Magarite Kapitel 9
von
Lilly
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Die andere Frau
Düsseldorf
9.10.1425
Nach Tagen erreichten sie endlich wieder eine größere Stadt, Düsseldorf, ihre Vorräte neigten sich dem Ende zu und sie litten langsam Hunger. Es war in den letzten Tagen kalt geworden, der Winter würde bald Einzug halten.
Unbemerkt schleusten sie sich mit Fuhrleuten durch das große Stadttor. Es schien ein großes Fest anzustehen, denn unzählige Menschen befanden sich mit festlich geschmückten Fuhrwerken um sie herum.
Sie schlichen mit ihren Pferden durch dunkle Gassen und Margarite fragte etwas nervös: „Wohin gehen wir?“
„Zu einem Freund.“
Sagte Max ohne sie anzusehen. Vor einem großen gepflegten Haus blieben sie stehen und Maxwell meinte:“ Wartet hier.“
Er übergab Ben die Zügel seines Wallachs und trat etwas zögerlich auf das Haus zu.
„Was ist das für ein Freund?“
Ben zuckte mit den Schultern und sagte gähnend:“ Ich habe keine Ahnung, ich kenne keine Freunde meine Cousins.“
Sie sahen wie er an der Tür klopfte und diese kurz darauf von einem Bediensteten geöffnet wurde. Sie hörten nicht was er sagte, sahen aber, dass die Tür wieder geschlossen wurde und dass er stehen blieb, er schien zu warten.
Margarite und Benjamin sahen sich kurz fragend an. Doch dann wurde die Tür auf einmal aufgerissen und eine junge Frau viel ihm, ohne zu zögern, um den Hals. Dann bemerkte sie seinen verletzten Arm und Margarite erstarrte, als diese Frau zärtlich darüber strich, einen festen Kuss auf seine Lippen drückte und seine Wangen streichelte. Schnell spürte sie Bens Augen auf sich gerichtet und blickte zurück.
„Ist alles in Ordnung?“
Margarite fragte, für sich selbst sehr überzeugend, zurück: „Weshalb soll denn etwas nicht in Ordnung sein?“
„Nun, ich glaubte zu sehen, dass Ihr gerade etwas bleich wurdet.“
Margarite verschränkte empört ihre Arme vor der Brust und sagte schmollend:“ Redet keinen Unsinn, ich habe nur Hunger, Kopfschmerzen, bin müde und etwas gereizt.“
„Entschuldigt.“
Sagte Ben und es klang etwas seltsam. Margarite bedachte ihn noch mit einem wütenden Blick, bevor sie ihre Augen wieder nach vorne richtete.
Noch immer stand Maxwell bei dieser Frau und sie hielten seine rechte Hand in der ihren. Er redete und sie hörte einfach nur zu und irgendwann nickte sie. Maxwell sah er zu seinen Begleitern und bat sie zu sich zu kommen. Vor der Tür hielten sie an und die Frau begutachtete Margarite etwas skeptisch von Kopf bis Fuß.
„Eine Freundin von dir, Maxwell?“
Der seltsame Unterton war nicht zu überhören. Margarite holte schon Luft um etwas dagegen zu sagen, doch das übernahm Max ungeduldig:“ Ganz genau Alice, EINE Freundin, Margarite.“
Jetzt lächelte die edel gekleidete und gut aussehende Frau ihr Gegenüber übertrieben freundlich an und begrüßte daraufhin Benjamin. Dann wandte sie sich um und rief ins Haus hinein:“ Noah, kümmere dich um die Pferde.“
Ein älterer Mann kam heraus und nahm ihnen ohne zu fragen, die Zügel aus den Händen.
„Kommt, ihr habt bestimmt Hunger.“
Sie trat beiseite und lies ihre Gäste eintreten. Das Haus war groß und geräumig. Alles war sauber und schön eingerichtet. Eine gut situierte Frau, stellte Margarite fest. Aber so wie es den Anschein machte, alleine.
Sie führte alle in einen kleinen Speiseraum und lies sie platz nehmen, dann verschwand sie um etwas Essen zu holen.
„Wo sind wir hier, Maxwell?“
Margarite hörte Bens Frage und sah auch zu ihm rüber auf die andere Seite des breiten Tisches.
„Bei einer guten Freundin.“
Sagte dieser kurz und Ben meinte lachend:“ Natürlich, das haben wir gesehen.“
„Red keinen Unsinn.“
Max wurde hörbar wütend, doch Ben überging dies mit Leichtigkeit:“ Dann haben wir uns diese überschwängliche Begrüßung nur eingebildet, tut mir leid.“
Er wollte sich seinem Cousin gegenüber rechtfertigen und holte schon Luft, doch dann kam Alice zurück und er schwieg lieber.
Ein Dienstbote stellte eine Platte mit verschiedenen kalten Fleischsorten und eine weitere mit Brot und Käse auf den Tisch. Die Gastgeberin nahm neben Maxwell platz, goss den roten gut riechenden Wein ein und legte ihre Hand auf die seine. Er ließ sie regungslos darunter liegen.
Margarite nahm sich etwas zu Essen, ohne darauf zu warten, das die Gastgeberin begann. Hungrig biss sie in den Käse und kaute genüsslich darauf herum.
„Es ist ziemlich unhöflich, vor der Gastgeberin zu essen. Es scheint mir aber, dass dein Hunger sehr groß ist und so will ich einmal darüber hinweg sehen.“
Margarite sah auf und in die hämisch funkelnden Augen ihrer Gastgeberin.
„Ich glaube nicht, dass ich Euch gestattet habe, mich so persönlich anzureden. Das, ist unhöflich.“
Alice sah erschrocken auf und dann zu Max, der regungslos blieb. Ben musste sich ein grinsen krampfhaft verkneifen.
„Ich verbitte mir doch solch einen Ton.“
Margarite schüttelte nur den Kopf und aß unbeeindruckt weiter.
„Was bringst du mir da nur in mein Haus, Maxwell? Keine Manieren und dann auch noch in Männerkleidung. Gott wird uns strafen.“
Fragte sie ihn fassungslos und wartete auf Margarites Reaktion, doch die überhörte es einfach.
„Eine Gräfin, Alice und ich glaube, Gott ist dies egal.“
Sagte Max kühl und blickte ihr dabei tief in die Augen. Man konnte richtig sehen wie sich ihr Gesicht erhellte und ihre Augen immer größer wurden. Dann wanderten ihre Augen langsam zu Margarite, die ihr ein kurzes übertriebenes Lächeln schenkte und dann einfach weiter aß.
Sie saß auf ihrem Bett und blickte sich in dem großen, herzlos eingerichteten Raum um. Es war alles viel zu rot und rosa. Die Möbel wild zusammen gemischt, alt und ungepflegt. Es schien ihr, dass man ihr den ältesten Raum zugewiesen hatte. Man hatte ihr Wasser zum waschen gebracht, doch es war kalt und etwas frisches zum anziehen. Sie hatte sich frisch gemacht und ein altes Nachthemd angezogen.
Ein leises klopfen und die Tür wurde ungefragt geöffnet. Margarite sah auf und erkannte Alice, die eintrat.
„Gefällt Euch Euer Zimmer?“
Sie blieb an der Tür stehen und verschränkte ihre Arme vor der Brust.
„Es ist annehmlicher als der kalte Boden in den letzten Nächten.“
Sie erhob sich und ging zum Fenster.
„Nun, dann bin ich ja beruhigt. Ich will Maxwell dann nicht länger warten lassen, er wärmt schon einmal das Bett und ich will mir seine Wunden etwas genauer ansehen.“
Genervt drehte sich Margarite zu ihr um und fragte:“ Was wollt Ihr von mir?“
Alice kam langsam auf sie zu und drohte:“ Lasst Eure Finger von ihm, ich warte schon seit Jahren darauf, das er endlich bei mir bleibt und werde ihn Euch nicht kampflos überlassen.“
„Ich verstehe Euch nicht, aber das ist mir auch egal, ich will ihn nicht, ich habe andere Probleme.“
Alice grinste und meinte noch, bevor sie ging:“ Gut.“
Dann viel die Tür laut ins Schloss.
Margarite lehnte sich gegen einen der Holzbalken, der aus der Wand ragte und schüttelte den Kopf.
Durstig stand sie in der Küche und trank aus einem Krug kühles Wasser. Sie hatte och immer Kopfschmerzen und konnte einfach nicht einschlafen.
„Lass mir bitte etwas
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Kommentare
Lilly schrieb am 2007-07-20 14:10:43:
Hallo Henrike,
also ich glaube sie ist noch "Jungfrau", weil sie ja auch noch nicht so alt ist (Worauf zu dieser damaligen Zeit, gewissenhaft geachtet wurde)..... Aber er ist keineswegs ein Frauenheld, er macht den Frauen eher Angst. Natürlich hat auch er seine Liebschaften, welcher Mann kann ohne solche Frauen leben?!? Aber sie diese eine, in meiner
Geschichte, ist auch die einzige. Er ist ein gefährlicher Krieger, aus einem Barbarischen Land und das schreckt
doch eher das weibliche Geschlecht ab.
Und ich denke schon, dass wir Fauen alle insgeheim hoffen, einen starken, beschützenden Mann ab zubekommen
um inn dann als einzige bändigen zu können :-))
Lg Lilly
rike-chan@gmx.net schrieb am 2007-07-04 14:15:49:
Wie immer toll... Ich finde es auch gut, dass die Heldin mal ne richtige Heldin ist, und nicht nur so ein Pueppchen... Aber eines finde ich an solchen Geschichten immer doof (zumindest habe ich noch nie eine andere Version gelesen) Mann ist Frauenheld, und Frau ist Jungfrau. Warum nicht mal andersherum? Oder lieben wir Frauen diese Konstellation einfach zu sehr? LG Henrike
Lilly schrieb am 2007-06-05 19:20:39:
Ich danke euch so sehr.....!!!!!
Lilly
Emily schrieb am 2007-05-31 20:57:37:
mehr bitte ganz schnell mehr ...........
Lucy schrieb am 2007-05-28 12:50:24:
Also,
ich glaube, ich bin dein größter FAN!!!
Du schreibst so wunderschöne Geschichten, das ich es gar nicht abwarten kann, wann es endlich weiter geht.
Mir standen sogar an manchen Stellen die Tränen in den Augen, weil es so gut geschrieben ist, das ich es mir Richtig vorstellen konnte.
Bitte schreibe weiter......
LG
LUCY
ANNI schrieb am 2007-05-26 18:27:14:
Das wird ja immer besser!!! Fortsetzung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
LG ANNI
Yuriko schrieb am 2007-05-26 17:50:12:
du bist der wahnsinn.....unbedingt weiter schreiben !!!!! die geschichte ist der wahnsin !!!
Leny schrieb am 2007-05-26 00:14:29:
GENIAL !!!!!!!!!!
OMG wie toll^^
schreib bitte so schnell wie möglich weiter^^
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