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Kategorien > Kurzgeschichte > Einfach so

Mann ohne Bus

von Armin Feuerriegel

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der Blonde „Soll ich hier jetzt noch eine Stunde in der Kälte stehen, oder was.“ Mein Fahrer ließ langsam das Fenster herunter, nun war sein Moment gekommen. „Sie können doch nicht den Busfahrer für ihre Situation verantwortlich machen, der kann auch nichts dafür. Er versucht ja nur ihnen zu helfen“, sprach er mit heroischer Stimme, die einen Unterton von Belehrung hatte. Der, über den gesprochen wurde schaute nur kurz auf. Die Zigarette im Mund haltend, blätterte er seelenruhig wieder hin und her. „Ja kann mir denn hier niemand eine vernünftige Antwort geben?“, quetschte der kleine blonde in einer art Aufschrei heraus, der sich ein bisschen wie eine Anklage anhörte. „Keiner der hier Anwesenden kann etwas dafür. Vielleicht warten sie einfach noch ein Weilchen, vielleicht kommt ja ihr Bus noch“, sagte mein Fahrer, mit einer Betonung die deutlich machte, dass dies nun sein letztes Wort sei. Der andere Busfahrer bekundete seine Zustimmung mit einem kurzen Nicken, bevor er sich wieder auf seinen Platz niederfallen ließ und die Tür schloss.
Langsam sah ich das schmerzverzerrte Gesicht des kleinen blonden an mir vorüber ziehen, als wir endlich losfuhren. Ich könnte es mir auch nur eingebildet haben, aber ich glaube eine kleine einsame Träne an seiner linken Wange herunter laufen gesehen zu haben. An die Stelle der Schadenfreude und Neugier wich nun ein leichtes Gefühl von Mitleid, doch bald besann ich mich wieder auf das Kommende – mein schönes warmes Bett, mit den flauschigen Kissen. Das einzige was während der ganzen Fahrt gesprochen wurde kam vom Busfahrer „Ich versteh die Menschen nicht, sie sollen doch froh sein, dass es in einem so kleinen Ort so gute Busverbindungen gibt“, entrüstete er sich.

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