Margarite Kapitel 15 - 2.Teil
von
Lilly
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Margarites Kopf lag auf einem kleinen roten Kissen und ihr Blick hing an ihrer, mit Schatten überzogenen Zimmerdecke. Ihr Kopf war leer, ihre Augen glasig. Sie war unbeschreiblich müde, doch schon seit einer Ewigkeit schlief sie kaum noch.
Sie war so tief in ihre leere versunken, dass sie nicht hörte, wie jemand ihr Zimmer betrat.
Erst als man zu ihr sprach:“ Margarite“, blickte sie auf und sie erkannte Lauren. Langsam erhob sie sich und blickte sie fragend an. Nervös lief Lauren vor ihrem Bett auf und ab, ihre Finger fest in einander verschlungen, schweißnass vor Aufregung.
„Ich“, sie schwieg wieder und schluckte schwer.
„Ich bin gekommen um Euch etwas zu sagen.“
Brach sie schwallartig auf einmal hervor und blieb abrupt stehen. Keyra rührte sich nicht, sie hörte einfach zu.
„Ich kann nicht mehr!“
Flüsterte Lauren und blickte beschämt zu Boden.
„Ich habe erkannt, das das was ich für ihn glaubte zu fühlen, einfach nur ein Schutzinstinkt war. Ich glaubte, wenn ich versuche ihn zu lieben, zu genießen was er mir gab, würde ich es besser verkraften.“
Jetzt sah sie langsam wieder auf und in Margarites traurige Augen. Mit schweren Schritten trat sie nun neben das Bett und ging auf die Knie. Ihre Hände ruhten auf dem weichen Laken, in der Nähe von Margarites Hand. Sie zitterten leicht. Ihre bleichen Lippen bebten als sie weiter sprach, ihre Augen auf ihre Hände gerichtet:“ Es war einfach, ich schäme mich dafür, denn es war viel zu einfach… Ich gierte nach seiner Aufmerksamkeit, ich bettelte darum.“
Verloren strich sie sich über ihre Lippen.
Margarite umpackte ihre nervösen Hände und hielt sie umschlungen mit den ihren. Ihre Stimme war fest und überzeugt von dem was sie sagte:“ Er ist der Teufel, Lauren. Er nimmt einem alles, selbst den glauben an sich selbst. Er bringt dich dazu dich aufzugeben und ihm blind zu folgen, denn er glaubt, dass du nichts hast, dass du nichts bist und das einzige an dem du hängst, ist dein Leben. Er verletzt dich, er nimmt dir deine Würde und du suchst sein Vertrauen um überleben zu können... Oftmals verkauft man einfach seine Seele um der Hölle fern zu bleiben.“
Lauren begann zu weinen und ihr Kopf sackte auf das Laken. Zärtlich streichelte Margarite ihr Haar und versuchte sie zu beruhigen:“ Aber du bist jetzt nicht mehr alleine. Er wird für seine Taten büßen und wenn es das letzte ist was ich tue.“
Mit geschwollenen Augen sah Lauren auf.
„Er wird dafür büßen.“
„Euren freien Geist, Euren Mut, Eure Kraft, alles hätte ich so gern... Ich wünschte, sie wären nie gekommen, ich wünschte nichts hätte sich verändert… Ich vermisse meine Mutter so sehr.“
Margarite nickte mit Tränen behangenen Wimpern und meinte:“ Ich auch. Und bei Gott, ich habe dich so sehr vermisst. Ich glaubte alles verloren zu haben, nachdem ich von seiner Tat erfuhr.“
Zärtlich strich Margarite ihr die Tränen von der Wange und küsste diese.
„Wir sind Schwestern, egal welcher Herkunft wir abstammen, egal welches Blut durch unsere Adern fließt, wir sind Schwestern.“
Lauren nickte etwas zögerlich und Margarite fügte noch hinzu:“ Dann wirst du mit dem heutigen Tage aufhören, mich so hochwollend anzureden. Ich bin nicht mehr als du und du bist nicht weniger als ich. Ich verspreche dir, alles wird gut werden.“
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