Margarite Kapitel 18
von
Lilly
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Margarite von Bärenbach
Der Abschied
Bremen
20.02.1426
Tagelang hatte sie entweder nur geschlafen oder nur gegessen. Sie brauchte diese Ruhe, denn sie war am Ende ihrer Kräfte. Doch hatte sie auch Tagelang geweint, verzweifelt und ohne glauben an ein Ende der Schmerzen. Immer wieder vernahm sie Maxwells aufgebrachte Stimme vor dem Haus der Gräfin und immer wieder lies sie ihn fort schicken.
Es war ein wunderschöner Februar Tag, an dem ihr bewusst wurde, dass sie es endlich klären musste, dass sie ihm alles erzählen sollte. Sie fühlte sich stark genug und gab die Anweisung, dass man ihn zu ihr lassen sollte, wenn er wieder kommen würde.
Und er kam an diesem Tag wieder und war erleichtert, dass man ihn endlich einließ, denn ansonsten hätte er die Tür eingetreten, alle Wachen niedergeschlagen um endlich mit ihr reden zu können.
Margarite saß mit Lauren in der kleinen Bibliothek und unterhielten sich, sie redeten viel über die vergangene Zeit, denn sie hatten beide das Gefühl, es nur so überwinden zu können, als ein Diener eintrat und sich respektvoll räusperte. Die beiden Frauen blickten sich um und der Diener meinte nur:“ Der Krieger“, dann trat er etwas verängstigt zur Seite und Maxwell trat ein.
Er sah aus wie vor der Gefangenschaft, auch er hatte sich anscheinend erholt. Noch in der Tür blieb er stehen und wartete darauf ganz eintreten zu dürfen.
Mit einem riesigen Klos im Hals, wandte sich Margarite Lauren zu und bat sie:“ Bitte lass uns alleine.“
Lauren atmete schwer einmal durch, nickte und erhob sich. Langsam trat sie auf diesen stattlichen Mann zu und meinte, bevor sie an ihm vorüber schritt:“ Es ist schön Euch wieder in besserer Verfassung zu sehen“, dann war sie auch schon verschwunden und verschloss die Tür hinter sich.
Er wagte es erst einmal nicht, noch weiter auf sie zu zugehen, sie wirkte auf ihn so abweisend.
Margarite blickte auf ihre Hände, die eng mit einander verschlungen auf ihrem Schoss lagen.
„Mag“, begann er gefühlvoll, doch sie viel ihm abweisend sofort ins Wort:“ Ich kann das nicht:“
Er erstarrte und sah zu wie sie sich erhob und ans Fenster trat.
„Wir müssen es beenden…, endlich aussprechen, dass es eigentlich schon zu Ende ist.“
Blitzschnell stand er hinter ihr, denn das was sie da sagte, konnte und wollte er einfach nicht glauben.
„Sag doch so etwas nicht“, flehte er:“ Wir bekommen das hin, wir werden das schaffen, denn ich liebe dich und du liebst mich.“
Schwer atmete sie durch und senkte ihren Blick. Sie sagte darauf nichts und er trat etwas von ihr fort. War dies etwa ein nein, liebt sie ihn nicht mehr?
„Ich will, dass du etwas weißt, Max“, sagte sie mit fester Stimme und sah ihn endlich an:“ Es sind Dinge in diesem Haus geschehen, die es dir vielleicht leichter machen mich zu verstehen.“
Kurz schwieg sie und versuchte ihre Gedanken zu ordnen, denn er machte sie nervös. Einerseits sehnte sie sich so unbeschreiblich nach ihm und andererseits, wenn sie nur daran dachte ihm nah zu sein, bekam sie Angst.
„Ich weiß“, begann er etwas zögerlich:“ Er war einmal im Gefängnis und hat es mir erzählt.“
“Was hat er dir erzählt?“
Fragte Margarite entsetzt und Max berichtete:“ Das was er tat. Er wollte mich leiden sehen, er sagte, das du ihm gehorchst, aber er sagte auch, immer in dem für ihn irren Glauben mir helfen zu können.“
„Oh Max“, sie war den Tränen wieder so nahe, ihre Stimme rau:“ Es ist nicht das was er tat oder ich mit mir machen lies, egal aus welcher Hoffnung heraus, es ist die Tatsache das es überhaupt geschah.“
Langsam ging sie durch den Raum, bevor sie auf einmal stehen blieb, ihn ansah und kühl sagte:“ Ich erwartete ein Kind von ihm.“
Sie konnte sehen, wie sich sein Gesicht veränderte und das tat ihr so unbeschreiblich weh, schnell sah sie von ihm fort.
„Keine Sorge“, versuchte sie ihn und sich selbst zu beruhigen:“ Er hat sich darum gekümmert.“
Max lehnte sich gegen die Wand, er schien vollkommen Machtlos zu sein.
„Ich kann wahrscheinlich keine Kinder mehr bekommen.“
Entsetzt sah er auf in ihr abgewandetes Gesicht.
„Ich kann wohl nie wieder mit einem Mann zusammen sein, ohne daran zu denken was alles geschehen ist. Ich will nicht daran zugrunde gehen! Ich will wieder leben! Und wenn es das allein sein dazu braucht, soll es mir recht sein.“
„Lebe mit mir.“
Flehte er sie an, doch Margarite meinte verzweifelt:“ Und dann? Berührungen kann ich nicht ertragen! Nähe bringt mich um den Verstand! Und Kinder, ein Kinderlose Ehe? Jeder würde dich zu einer Annullierung drängen. Du bist der Erstgeborene, du bist der Nachfolger deines Vaters und musst den Familiennamen aufrechterhalten.“
„Mag, bitte“, Sein flehen wurde immer dringlicher.
„Nein“, schrie sie ihn aus der Verzweiflung heraus an:“ Ich kann nicht mehr, bitte akzeptiere das.“
Kraftvoll rieb sie sich durch ihr Gesicht und beruhigte sich wieder einwenig.
„Ich…, ich danke dir für alles was du für mich getan hast.“
„Was habe ich denn getan?“
Fragte er leise.
„Anscheinend habe ich dein Leben zerstört.“
„Bei Gott nein“, rief sie erschrocken über seine Aussage aus und trat vor ihn:“ Es wäre doch so oder so darauf hinaus gelaufen, das ich in seinem „Haus“ gelandet wäre. Doch dadurch das du mir geholfen hast, mit mir geflohen bist, haben wir das Schicksal verändert, du hast dich verändert und wir konnten somit sein tun beenden.“
Kurz schwieg sie und nahm einen Satz auf, den sie von Max einmal zu hören bekam:
„In einem Krieg gibt es immer unschuldige Opfer“, dann fügte sie noch hinzu:“ Wir beide haben unsere Opfer gebracht und das ist nun das Ende dieses „Krieges“.“
Schnell sah sie wieder aus seinen Augen fort, es fügte Margarite schmerzen zu.
„Glaube nicht, dass es mir leicht fällt, bitte denke das nicht, denn es tut so unbeschreiblich weh, dir das zu sagen. Dich darum zu bitten, es zu verstehen.“
„Ja, das tut es.“
Sagte er kaum hörbar, räusperte sich laut um die Verzweiflung aus seiner Stimme zu wischen und ging zur Tür. Bevor er das Zimmer verließ, blieb er noch einmal stehen und sagte ohne sie anzublicken:“ Mag, in drei Wochen geht mein Schiff, dann verlasse ich endlich dieses Gott verdammte Land… Ich warte auf dich Margarite, denn ich liebe dich und nichts wird dies je ändern, egal was du mir erzählst. Wenn du es dir anders überlegst, dann komm an den Hafen, ich warte bist zur Abfahrt vor dem Schiff. Wenn du es nicht kannst und bei Gott, daran will ich nicht denken, dann sag ich dir jetzt leb wohl und ich hoffe für dich, das du es vergessen kannst, ich kann es so nicht.“
Dann ging er und Margarite war sich sicher, das er geweint hatte, während er das zu ihr sagte, denn seine Stimme brach seltsam.
Max lief durch die Eingangshalle und wusch sich mit seinem Hemdärmel über sein feuchtes Gesicht, als er seinen Namen hörte, der hinter ihm gerufen wurde. Er blieb stehen und wandte sich nach links. Auf der Treppe stand Lauren, die nun auf ihn zuging.
Für sie im sicheren Abstand blieb sie vor ihm stehen und sagte:“ Bitte vergebt Ihr, ihr tun.“
Er
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