Margarite Kapitel 12 - 2. Teil
von
Lilly
1
Eine Kutsche stand direkt vor dem Gebäude und Margarite wurde die Tür aufgehalten. Doch sie blieb stehen, wendete sich dem Ritter zu und fragte, ihn nicht ansehend:“ Bitte, darf ich mich verabschieden?“
Man konnte sehen, wie er nachdachte und dann meinte er etwas zögerlich:“ Aber nur kurz.“
Er trat beiseite, gab dem Soldaten hinter ihr einen rauen Befehl und dieser brachte Margarite zu Maxwell. Er wurde gerade, auf einen alten Karren gehievt und seine Hände wurden an einer Bank befestigt.
Er sah sie und blickte demütig auf seine gefesselten Hände.
„Es tut mir leid Maxwell.“
Flüsterte Margarite und ihre Augen suchten die seine.
„Warum hast du um mein Leben gebettelt? Ich sterbe doch so oder so.“
Hecktisch umpackte sie sein Knie und meinte beschwörend:“ Nein, du wirst nicht sterben. Ich werde alles dafür tun, alles.“
Über ihre Worte erschrocken sah er sie an und war sichtlich schockiert.
„Bist du des Wahnsinns, das wirst du nicht tun!“
Befahl er entsetzt und umpackte ihre Hände so gut es ihm möglich war. Doch sie entzog sie ihm und legte ihre Stirn in falten, bevor sie völlig überzeugt sagte:“ Egal was du sagst, oder willst, ich werde alles tun und ich werde darum kämpfen, das du nach Hause fahren kannst.“
„Das…, das wirst du nicht überleben!“
Flehte er sie an und wollte ihr Gesicht umfassen, doch die Fesseln ließen das nicht zu.
„Unterschätze mich nicht Maxwell McGreggor. Wenn ich etwas will, dann bekomme ich dies und wenn ich alles dafür aufgeben muss, auch mich.“
Zärtlich streichelte sie seine blutverkrustete Wange und sehnte sich so sehr nach einem Kuss.
„Ich liebe Dich“, Flüsterte Margarite fast tonlos und kämpfte gegen ihre Tränen an:“ Du hast so viel für mich getan, deine Freiheit aufgegeben, jetzt bin ich an der Reihe.“
Auf einmal flog ein erquältes Lächeln über ihr Gesicht, als hätte sie eine alte Erinnerung eingeholt, während sie weiter sprach:“ Ich wollte niemals in solch eine Situation kommen, doch ist das alles auf einmal anders, mit dir wollte ich leben.“
Sie schniefte laut:“ Ich wollte alles mit dir vergessen, neu beginnen.“
Ein schreckliches trübes Lachen ihrerseits beunruhigt ihn immer mehr.
„Ich habe anscheinend doch zu oft mit meinem Schicksal gespielt.“
Ein kurzes, ohrenbetäubendes Schweigen begleitete ihre Worte, bevor sie plötzlich sagte: „Bitte…, vergiss mich nicht.“
Sie sah das seine Augen rot wurden und er sagte:“ Sag so etwas nicht Mag, das hört sich so endgültig an.“
Ihre Augen waren so unsagbar müde, das sie diese schließen musste.
„Na los.“
Forderte der Soldat ungeduldig hinter ihr und gab ihr einen kleinen Stoß zwischen die Schulterblätter. Mit schmerzverzehrtem Gesicht stolperte Margarite etwas nach vorne und hielt sich etwas unbeholfen am Karren fest. Max sah ihn unsagbar wütend an und der Soldat trat erschrocken einen Schritt zurück. Er kannte Maxwell und wusste, zu was er fähig war. Jetzt konnte er aber endlich wieder ihre Hände packen, es schien als habe dieser Stoß eine unsichtbare Barriere zwischen ihnen durchbrochen.
„Bitte tu nichts, das dich zerstört, das dich verändert. Gib ihm nichts, mit dem er dich gefügig machen kann. Sei stark, sei du selbst. Ich werde schon irgendwie damit fertig“, er schmunzelte schwerfällig:“ Du weißt doch, ich bin ein Krieger, mich bekommt man nicht so schnell klein. An mir wird er sich die Zähne ausbeißen.
Riet er ihr besorgt und Margarite nickte schwerfällig, den glauben an sich selbst immer mehr verlierend.
Jetzt musste sie wirklich gehen, denn der Ritter rief nach ihr und dies brachte eine seltsame Übelkeit mit sich.
„Ich liebe dich Mag, ich liebe dich so sehr!“
Schnell stieg sie auf einen kleinen Vorsprung des Wagens und küsste weinend und laut schluchzend seine ausgetrockneten, mit getrocknetem Blut beklebten Lippen. Ihr war bewusst, dass sie ihn nie wieder berühren kann, ihn nie wieder sehen oder auch nur mit ihm sprechen würde. Was war ihr Herz doch so schwer, ihre Seele so still.
Der Soldat zog sie erschreckend schnell wieder herunter und schob sie ungeduldig vor sich her, aber sanft, fast schon ängstlich.
Max sah ihr nach und glaubte gleich den Verstand zu verlieren, noch nie fühlte er sich so hilflos. Sie ging ihrem Ende entgegen und er konnte ihr einfach nicht helfen. War sein einziger Lebenssinn in den letzten Wochen doch ihr Schutz gewesen. Alles hatte er aufs Spiel gesetzt und jetzt waren alle Tot, die ihnen beistanden und er verlor etwas, das er glaubte nie besitzen zu dürfen.
Noch einmal sah sie über ihre Schulter und fing sofort seine Augen ein. Sie erkannte seine Verzweiflung und seine Hilflosigkeit und blickte schnell wieder nach vorne.
Langsam trat sie auf den Ritter zu, gefasst darüber, dass ihre Zukunft schmerzhaft sein würde.
Der Ritter von Kelstern hielt ihr die Tür zum Wagen auf und sie bestieg die Kutsche, es roch nach altem Holz.
Er verschloss diese und blickte durch das Fenster hinein. Margarite saß steif auf der harten Bank und blickte, auf die ihr gegenüberliegende Wand. Belustigt meinte er:“ Ihr werdet Euch bei mir wohl fühlen meine Schönheit, Ihr werdet es genießen an meiner Seite zu sein, wann immer ich danach verlange.“
Margarite schwieg und sie versuchte krampfhaft das Zittern aus ihren Händen zu vertreiben.
Er klopfte lachend gegen das Holz und die Kutsche setzte sich in Bewegung.
1
Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.
Kommentar hinzufügen