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Malte feiert Himmelween

von Luna

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Malte feiert Himmelween (Teil 1)
©Copyright
Monika Litschko

Da auch Gott ein großer Fan von Halloween ist, machte er Petrus den Vorschlag, doch ein gruseliges Himmelween zu veranstalten.Als die kleinen Engel dass hörten,konnten sie vor Aufregung nicht einschlafen. Himmelween hatten sie noch nie gefeiert. Tagelang durften sie Kürbisse aushöhlen, und sich lustige Gesichter ausdenken.Das war ein Spaß gewesen.Sie ritzten kleine Nasen, große Nasen. Lachende Münder und grimmige. Runde und eckige Augen, in die harten Schalen.Und dann war es endlich so weit.Heute Nacht, nur ein paar Stunden vor Himmelween ,würden die Trost, Schutz und Flüsterengel sie im ganzen Paradies verteilen.Ihr kennt Himmelween nicht? Nun ja, auf der Erde nennen wir es Halloween. Im Paradies sagen sie Himmelween und die kleinen Teufelchen nennen es Hölloween. Aber Unterschiede gibt es nicht.Sie feiern es alle am 31 Oktober.Den ganzen Tag, necken, erschrecken und ärgern sie sich.Und bei Anbruch der Dunkelheit, streifen sie ihre gruseligsten, fantasievollsten und witzigsten Kostüme über.Dann ziehen sie von Haus zu Haus,von Engel zu Engel und von Teufelchen zu Teufelchen.Singen lustige Lieder und bekommen dafür jede Menge Süßes.Wenn man alles zusammen ausspricht, feiern wir alle Himmelhallohölloween.

Malte liegt in seinem Himmelbett und schaut in den blinkenden Sternenhimmel. „Wenn doch schon morgen wäre,“ flüstert er leise. „Das wird ein Spaß werden.Wenn ich nur wüsste, wie Marius Kostüm aussieht.“ Vorsichtig steckt er seinen blonden Wuschelkopf durch die Wolkenwand, die ihn von Marius trennt. „ Hallo, Marius!“, ruft er leise. „ Schläfst du schon?“
„ Nein,“ antwortet Marius und setzt sich in seinem Bettchen auf. „Was ist denn los?“, fragt er neugierig. „Spukt es schon?“ Malte schüttelt den Kopf und hüpft ganz in Marius Zimmer.
„Nein,“ antwortet er. „ Aber ich kann nicht einschlafen.Wo ist denn dein Kostüm?“
Marius schaut Malte böse an. „Das dürfen wir doch erst morgen Abend zeigen,“ meckert er sauer. Und es sah so aus, als würden seine roten, verstrubbelten Haare sich aufstellen. „Deshalb kommst du in mein Zimmer?“, fragt er ungehalten. „ Wenn ich es dir zeigen würde, könntest du dir genau das gleiche nähen.“ Malte bekommt ein schlechtes Gewissen. „ Ist ja schon gut,“ beruhigt er den wütenden Marius. „Du hast ja recht. Aber ich bin nun mal neugierig. Doch dein Kostüm hätte ich nie nach genäht,“ sagt er leise.“ Wie auch? An meinem habe ich tagelang geschneidert?“
Marius sieht Malte erstaunt an. „ Tage hast du dafür gebraucht?“, fragt er. „ Meines hatte ich in einer Stunde fertig. Dann wirst du bestimmt den Preis für die schrecklichste Verkleidung gewinnen,“ sagt er bewundernd. Malte ist sich da nicht so sicher. „ Den bekommt bestimmt ein Engelmädchen,“ antwortet er. „Die haben immer die besten Ideen.“ Marius gähnt herzhaft. „ Kann sein,“ murmelt er schläfrig. „Ist ja auch egal. Wenigstens wir haben Spaß.Und nun möchte ich schlafen.“
„ Gute Nacht!“, ruft Malte und verschwindet wieder in sein Zimmer. „ Und jetzt?“, stöhnt er. „ Die Nacht ist noch soooooo lang.Ich könnte noch kurz zu Lisa huschen,“ überlegt er laut.
„ Nein!“, schallt es durch die Wolkenwand zu ihm herüber. „ Ich möchte schlafen.Und das solltest du jetzt auch tun!“ , ruft das Engelmädchen müde. Seufzend legt Malte sich in sein Himmelbett. „Dann eben nicht,“ murmelt er und schläft ein. In seinen Träumen tummeln sich Hexen mit Engelsflügeln. Fledermäusen mit roten Augen und ein riesiger Berg Paradiesbonbons.

„Uaarrgghhh, Buh,“ stöhnt eine schaurige Stimme durch das Paradies. „ Uaarrgghhh, aufstehen es ist Himmelween.“ Dann folgt ein langer, schriller Schrei.Erschrocken öffnet Malte seine Augen und springt aus dem Bett. „Was war das!?“, ruft er noch ganz verschlafen.Aber da fällt ihm ein, dass Himmelween ist.“ Endlich!“, ruft er fröhlich.“ Halleluja!“
Die kleinen Engel hatten einen Plan ausgeheckt. Die Engelstarnung durften sie immer dann anwenden, wenn ein Mensch in der Nähe war. Denn die Menschen sollen die Engel fühlen, nicht sehen.Außerdem funktionierte die Engelstarnung nur auf der Erde. Aber das Privileg der Himmelstarnung, besaßen nur die erwachsenen Engel. So wie Uriel, Gabriel, Petrus oder Moritz. Eben alle, die keine kleinen Engel mehr waren. Und sie nutzten es, um die kleinen Engel zu bewachen.Wenn sie schliefen oder spielten.Wenn sie lernten oder Unfug machten. Immer war ein Engel an ihrer Seite und passte auf sie auf. Aber heute an Himmelween, hatte der liebe Gott ihnen zehn Minuten Himmelstarnung geschenkt. Und damit musste jeder von ihnen sparsam umgehen.Wenn die Minuten aufgebraucht waren, war es vorbei mit der Himmelstarnung. Aber zwei Minuten wollten sie gemeinsam verschenken. Sie hatten beschlossen, das sie zusammen in den Speisesaal marschierten.Ganz mucksmäuschen still , würden sie sich auf ihre Plätze setzen und nicht mehr rühren.Kein Geschirr anfassen, keinen Becher oder Löffel bewegen. Die Erz, Trost, Schutz und Flüsterengel würden sich wundern über den leeren Saal. Und wenn die Küchenmimsen das Frühstückt verteilten, würden sie zusammen sichtbar werden und laut „Buh!“ rufen. Das würde ihr gemeinsamer Streich an Himmelween sein.
„ Marius, Lisa!“, ruft Malte aufgeregt. „ Seid ihr fertig?“ „ Ja,“ antwortet Lisa und kichert. „Ich auch!“, ruft Marius. „Lasst uns zu den Anderen gehen.“ Sie verlassen ihre gemütlichen Zimmer und gesellen sich zu den kleinen Engeln, die schon ungeduldig auf dem Flur warten. „Psst,“ haucht Lisa und legt ihren Zeigefinger vor die Lippen. „ Leise,“ flüstert sie. „ Sie dürfen uns nicht hören.“
Auf Zehenspitzen schleichen sie in den Speisesaal und setzen sich auf ihre Plätze. „ Himmelstarnung!“, ruft Malte leise. Fast gleichzeitig werden die kleinen Engel unsichtbar und warten gespannt auf Petrus, Uriel, Gabriel und Moritz. Denn die vier frühstückten jeden Morgen mit ihnen. „ Die armen Küchenmimsen,“ flüstert Marius und kichert. „ Psst,“ haucht Lisa. „ Ruhe.“
Endlich betreten die Engel, gefolgt von Petrus den Speisesaal und setzen sich auf ihre Plätze. „ Wo sind denn die kleinen Engel?“, sagt Petrus fragend. „Sie müssten doch schon hier sein?“ Dabei blinzelt er Moritz mit einem Auge zu. „ Die spuken und erschrecken sich bestimmt schon,“ antwortet Moritz ruhig.“ Sie werden noch kommen. Wir sollten einfach anfangen.“ Petrus nickt und ruft nach den Küchenmimsen. Kurze Zeit später öffnet sich die Tür, und jede Menge Küchenmimsen flattern in den großen Saal. Sie sind Schmengel, und sorgen im Paradies für das leibliche Wohl aller Engel. Die Schmengel sehen aus wie Engel. Aber sie tragen die Flügel eines Schmetterling auf ihrem Rücken und Fühler auf ihrem Haupt. Wenn sie über die Köpfe der Engel hin und her schweben, um das Frühstück zu verteilen, erinnern sie an einen bunten, wehenden Regenbogen. Aber heute schlagen sie unsicher mit ihren Flügeln und schauen Petrus fragend an.
„ Wo sind die kleinen Engel?“, fragt Circe, Petrus. „ Sollen wir schon auftischen? Oder lieber nicht?“

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