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Kategorien > Historisches > Liebe

Margarite Kapitel 4

von Lilly

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Maxwell McGreggor
Bärenbach am Rhein
06.09.1425

Das kantige Holz des Bettpfostens zwischen ihren Schulterblättern drückte und ihre Wirbelsäule schmerzte. Das Seil um ihre Handgelenke schnüre ihr das Blut ab und sie spürte wie es immer tiefer in ihr Fleisch schnitt.
Erschöpft und verzweifelt sah sie vom Boden auf und konnte durch das Fenster den Himmel sehen. Die Nacht war sternenklar, der Vollmond leuchtete Hell. Es wäre eine wunderschöne Nacht gewesen, wenn sie nicht die grauenvollen Schreie von Frauen vernahm, die geschändet wurden, von Männern die man tötete oder quälte. Sie roch die Flammen, die alles unterhalb der Burg aufzufressen schienen, doch sehen konnte sie nichts.
Wie konnte ihr Vater dies nur zulassen? Wie konnte er so achtlos mit dem Leben anderer Menschen spielen um das seine zu bereichern? Und wie konnte er bei all den Qualen nur so hart bleiben?
Die Ungewissheit was mit Lauren und ihrer Mutter war, ob Wolf noch lebte, raubte ihr fast den Verstand. Wieder versuchte sie verzweifelt ihre Fesseln zu lösen, doch nichts geschah.
Auf einmal ging die Tür auf und sie wusste, dass nun sie an der Reihe war. Stolz hob sie ihr Haupt und blickte ihrem Unglück entgegen.
Als wäre sie nicht anwesend, betrat der Ritter den Raum und legte sein Schwert ab. Er zog sich einfach aus, ohne sich an ihr zu stören. Nur noch mit seinem seltsamen Rock und den Knieschonern begleitet, ging er zur Waschschüssel und goss das kalte Wasser hinein. Er war noch immer so staubig wie zu dem Zeitpunkt als er sie fortschickte. Das Blut auf seiner Wange war geronnen und mit Staub bedeckt.
Er wusch sich mit dem Wasser vom Morgen und trocknete sich mit einem Handtuch trocken. Erst jetzt sah er sie an und begutachtete sie einen Augenblick. Dann ging er zu ihr hin und zog aus seinem rechten Schoner am Bein ein Messer. Er hielt es ihr dicht vor die Nase und erklärte ihr kühl:“ Wenn du auch nur versuchst zu fliehen, werde ich dich töten. Wenn du versuchst mich zu töten, werde ich dich töten. Verhältst du dich ruhig, hast du das Glück, dies hier zu überleben… Hast du mich verstanden?“
Überleben, das war alles was Margarite verstand und so nickte sie kaum merklich.
Mit einem gekonnten Schnitt waren ihre Fesseln durchtrennt und sie spürte wie das Blut in ihre Hände zurückfloss. Vorsichtig rieb sie ihre Wunden, bewegte sich aber nicht. Erst als er von ihr wegtrat, sprang sie unvermittelt auf und stürmte zum Fenster. Doch noch bevor sie etwas sehen konnte, hielt er sie auf und drehte sie unsanft zu sich herum. Erschrocken hielt sie den Atem an, er war ihr so nah, viel zu nah.
Seine Stimme war weich, nicht bedrohlich und sein Atem, der etwas nach Wein roch, kitzelte ihr Gesicht, als er zu ihr sprach:“ Das möchtest du nicht sehen. Vertraue mir.“
Margarite sah ihn verwundert an und spürte wie sich ihre Augen mit Tränen füllten. Kraftvoll riss sie sich los und schluckte diesen überdimensionalen Knoten, der sich in ihrem Hals befand herunter und sagte herrisch:“ Was ich sehen möchte und was nicht, das entscheide noch immer ich selbst.“
Desinteressiert trat er von ihr weg und Margarite wandte sich wieder dem Fenster zu. Soll sie doch tun was sie wollte, die Träume würden es ihr schon ihre Neugierde heimzahlen. Dachte er.
Schwer waren nun ihre Schritte die sie zum Fenster trugen. Eine unbeschreibliche Übelkeit machte sich in ihr breit, doch etwas in ihr, zwang sich regelrecht dies anzusehen.
Fest umklammerte sie den steinernen Fenstersims und sah hinaus. Unzählige Häuser brannten. Sie sah im Schein der todbringenden Flammen Männer auf Pfähle gespießt, Frauen die um ihr Leben rannten und verloren. Langsam drehte sie den Geschehnissen den Rücken zu und sackte zu Boden, ihr Gesicht starr, ihr Blick in die leere schweifend.
„Warum tut ihr das? Was haben Euch diese Menschen nur getan?“
Langsam kam er auf sie zu und versuchte ihr tun zu erklären, was ihn selbst überraschte:
„Dein Vater schuldet meinem Herrn, dem Ritter Johann von Kelstern, Geld, sehr viel Geld. Er hat sich in Dinge eingemischt, von denen er nichts versteht. Er hat sich eine Unmenge an Feinde gemacht, genau wie dein Onkel und manche Menschen sollte man einfach nicht verärgern. Glaube mir, ich weiß wovon ich rede.“
Hecktisch blickte sie auf und fuhr ihn an:“ Dann foltert ihn, nehmt ihm seine Ehre, sein Vermögen, meinetwegen auch sein Leben, doch diese Menschen dort unten können doch nichts für seine Fehler.“
„Im Krieg gibt es immer unschuldige Opfer.“
Sagte er kurz und entfernte sich von ihr. Margarite stand auf und schrie:“ Das ist kein Krieg, das ist ein Massaker.“
Als würde er sie nicht verstehen können, sah er sie einen Augenblick lang verständnislos an, doch auf einmal schrie er zurück:“ Kriege sind immer Massaker.“
Dann war er fort.
Noch einmal sah Margarite zum Fenster hinaus, doch sie ertrug dies nicht eine Sekunde länger. Sich selbst umklammernd ging sie zum Bett hinüber und setzte sich auf die Kante. Ihr war kalt, obwohl es noch immer sehr warm des Nachts war. Doch es schien ihr so, als sei gerade ihr Herz eigenfrohren und bei der kleinsten Erschütterung könne es zerbrechen. Langsam legte sie sich hin und zog ihre Beine ganz dicht an ihren Körper. Tränen rannten eine nach der anderen über ihr Gesicht und hinterließen Schlieren von Schmutz auf ihren Wangen.
Nach einer weile wurde die Tür wieder geöffnet und leise geschlossen. Sie hörte Schritte die sich ihr näherten und alles an ihr verspannte sich. Margarite spürte wie sich hinter ihr jemand auf das Bett setzte und sich eine ganze Weile nicht rührte.
Noch immer schrieen Frauen und noch immer brannte es. Fast schon verzweifelt fragte sie ihn:“ Wann hört es endlich auf?“
Sie glaubte dem Wahnsinn nahe zu sein und kauerte sich noch etwas mehr zusammen. Er bewegte sich und sie spürte wie eine Decke über ihr ausgebreitet wurde. Dann fühlte sie seinen Arm, er legte sich sanft um sie herum, zog sie an sich und hielt sie einfach nur fest. Nichts tat er ihr an, er hielt sie einfach nur in seinen Armen. Im ersten Moment wäre sie am liebsten davon gerannt, hätte sich aus dieser seltsamen Nähe befreit, doch gehorchte ihr Körper ihr nicht. Er sehnte sich so sehr nach tröstender Nähe, dass er selbst die des Feindes nahm, um seine Sehnsucht zu befriedigen. In den Armen eines ihr fremden und Angst einflössenden Kriegers, schlief sie endlich ein.

Schwer waren seine Lider als er diese versuchte zu öffnen, die Nächte waren einfach immer zu kurz. Das noch karge Licht des Tages streifte sein Gesicht, als er sich langsam aufrichtete. Schon seit langem hatte er nicht mehr so gut geschlafen, so tief und endlich einmal traumlos.
Margarite stand am Fenster und blickte hinaus. Sie nahm wahr, das er sich in den Kissen aufrichtete und sagte hörbar traurig:“ Es scheint mir, als hätten Eure Männer ihre Arbeit getan.“
Er blickte sie an. Ihre zarte gestalt lehnte am steinernen Rahmen des Fensters, ihre Arme hatte sie vor der Brust verschränkt und ihr Kopf ruhte am kalten Stein. Trotz

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Kommentare

Mützilein schrieb am 2007-08-05 13:50:26:
Also ich muss @rike recht geben, ich finde das die Art deiner Geschichte super ist. Du kannst fantastisch emutionen wiedergeben. Du gibst mir das Gefühl beim lesen, dass ich mittendrin bin und so etwas liebe ich. Deine Sätze sind super gut ausgearbeitet, auch wenn manchmal gramatich nicht alles perfekt ist, tut es mir beim lesen nicht weh. Und das, soll schon was heisen.....
Immer weiter so.
By
Lilly schrieb am 2007-07-20 14:02:38:
Hallo Henrike,
danke für deine Kritik und das dir meine Geschichte gefällt.
Ich habe schon einmal versucht etwas zu veröffentlochen, doch das ist an meiner Rechtschreibung gescheitert.
Vielleicht irgendwann einmal, vielleicht wenn jemand erbarmen zeigt und mir einen Korrekturleser zur Verfügung
stellt.
Liebe Grüße
Lilly
rike-chan@gmx.net schrieb am 2007-07-04 13:31:34:
Boeser Hund!!! Gib ihm lieber mal was richtiges zu fressen, geistige Kost bekommt ihm sicher nicht so gut ;) Also, einfach klasse geschrieben, so richtig im Stil der Frauenromane. Aber toll! Bleibt nur noch zu sagen, solltest du deine Geschichte mal veröffentlichen wollen, als Buch oder so, lass jemanden noch die wenigen Rechtschreibfehler korrigieren! LG Henrike!
LILLY schrieb am 2007-05-19 22:32:33:
HALLO, ihr lieben...
Bitte habt etwas nachsicht, aber es fehlt der letze Teil des vierten Kapitels, das habe ich nach geschickt und kommt bald!!!
Sorry, aber mein Hund hatte es gefressen....:-))

LIebe Grüße

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