Maiden of Heaven and Hell 1
von
Moonwish
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(Kleine Info: "Ich" ist eine männliche Person.)
1. Ein Päckchen
"Bitte hier unterschreiben."
"Ja."
"Danke. Einen schönen Tag noch." Und schon war der Postbote verschwunden.
Ich blieb verwirrt zurück, mit einem Paket in den Händen, von dem ich nicht wusste, wer es mir geschickt hatte und was darin enthalten war.
Fahrlässig ließ ich die Tür ins Schloss fallen und begab mich in die Küche, um mir ein Messer zu holen. Ich wunderte mich über über die schwarze Kiste und genauso sehr über den Absender.
Allen Anscheines nach war es eine Frau, den der Name "Lilac Maid" passte nur zu einer weiblichen Person. Die Adresse war derart verwischt, dass man nur mit viel Glück einzelne Buchstaben erahnen konnte. Meine Adresse hingegen war sehr sauber und schwungvoll geschrieben.
'Seltsam.", dachte ich und stellte die Kiste auf den Küchentisch. Schnell holte ich das Messer und schnitt damit das kaum sichtbare Klebeband durch. Ohne jeglichen Grund beschleunigte sich mein Herzschlag als ich den nun geteilten Deckel auseinanderfaltete. Was ich darin erblickte, wunderte mich umso mehr:
Eine Porzellanpuppe lag darin. Arme und Beine wurden gewaltsam abgetrennt und achtlos hineingeworfen, ebenfalls der schöne Kopf. Der Körper war gekleidet in ein weißes Chiffonkleid. Ein fliederfarbenes Band wurde um ihre Hüfte gebunden und fand sich auch am beschädigten Hals der Puppe wieder. Wenn ich mich nicht irrte, dann trug sie unter dem schlichten Kleid ein Gestell, so wie es früher üblich war. Die Haare der Puppe - wäre sie ein Mensch, so schätzte ich, wäre sie etwa 17 Jahre alt - waren hellblond, fast weiß und gewellt.
Was allerdings gar nicht an eine Puppe erinnerte, war, dass ihre langen schwarzen Wimpern nass waren als hätte sie geweint.
Auf einmal fühlte ich Mitleid für sie und strich ihr ganz automatisch über die blassen Wangen.
Kalte Tränen blieben an meinem Finger hängen und glitzerten im Licht der untergehenden Sonne. Verwirrt betrachtete ich den Tropfen, der mir über die Fingerkuppe lief.
Puppen konnten doch nicht weinen. War es vielleicht Kondenswasser?
Ich begnügte mich mit dieser Antwort und hob den feinen Kopf aus dem Paket. Die Echtheit wunderte mich: Ihre katzenhaften grau-blauen Augen waren zwar nur aus Plastik, schimmerten aber genauso wie die eines echten Menschen. Ihre fast weißen Haare waren unnatürlich weich für eine Puppe und ihre erdbeerfarbenen Lippen fühlten sich viel zu echt an.
"Schade.", murmelte ich über ihre Zerstörung und fuhr mit dem Mittelfinger über den Bruch an ihrem Hals. Für mich war sie zwar nur ein Spielzeug, aber ein sehr schönes und gefühlsechtes.
Wer konnte sie so zugerichtet haben?
Ich vermutete, dass es diese Lilac Maid gewesen war. Der Grund war mir allerdings unklar. Auch, warum sie diese Puppe mir geschickt hatte. Sollte ich sie reparieren?
Plötzlich fiel mir etwas ein. Vor ein paar Monaten hatte ich einer Freundin eine ähnliche Puppe repariert. Vielleicht hatte sie dieser Frau - oder diesem Mädchen - den Tipp gegeben, ich könnte so etwas.
Ich lächelte grimmig und legte den Kopf behutsam auf den Tisch.
Wie sollte ich sie ihr zurückschicken, wenn doch ihre Adresse vollkommen unleserlich war?
'Sie hätte besser aufpassen sollen.', dachte ich belustigt und genervt zugleich.
Ich würde sie wieder zusammensetzen, aber nur aus Mitleid dem leblosen Mädchen gegenüber.
Sie derart zerteilt zu sehen, missfiel mir irgendwie.
Keine zwei Minuten später lagen alle Körperteile verteilt auf dem Tisch. Neben dem, was ich am Anfang gesehen hatte, fand ich auch noch ihre weißen Schuhe, einen mit Spitzen besetzten Hut und ihre Unterwäsche. Ich hatte amüsiert das Gesicht verzogen als ich die weiße Strapsenkorsage herausgenommen hatte.
Die Besitzerin legte wohl viel Wert auf Details. Mir sollte es recht sein.
"So... Fangen wir dann 'mal an.", meinte ich und nahm den Körper der Puppe in die Hand. Ich hatte ihr Kleid ausgezogen, damit ich ungestört arbeiten konnte. Dabei hatte ich Recht mit dem Rockgestell behalten.
Vorsichtig tunkte ich ein Wattestäbchen in Desinfektionsmittel und fuhr damit über die Bruchstellen. Das musste sein, damit der Kleber besser hielt. Während ich das tat, dachte ich über mein Verhalten nach.
Normalerweise hätte ich das Paket einfach in den Müll geschmissen und mich nicht weiter darum gescherrt. Ich hatte Semesterferien und würde sie doch nicht mit dem Flicken eines Spielzeiges verschwenden. Es gab anderes, was ich hätte tun können. Fußball beispielsweise oder mit meinen Kumpels etwas trinken gehen.
Aber ich wollte es im Moment nicht. Die Puppe hatte, auch wenn sie kaputt war, eine solche Anziehungskraft und Eleganz, die mich ehrlich beeindruckte. Noch nie hatte ich so eine Schönheit in Kleinformat gesehen. Wie musste sie dann aussehen, wenn sie fertig war?
'Wer wohl ihr Hersteller ist?', überlegte ich und nahm eines ihrer Beine, um es anzukleben.
Später, es war schon dunkel, lag die das Mädchen ferig auf einem Küchentuch auf dem Tisch. Sie war größer als ich gedacht hatte und tatsächlich schöner als vorher.
Ich lächelte zufrieden und räumte Kleber und das Mittel weg, danach betrat ich das Badezimmer und machte mich bettfertig.
Vom Basteln und dem Geruch des Klebers hatte ich Kopfschmerzen bekommen und wollte jetzt einfach nur schlafen.
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Nachwort des Autors:
Das erste Kapitel ist ein wenig langatmig, aber ich verspreche, es wird besser.
LG,
Moonwish.
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Kommentare
faraday schrieb am 2008-09-14 17:47:25:
hey genau wie jeiy ist mir die geschgichte noch nie aufgefallen... aber ich bin ein begeisterter blut der rose leser... und da dachte ich ich schau mir mal an was du noch so geschrieben hast..... find ich echt schön die geschichgte..... meeeeeeeeeeeeeeeeeehr
Moonwish schrieb am 2008-05-21 08:28:29:
Daaanke schön!
Ich freue mich riesig, dass du dir diese eigentlich von jedem vergessene Story durchgelesen hast.
Das gibt mir wieder den Ansporn, sie weiterzuschreiben. Vielleicht kommt ja demnächst eine Fortsetzung.
Vielen Dank nochmal =D
Lg,
Moonwish
Jeiy schrieb am 2008-05-18 13:21:19:
Hi Moonwish!
Ich weiß selbst nicht mehr warum, aber irgendwie bin ich heute über diese Geschichte hier gestolpert und hab mir mal die Zeit genommen mir diesen Anfang durchzulesen. Möglicherweise lag es daran, dass sich in dem Titel das Wort 'Hell' befindet ^^ (Ich bin einfach ein Fan von allem Dunklen, Gefährlichen und meistens auch Bösem!) und ich muss sagen, dass ich ehrlich überrascht war hier überhaupt keine Kommentare vorzufinden!
Ja, der Anfang ist etwas langatmig, aber nenn mir irgendeine gute Geschichte, die nicht so anfängt?! Etwas Ruhe zu Beginn ist manchmal sogar um Einiges besser, als wenn es direkt und mit voller Power los geht, finde ich.
Genauso ist es nämlich auch bei diesem Anfang. Die Ruhe und die allmählich voranschreitende Handlung passt zu ihr und mir gefällt auch der Inhalt ganz gut. Irgendwie will man jetzt unbedingt herausfinden, was es mit dieser seltsamen Puppe auf sich hat und vor Allem, wie dieses ganze Ereignis mit deinem Titel in Verbindung steht!
Wirklich schade, dass du bisher noch nicht weiter geschrieben hast, aber wer weiß, vielleicht kommt das ja noch.
Wie gesagt, ich würde gerne erfahren, wie es mit dieser Geschichte weiter geht!
Mfg
Jeiy
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