Margarite Kapitel 17 - 2. Teil
von
Lilly
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Er räusperte sich, bevor sie wieder ansprach:“ Vielleicht seid Ihr wirklich Margarite von Bärenbach, ich bin gewillt Euch dies zu glauben, doch könnt oder wollt Ihr mir nicht sagen, wer dieses schreckliche Verbrechen begangen hat. Oder könnt Ihr doch? Stimmt Ihr dem zu, was der Gefangene von sich gab?“
Jetzt sah sie endlich zu Maxwell, ihre Augen trafen sich und am liebsten hätte sie angefangen zu weinen, denn in diesem Moment wusste sie, das es nichts mehr zwischen ihnen gab, der Ritter hatte alles zerstört.
Wie könnte sie ihm noch einmal nah sein? Wie ihm gestehen, dass sie alles tat, um für diesen Moment zu überleben? Wie ihm berichten, dass sie Schwanger war? Wie könnte sie all die Schmerzen, egal ob Körperlich oder Seelisch, je überwinden, wenn sie durch ihn immer wieder daran erinnert wird?
Sie hatten sich verloren, obwohl sie ihn so sehr liebte. Ihr war egal ob man ihr glaubte oder nicht, es war nun an der Zeit das es endlich endete und er nach Hause kehren konnte. Sie war ihm so dankbar, dass sie alles tun würde, um ihm diesen Wunsch zu erfüllen.
Ihre Augen wanderten zu Kelstern, sie trat einen Schritt nach vorne, richtete sich komplett auf, hob ihr Kinn trotzig an und erklärte mit ihrem letzten bisschen Mut:“ Das tue ich und bei Gott, es ist die Wahrheit.“
Und wieder ging ein lautes Raunen durch die Menge, das gar nicht enden wollte. Sie glaubten alle einen kurzen unspektakulären Prozess zu erleben, sie wollten alle nur diesen Mann sehen, der so viele Menschen getötet haben soll, doch dies übertraf nun ihre Erwartungen.
Kelstern erhob sich von seinem Stuhl und blickte sie hasserfüllt an.
„Du kleine dumme Hure, was erwartest du dir von solchen Anschuldigungen?“
Max sprang in seine Ketten, als er sie als Hure anklagte, doch nur das bloße anheben ihrer Hand, in seine Richtung, lies ihn wieder etwas ruhiger werden und er sackte zurück auf seine tauben Knie.
Noch einen Schritt trat Margarite unterdessen näher an ihn heran und sagte mit solch einer festen überzeugten Stimme, die bei fast jedem im Saal eine Gänsehaut auslöste, zu Kelstern: „Gerechtigkeit, von Kelstern, schlichtweg Gerechtigkeit.“
Sein bitteres Lachen klang viel zu übertrieben, als das es hätte echt sein können.
Der König betrachtete sich dieses Schauspiel schweigend und interessiert.
„Gerechtigkeit, pah, das ich nicht lache. Gerecht wäre, wenn dieser Bastard für seine Taten büßen würde, genau wie du für deine Lügen.“
Kelstern stütze sich mit beiden Händen auf dem Tisch ab und beugte sich nach vorne.
Belustigt über seine überspielte Angst, verschränkte sie ihre Arme vor der Brust, neigte ihren Kopf zur Seite und fragte ihn:“ Weiß der König, das er unter Euch diente?“
Ein flüstern erfüllte den Raum und der König rückte etwas näher, seine Augen leicht aufgerissen.
„Weiß er, dass Ihr einen Pakt mit seinem Vater machtet? Für Geld seinen Erstgeborenen Sohn. Zehn Jahre sollte er Euch dienen und schweigend Eure Befehle hinnehmen, egal wie grausam diese waren.“
Immer aufmerksamer hörte der König zu, denn das, wusste er nicht.
„Schweig!“
Befahl der Ritter außer sich, doch Margarite sprach einfach weiter.
„Weiß er von Euren Geschäften? Weiß er davon wie ihr Familien ausnehmt und dass die, die nicht zahlen können sterben müssen, wie z.B. der Cousin meines Vaters, Udo von Jülich und seine ganze Familie“, Sie wandte sich kurz dem sprachlosen König zu und meinte:“ Bestimmt habt Ihr von dieser schrecklichen Tat gehört, schließlich war auch er ein getreuer Graf“, dann sah sie wieder zu Kelstern, wartete seine Reaktion nicht ab und beendete ihren unterbrochenen Satz:“ Oder Ihr Euch ihren Töchtern annehmt, als keine Entschädigung?“
„Halts Maul, du kleine intrigante Lügnerin.“
Schrie er aus voller Kraft außer sich vor Wut, mit hochrotem Kopf in den Saal hinein, doch das spornte Margarite nur noch mehr an.
„Was sagt wohl Eure Frau dazu, wenn sie von Eurem zweiten Zuhause wüsste?“
Beinahe wäre er über den Tisch gesprungen um sie endlich zum schweigen zu bringen, kaum etwas in ihm hielt ihn noch zurück, doch als er eine ihm sehr wohl bekannte Stimme vernahm, die sagte:“ Sie würde ihm zu Teufel schicken“, hielt er erstarrt inne.
Nikola von Kelstern trat nach vorne und begrüßte den König, als wäre dies ein ganz normales Treffen ihrer Familien und keine Verhandlung von der ein Leben abhing:“ Eure Hoheit, ich bin erfreut Euch endlich einmal wieder zu sehen. Wie lange ist es her, sechs Monate?“
„Nikola“, stellte dieser überrascht fest und meinte:“ Wenn nicht sogar etwas mehr? Was tut Ihr hier, ich dachte immer solche Angelegenheiten sind nichts für Euch und Euer Gemüt?“
Sie schmunzelte und sah zu ihrem Mann, der blass auf seinen Stuhl zurücksackte. All das wirkte wie ein schlechtes Schauspiel.
„Ach wisst Ihr, mir ist zu Ohren gekommen, dass man hier meinen Mann beschuldigen möchte und so dachte ich, schaue ich einmal vorbei.“
Lauren packte Margarite an den Händen, beide erstarrten zu Säulen. Würde sie sich nun ihrem Mann zu wenden und von ihnen ab? Wäre alles umsonst gewesen?
„So, das ist Euch zu Ohren gekommen?“
Fragte der König noch einmal nach und Nikola sagte schmunzelnd mit übertriebener Ironie in der Stimme:“ Ja, schrecklich nicht wahr?“
Erleichtert rieb sich Kelstern durch seine aufgequollenes und verschwitztes Gesicht, er erkannte ihre Tonart nicht und wiegte sich in Sicherheit.
„Nikola“, sagte dieser etwas atemlos:“ Ich dachte du bist bei deiner Schwester?“
Sie trat etwas auf ihren atemlosen Mann zu und sagte:“ Das dachte ich zuerst auch, doch dann erfuhr ich hiervon.“
Sie sah zu Maxwell und erkannte ihn. Sie kannte diesen Krieger und das verwirrte sie, denn er war die rechte Hand ihres Mannes, sein getreuster Soldat. Als sie davon erfuhr, dachte sie keine Sekunde daran, dass es sich um ihn handelte.
Noch einmal blickte sie zu ihrem Mann, der kurz vor einem Nervenzusammenbruch zu sein schien, dann sah sie wieder zu dem Gefangenen und sagte hörbar verwundert:“ Hallo Maxwell.“
„Madame.“
Antwortete Max leise und senkte sein Haupt. Er konnte sich an ihre Gutmüdigkeit erinnern und an die Angst vor ihrem Mann.
„Ihr kennt diesen Gefangenen?“
Fragte der König verwundert und Kelstern viel ihr ins Wort:“ Natürlich kennt sie diesen Mann nicht!“
Er warf seiner Frau einen zerstörerischen Blick zu, vor dem sie noch vor wenigen Tagen gekuscht wäre. Doch diesmal hielt sie diesem stand und schmunzelte triumphierend. Dann sah sie kurz hinter sich und nickte irgendjemanden zu. Zwei Männer lösten sich aus der Menge und diese beiden trugen eine schwere Truhe.
Die Gräfin sah wieder zu ihrem Mann und erklärte mit gespielter Überraschtheit:“ Aber mein geliebter Ehemann, das ist doch Maxwell McGreggor, einer deiner größten Krieger, er speiste oft bei uns.“
„Was bildest du dir ein Weib“, schrie er voller Inbrunst seine Frau an, die darüber aber nur schmunzeln konnte.
„Schweig von Kelstern.“
Rief der König nun endlich wütend aus und schlug mit der Faust so kraftvoll auf den Tisch, dass man glaubte
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