hm….schwierige Entscheidung – nachdem ich aber ca. Zwei Sekunden nachgedacht habe, ist es ein ganz klarer Fall. Er blickt kurz auf, stellt demonstrativ seinen Rucksack neben sich auf den Sitz und legt die Füsse vis-à-vis auf’s Polster. Leider steht auf seiner Stirn nicht geschrieben „Setz dich wo anders hin!“, aber dies erklärt er mir ganz sachlich und ohne Worte, in dem er einfach aus dem Fenster stiert und mich keines Blickes würdigt. Okay, okay – die Botschaft ist angekommen. Danke vielmals für deine Offenheit!
Fazit: Bahn, keine guten Flirtmöglichkeiten.
Im Internet - Von vielen Bekannten, Freunden und andere Menschen, die mein Leben gewollt oder ungewollt kreuzen, höre ich immer wieder: In einem Chatroom oder auf einer Flirtplattform kann man tolle Leute kennen lernen. Versuchs doch mal! Positiv eingestellt wie ich bin, lege ich mir einen Nickname zu und taste mich mehr oder weniger vorsichtig in die Cyberwelt ein. Unglaublich, nach 2 Minuten habe ich schon 10 Typen an der Backe! Ebenso unglaublich ist aber auch, was die alles „wollen“. Ein Typ, von dem ich gerade nur seinen Nickname weiss „Horny“ „spricht“ mich privat an. „Willst du 100 Euro verdienen? Ich möchte deine dreckige Unterwäsche kaufen“. Ich lehne dankend ab und erkläre ihm höflich „Ich wasche meine Sachen lieber – immer neue kaufen ist mir zu umständlich“. „Sweetboy“ möchte nach seinem kurzen „Hallo“ schon wissen ob ich Lust auf Cybersex habe – auch dieses „verlockende“ Angebot lehne ich ab. Später treffe ich auf „Nightwish“, der auf dem Photo aussieht, als würde er den Medikamentenschrank in seiner Wohnung als seinen besten Freund bezeichnen. Ausserdem bin ich als Frau nicht mal so extrem geschminkt wie dieser junge Herr. „Photographer“ möchte gerne ein paar „seriöse“ Sexy Photos von mir machen – auch ihm kann ich kaum widerstehen. Tue es aber trotzdem, da ich ja ein vernünftiges Mädel bin. Den krönenden Abschluss meines Ausfluges in die Cyberwelt beende ich mit „Mandy“. Kaum älter als süsse 18 – jedoch wortgewandt, als wäre sie schon 10 Jahre im Sexmillieu mit dabei. Um keine Missverständnisse aufkommen zulassen, erkläre ich ihr schon von Anfang an, dass ich Interesse an Männern habe und an Frauen nur platonisches. „Mandy“ stört dies nicht, da sie der festen Überzeugung ist, dass auch ich die geborene Homosexuelle wäre. Widerwillig steige ich auf das Gespräch ein, da ich ihr gerne erklären möchte, dass ich mich sehr wohl fühle, mit meiner Sexualität. Ein kurzes hin und her – und plötzlich bin ich für sie nicht mehr die geborene Homosexuelle sondern einfach nur eine frigide Hetero-Tussi die sowieso keine Ahnung vom Leben hat.
Fazit: Internet, keine guten Flirtmöglichkeiten (jedoch für alles andere?!)
Im Bekanntenkreis – Eine Freundin erzählt mir von einer Bekannten, die wiederum einen Bruder hat und ihr Bruder hat per Zufall einen Single-Kumpel. Ich lasse mir von ihm vorschwärmen, wie alt er ist, was er arbeitet, wo er wohnt, wie gross er ist und sogar die Schuhgrösse erfahre ich schon im Vornherein. Mit all diesen mehr oder weniger wichtigen Details lasse ich mich dann auch auf ein „Date“ zu acht in einer Diskothek ein. Schliesslich will ja meine Freundin mit dabei sein, ebenso ihre Bekannte, der Bruder der Bekannten, der Single-Kumpel des Bruders der Bekannten, drei andere junge Männer und ich. Nachdem ich allen die Hand geschüttelt habe, um den ersten Kontakt herzustellen, studiere ich bereits am Namen der zweiten Person herum, da ich mir so viele Namen einfach nicht merken kann. Ich werde mit einem Tritt ins Schienbein und einem unauffälligen Fingerzeig darauf hingewiesen, das der Typ hinter mir derjenige ist, den ich bis anhin nur als „der Single-Kumpel des Bruders der Bekannten meiner Freundin“ kannte. Ich lächle kurz in seine Richtung, fühle mich aber absolut nicht wohl, als er einen Schritt auf mich zukommt. Er riecht eher seltsam, hat wohl die Kleider seines kleinen Bruders angezogen und als er die Hand auf meinen Oberschenkel legt und mir ins Ohr flüstert: „Deine Haare sind wunderschön“ ist er für mich schon unten durch. Ich entweiche seiner nassen Aussprache, rette mich hinter meine Freundin und gucke ganz vorsichtig an ihr vorbei. Hier in meinem „Versteck“ entdecke ich ihn – Kumpel Nr. 3 – ein Lachen, dass jedes Frauenherz zum schmelzen bringt. Erst jetzt ist er mir aufgefallen – warum wohl? Ich mache mich bei ihm bemerkbar mit einem „Ja, Hallo erstmal“ um auch sogleich im Erdboden versinken zu wollen. Kumpel Nr. 3 ist nämlich der Freund der Bekannten meiner Freundin, was ich super an ihrem „Lass-die-Finger-von-ihm-oder-ich-töte-dich-Blick“ erkennen konnte. Hm…Okay. Musste ja so kommen. Ich nippe eher gelangweilt an meinem Drink, zähle die Minuten, die ich noch hier verbringen muss und werde böse überrascht, als sich ein verschüttetes, kühles Bier über meinen Beinen breit macht. Der junge Mann, der bis vor 3 Sekunden noch der Besitzer dieses Bieres war, entschuldigt sich immer und immer wieder. Natürlich bin ich zuerst recht genervt, wenn nicht sauer, aber als ich in seine funkelnden Augen sah, ist der Ärger wie weggeblasen. Der Fremde fragt: „Darf ich dir einen Drink ausgeben?“ – zurückhaltend wie ich bin, verneine ich, da es ja schliesslich jedem passieren kann, dass man mal was umschüttet. Besonders wenn man so schöne Augen hat! Darauf meint er nur gelassen „Keine Sorge, mich kostet der Drink nichts, mein
1
2
Kommentare
Demeter schrieb am 2007-08-19 20:18:31:
Total super^^
Die Probleme kennt fast jeder*g*
kaseopeia schrieb am 2007-08-17 17:28:13:
Einfach göttlich, hab mich totgelacht. echt gut, hihi
Kommentar hinzufügen