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Kategorien > Historisches > Liebe

Margarite Kapitel 14

von Lilly

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Maxwell McGreggor
In irgendeinem Gefängnis
Bremen
24.11.1425

Heiße, faulige Luft erschwerte das Atmen dermaßen, das man glaubte, jeden Moment das Bewusstsein zu verlieren. Es stank nach Kot, Urin und Schweiß. Das flackern der Fackeln schmerzte in den Licht entwöhnten Augen und ihr Rauch, brannte in den Lungen.
Die ausgemergelten Körper hingen an ihren Ketten, leblos und dem Tode Nahe nebeneinander. Ratten umsiedelten ihre Beine und manche wurden noch nicht einmal daran gehindert diese anzunagen.
Ab und zu vernahm man aus den verschiedenen Gängen ein stöhnen und manchmal auch irgendjemand weinen. An manchen Tagen vernahm man gar nichts, dann herrschte eine erdrückende Stille.
Immer wenn sich Schritte die Stufen herab bemühten, wurde es still, denn keiner wollte auffallen, keiner wollte zur Folter gebracht werden. Denn manchmal folterte man aus Langeweile, aus Freude am Schmerz der anderen. Die schmerzerfüllten, verzweifelten Schreie dieser armen Seelen, hallten dann durch die unzähligen Gänge. Manch eine kehrte nie wieder zurück.
Max saß in einer kleinen Nische. Seine Arme waren schon vor Sunden über seinen Kopf an eine Kette befestigt und diese wiederum an einen Ring, der fest im Stein verankert war. Schon zu lange saß er in dieser Position und seine Schultern schmerzten, sein Rücken war Steif und seine Beine konnte er kaum noch bewegen. Wann er das letzte Mal etwas zu Essen bekam, wusste er nicht. Seine Zunge war schwer vom Durst und seine Augen brannten von der rauchigen Luft.
Die Frage darüber, was mit Margarite geschehen war, raubte ihm fast den Verstand. Seine Handgelenke waren Blutverschmiert, durch den verzweifelten Versuch, seine Hände aus den Schellen zu ziehen. Sein Hemd war zerrissen, von der Peitsche, die er am Tag seiner Ankunft zu spüren bekam. Es geschah auf Geheiß des Ritters.
Als die Peitsche sein Fleisch zerschnitt, sagte er keinen Ton, sein Gesicht zeigte keinerlei Regung. Das Blut lief seinen Rücken herab, erwärmte seine ausgekühlte Haut und zeigte ihm, dass er noch lebte.
Max verlor sein Zeitgefühl. Er wusste nicht wie lange er schon hier unten saß, in einem Verließ ohne Fenster.
Ihm gegenüber saß ein junger Mann, er war schon da als er ankam. Ausgemergelt, bärtig, mit grauer dünner Haut, blickten seine leeren Augen Maxwell an, als dieser an den Ketten befestigt wurde.
„Christian“, raunte er seinem fast bewusstlosen Gegenüber zu und Max sah zurück. Seine strähnigen Haare hingen ihm in den Augen, von seiner spröden Lippe tropfte Blut, als er atemlos sagte:“ Max.“
Dies war der Akt der Vorstellung und schon herrschte diese erdrückende Stille, die nur durch das knistern der Fackeln und durch das nervende Quieken der Ratten unterbrochen wurde.

Schritte näherten sich ihm und als Maxwell aufsah erkannte er den Ritter von Kelstern. Er stand vor ihm, mit verschränkten Armen und blickte mit einem höhnischen Lächeln auf ihn herab.
„Hm“, stöhnte er übertrieben besorgt:“ Welch ein erbärmlicher Anblick. Nichts mehr übrig von meinem großen Krieger.“
Max Atem wurde schwer und er senkte wieder seinen Blick. Überrascht sah er wieder auf, als Kelstern die Knie beugte und nun auf seiner Höhe war. Max viel sofort auf das er zugenommen hatte, denn seine Hemd spannte über seinen dicken Bauch.
„Du hast Glück alter Freund, der König selbst will deinen Fall verhandeln, schließlich hast du eine ganze Grafschaft vernichtet.“
Max wurde noch bleicher, als er überhaupt schon war und sein Mund öffnete sich zu einem Protest, doch fand er seine Stimme nicht.
„Ja, ja ich weiß“, Winkte dieser voller hohn ab:“ Das ist subjektiv zu betrachten, doch warst du daran, mehr oder weniger beteiligt und warum sollen wir mehr Terz darum machen, als es eigentlich Wert ist.“
„Ihr seid ein Heuchler und ich weiß, dass Ihr all das, was Ihr anderen angetan habt zurückbekommt.“
Kelstern lachte über Max halb erstickten Worte.
„Ich glaube, dass dich die Rechenschaft früher erreicht als mich. Der König will einen Kopf für das was geschehen ist und deiner ist doch am ehesten zu entbehren.“
Langsam erhob er sich wieder und noch bevor er gehen konnte, fragte Max zögerlich, fast unhörbar, gequält:“ Wie…, wie geht es ihr?“
Der Ritter hielt inne, ein Lächeln zeichnete sich auf seinem Gesicht ab und er wandte sich wieder Maxwell zu. Kurz beobachtete er ihn, bevor er sich nach unten beugte und mit seltsamen Ton sagte:“ Ich habe schnell verstanden warum du deine Freiheit wegen einer Frau aufs Spiel gesetzt hast. Sie ist schon etwas besonderes, auch wenn sie es mir nicht leicht macht sie zu brechen.“
Langsam richtete er sich wieder auf, verschränkte seine Arme vor der Brust bevor er dann ernst weiter sprach:“ Es geht ihr gut, Max.“
Dann wieder dieses lächeln, er sprang krankhaft zwischen seinen Gefühlsregungen hin und her:“ Sie erfüllt all meine Wünsche mit Hingabe, in dem irren Glauben, dich damit irgendwie Retten zu können.“
Er lachte übertrieben laut, bevor er weiter erzählte und genüsslich beobachtete wie es in Max rumorte:“ Ist das nicht dumm? Ich glaubte sie sei Intelligenter, aber eine Hure muss nicht schlau sein, sie sollte dafür andere Qualitäten besitzen.“
Max sprang mit seiner letzten Kraft in seine Ketten hinein und schnellte zurück gegen die kantige Wand. Ein verzweifelter Schrei entrann seiner Kehle und brachte Kelstern dazu, noch mehr zu lachen.
„Ich werde Euch töten“, rief Max ernst zu ihm hoch:“ Ich werde Euch bei lebendigen Leib das Herz herausreisen und wenn es das letzte ist was ich tue.“
Der Ritter sah ihn etwas kritisch von der Seite an. Es lag soviel Tatendrang in den Worten des Kriegers, dass es einen Schauer auf seiner Haut auslöste. Doch diesen absurden Gedanken belächelnd, meinte er:“ Natürlich wirst du das tun, in deinen Träumen. Ach und noch etwas“,
Er beugte sich wieder etwas herunter:“ Gestehe deine Schuld vor Gericht ein, denn ansonsten wird sie unter deinen „Lügen“ leiden.“
Dann ging er, den Kopf schüttelnd, ohne ein weiteres Wort.
Max zog und riss an seinen Ketten. Verzweifelt, fluchend, kraftlos sackte er nach einem Augenblick zusammen.
„Der Teufel!“
Sagte sein sonst so stummes Gegenüber und Max begann sich wieder zu beruhigen.
„Er hat meinen Vater getötet und mich hier einsperren lassen.“
Überrascht legte er auf Christians Worte hin seine schmutzige Stirn in falten. Er brauchte einen Augenblick, bis er dessen Worte verstand.
„Mein Name ist Christian, Christian von Wehrheim. Ich bin der Sohn von Graf Ludwig von Wehrheim und ich bin hier unten seit meinem dreizehnten Lebensjahr. Sechs Jahre meines Lebens verbrachte ich bisher in Gestank, Dunkelheit und immer vom Tot begleitet.“
Max kannte diesen Namen, er war dabei, er stand daneben, als Kelstern seinen Vater tötete. Doch von einem Sohn wusste er nichts.
Zwei Wärter kamen und einer davon nahm seine Hände von der Wand, während der andere ihn mit einem Schwert in Schacht hielt. Sie hatten Angst vor ihm, das konnte man deutlich erkennen. Sie befestigten sie wieder an einen der unteren

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Kommentare

Milou schrieb am 2008-01-18 19:21:01:
Oh mein Gott, wie gut... du bist ein unbeschreibliches Talent! Ich muss schnell weiter lesen!
Liebe Grüße
Lucy schrieb am 2007-07-20 14:22:35:
Oh man, schnell schreibe weiter, das wird ja immer spannender.
Lucy

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