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Kategorien > Historisches > Liebe

Margarite Kapitel 17

von Lilly

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Maxwell McGreggor
Die Verhandlung
Rathaus zu Bremen
14.01.1426

Die Ketten an seinen krustigen Fußgelenken schleiften laut über den Steinigen Boden. Ein lautes raunen erfüllte den Saal, als dieser große Mann mit gebeugtem Rücken durch eine viel zu kleine Tür schritt. Er war dünn geworden, sein Haar war viel zu lang, ein Bart zierte sein schmutziges Gesicht und ließ ihn düsterer wirken, als er war. Noch immer trug er das zerrissene Hemd und jeder konnte seine schlecht verheilten Narben sehen. Seine Augen glitten suchend über die Menschenmenge hinweg, doch fand er kein bekanntes Gesicht. Enttäuscht sah er zu Boden.
Ein gewaltsamer Tritt in die Kniekehlen brachte ihn dazu auf die Knie zu sinken und die Ketten an seinen Händen wurden an einen Ring im Boden befestigt.
Er hatte kaum noch kraft in seinen Beinen, fast seine ganzen Muskeln schienen verschwunden, schon seit einer schieren Ewigkeit stand er nicht mehr auf seinen Füßen.
Als sie kamen um ihn zu holen, glaubte er nicht, dass er es schaffen würde, doch es gelang ihm und dann das grelle Licht des Tages, es schmerzte unbeschreiblich in seinen Augen und die klare Luft brannte in seinen verstaubten Lungen.
Von hinten vernahm er üble Beschimpfungen, halb laut ausgesprochene Flüche, doch für ihn nicht zu überhören. Er wurde angespuckt, doch der noch immer breite Rücken rührte sich keinen Millimeter. Monster nannten sie ihn, Satansbrut und er glaubte fast ihren Worten. Er war in seinem Leben kein guter Mensch gewesen und das war die unweigerliche Wahrheit. Nur einmal glaubte er endlich etwas Glück gefunden zu haben und das nahm man ihm und nicht zu wissen wie es Margarite wirklich erging, machte ihn wahnsinnig. Sein Herz schmerzte so sehr, das alles andere, ob es Schläge der Wärter oder dieser Beschimpfungen waren, auf ihn wirkten sie wie Streicheleinheiten.
Seine Augen wanderten zu einem der Fenster. Es war ein wunderschöner Tag, die Wolken standen zahlreich am blauen Himmel. Es war ein guter Tag zum sterben, dachte er sich und sah auf seine schmutzigen Hände, die schon so vielen das Leben nahmen.

Margarite klammerte sich an Lauren als Max den Saal betrat. Übelkeit stieg in ihr auf und sie versteckte ihr Gesicht hinter ihrer Schulter. Selbst Lauren konnte kaum glauben was sie da sah, als sie zwischen den Menschen hindurch blickte. Er war nur noch ein hauch von dem, woran sie sich erinnern konnte. Er schien gebrochen zu sein, am Ende, froh dem Tot endlich begegnen zu dürfen. Zärtlich streichelte sie Margarites Hand und ihr Blick wanderte durch den Raum, doch von der Gräfin von Kelstern keine Spur. Es gab nur zwei Möglichkeiten, die eine war beängstigend, denn vielleicht hatte er herausbekommen was seine Frau im Schilde führte und jetzt lag sie entweder verletzt oder gar Tot bei sich zu Hause und keiner wusste davon. Oder sie kann aus Angst vor ihrem Mann ihr Versprechen nicht einhalten und dies würde Lauren sogar verstehen.
Etwas mehr traten beide in den Hintergrund als Max Augen durch den Raum glitten. Margarite wollte nicht das er sie sah, sie wusste nicht, wie er reagieren würde und jetzt durften sie noch nicht auffallen.
„Es beginnt.“
Flüsterte Lauren als eine weitere Tür geöffnet wurde und das Tribunal den Saal betrat. Als erstes der König selbst, dahinter von Kelstern, gefolgt von zwei Bischoffen.
Ein Furcht einflössendes Lächeln begleitete den Weg des Ritters.
Alle anwesenden zeugten dem König ihren Respekt und erst als dieser Platz genommen hatte, blickten alle Augen wieder auf, außer Max, starr sah er zu Boden.
Der König begann mit der Verhandlung, ganz sachlich sprach er den Angeklagten an: „Maxwell McGreggor, gesteht Ihr sofort Eure schreckliche Tat, oder wollt Ihr, das wir uns lange mit einem Prozess beschäftigen, dessen Ausgang sowieso schon gewiss ist.“
Max schwieg und Margarite flüsterte verzweifelt zu sich selbst:“ Sag doch etwas.“
„Nun, anscheinend wollt Ihr schweigen und somit alles bestätigen was ich sage.“
Er räusperte sich laut, bevor er weiter sprach:“ Habt Ihr, Maxwell McGreggor, die gesamte Grafenfamilie Bärenbach ermordet, sowie all diejenigen, die in ihrem Ermächtigungsumfeld lebten?“
Zuerst kam nichts von Max, doch als der König weiter sprechen wollte, lachte er leise. Alle blicke waren auf einmal wieder auf ihn gerichtet.
„Habt Ihr etwas dazu zu sagen?“
Fragte der König mit wenig geduld und jetzt sah Max auf und direkt in die Augen des Ritters, der nervös auf seinem Stuhl hin und her rutschte.
„Verzeiht Euer Hoheit, aber wie soll ich, ein einzelner Mann, hunderte von Menschen töten?“
„Nun, mir wurde berichtet, aus sehr zu verlässlichen Quellen, das Ihr verbündete hattet, nur das diese ihre Gefangennahme nicht überlebten oder entkommen sind und da Ihr ihre Namen nicht preis geben wollte, steht Ihr nun alleine vor diesem Gericht.“
Max schüttelte den Kopf, dachte an Margarite und erklärte somit kampflos:“ Hm, wahrscheinlich war dies so.“
Margarite erstarrte und Lauren hatte mühe sie zu beruhigen:“ Vielleicht hat Kelstern ihm gedroht, vielleicht damit dich zu töten wenn er nicht mitspielt.“
„Aber was ergibt das für einen Sinn?“
Fragte sie verzweifelt leise und fasste sich an den Hals.
„Maxwell McGreggor“, Rief der König wütend aus:“ Dies ist nicht nur wahrscheinlich so, sonder dies ist eine Tatsache. Der von mit hoch angesehene Ritter von Kelstern, kann dies bezeugen und da es sonst keine weiteren überlebenden gibt, die das Gegenteil behaupten könnten, werdet Ihr noch heute Euer Leben verlieren.“
Er nickte Stumm und sagte, mit sich und der Welt abgeschlossen:“ Tut was Ihr tun müsst.“
Kelstern lehnte sich mit verschränkten Armen in seinem Stuhl zurück und war überrascht wie einfach alles war.
Margarite blickte auf Lauren und äußerte ihre schreckliche Erkenntnis:“ Er hat aufgegeben!“
Lauren konnte dazu nichts sagen, doch gerade dies sprach in ihren Augen bände.
Er wollte noch nicht einmal versuchen den Ritter für seine Taten büßen zu lassen. Auch wenn er ihm damit drohte sie zu töten, falls er nicht die Schuld auf sich nahm, war dies nicht der richtige Weg. Sie wollte nicht Leben, wenn er stirbt. Sie wollte nicht noch eine Nacht in diesem Haus verbringen, nicht weiter ihm ausgeliefert sein. Kannte er sie so wenig, das er das nicht wusste oder zumindest ahnen konnte? Sein Mut, sein Ehrgefühl sie Retten zu müssen, war in Margarites Augen, in diesem Moment nicht angebracht.

Der König erhob sich und wollte sein Urteil aussprechen, da ertönte auf einmal eine Stimme aus dem stummen Publikum.
„Euer Hoheit, es gibt noch Zeugen.“
Max erstarrte, er kannte diese Stimme. Kelstern wurde bleich und der König blickte missmutig über seine Untertanen hinweg.
„Wer wagt es, mich zu unterbrechen?“
Langsam bildete sich eine schmale Gasse und Margarite trat mit festem Schritt hervor, dicht gefolgt von Lauren. Kelstern sprang von seinem Stuhl auf und hätte sie am liebsten mit seinem Blick auf der Stelle, vor allen Anwesenden getötet. Erst die verwirrten Augen des Königs, über

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