Margarite Kapitel 4 (vergessener Teil; Ende des Ka
von
Lilly
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Ende Kapitel 4
Margarite von Bärenbach
Unterwegs I.
07.09.1425
Erschöpft saß sie auf ihrem Schimmel und blickte sich um. Die meisten Häuser waren zerstört, in manchen glimmten noch immer Flammen. In den Trümmern standen Frauen, die versuchten etwas von ihrem Hab und Gut zu Retten.
Der Winter stand vor der Tür und dieser würde unbeschreiblich Hart für die Dorfbewohner werden.
Ihr Vater stand auf den Stufen der Burg und sah regungslos zu, wie sich alle zur Abreise bereit machten. Mareike stand neben ihn, sie wirkte alt und ausgemergelt. Ihre sonst so gepflegten Haare lugten ungewaschen und Wild unter ihrem schmutzigen Schleier hervor. Man hatte sie wohl geschlagen, denn ihre Lippe war einwenig geschwollen und ihre linke Wange schimmerte lila. Sie sah Margarites Blick und kam mit schnellen Schritten auf sie zu. Neben ihr blieb sie stehen und sah zu ihrer Ziehtochter hinauf.
„Nimm dich vor ihm in Acht, Margarite. Er nimmt sich das was er will und wenn du dich wehrst, macht es ihm noch mehr Freude es zu stehlen.“
Margarite legte ihre Stirn in tiefe Falten, war dies eben ein gut gemeinter Rat?
Auf einmal spürte sie eine Hand an ihrem Knie. Sie sah auf die, mit Blutergüssen übersäten Finger und dann wieder Mareike an.
„Ich weiß das ich dir keine gute Mutter war, doch bitte glaube mir, nimm diesen Rat an“, sie schluckte schwer und ihr Griff wurde etwas fester:“ Es tut mir leid und ich werde für dich beten.“
Bleich sah Margarite ihre Stiefmutter an und sagte:“ Nicht dir sollte es leid tun.“
Sie hasste es zu weinen, doch die Tränen saßen irgendwie seit Stunden in ihren Augen fest. Kurz sah sie hinauf in den wolkenlosen Himmel und dann wieder mit festem Blick Mareike an. Umpackte ihre dünnen Finger und bat eindringlich:“ Ich habe nie etwas verlangt, oder um etwas gebeten, doch jetzt Bitte ich dich, kümmere dich um das Grab meiner Mutter und um Lauren.“
Mareike nickte stumm, bevor sie an ihren Platz, neben ihrem Mann, zurück schritt.
Die Soldaten reihten sich ein und ein Offizier gab laute Befehle. Ritter Johann von Kelstern ritt mit seinem braunen Hengst neben Margarite und sah sie an. Doch sie blickte einfach nur gerade aus. Sie konnte es nicht ertragen ihn anzusehen.
„Bereit meine schöne Margarite?“
Fragte er belustigt, doch sie schwieg.
Seine Hand berührte ihre Wange und sie zuckte sofort angewidert zurück.
„Das wird sich bald legen, glaube mir. Bald wirst du dich nach meinen Berührungen sehnen.“
Jetzt sah sie ihn an und ihre Augen waren kalt, leer, wie die eines sterbenden Menschen. Auf einmal erblickte sie Max hinter dem Ritter. Sein Gesicht war verdunkelt und seine Stimme flösste den angesprochenen Soldaten Angst ein. Der wütende Krieger spürte Augen auf sich gerichtet und sah nach links. Alles an ihm erstarrte, als er ihre Augen einfing. Doch Margarite blickte sofort wieder fort.
„Los.“
Rief Ritter Johann und alles setzte sich in Bewegung.
Nur zwei Nächte waren sie auf der Burg gewesen und hinterließen ein Trümmerfeld. Unzählig Tote lagen noch immer in den Straßen herum und noch immer hörte man irgendwo her das Weinen gebrochener Menschen. Ein unbeschreiblicher Gestank durchflutete die Straßen, mit nichts zu vergleichen.
Schnell hatten sie die Mauer durchritten und Margarite sah sich noch einmal um. In ihren Gedanken sagte sie allen die ihr lieb und teuer waren, leb wohl. Und im selben Moment verwünschte sie all diejenigen, die ihr dieses Schicksal aufbürdeten.
„Sei froh dies hinter dir zu lassen, denn so wie es mir den Anschein machte, war dein Vater froh dich los zu sein. Er drängte dich mir regelrecht auf.“
„Hm, ja das mag sein, besser hätte er mich nicht loswerden können.“
Verbittert klang ihre Stimme und reglos war ihr Gesicht, das starr nach vorne blickte.
Es dämmerte als sie zum ersten Mal Rast machten und ihre Zelte aufschlugen. Müde stieg sie vom Pferd und wurde sofort von zwei Soldaten in Empfang genommen. Man blieb mit ihr stehen und wartete bis das Zelt des Ritters vor ihr fertig aufgebaut war.
Sie fror, es war Kalt, Windig und in der Luft lag ein Gewitter.
„Lasst uns alleine.“
Sie erkannte die herrische Stimme hinter sich und senkte ihren Blick. Die Soldaten gehorchten sofort und gingen.
„Es tut mir leid.“
Sagte er leise, immer noch hinter ihr stehend.
„Ich verstehe nicht?“
Sie wirkte teilnahmslos auf ihn.
„Es tut mir leid was geschieht.“
Jetzt drehte sie sich zu ihm um und hatte ein seltsames Lächeln auf ihren Lippen.
„Lebt Eurer Leben und seht zu das Ihr die Schuld Eures Vaters begleicht, mehr braucht Euch nicht zu interessieren. Ich kenne Euch nicht und Ihr kennt mich nicht, wie kann ich da Eure Hilfe verlangen? Ihr seid der Feind, ein Krieger, kein Menschenfreund.“
Das Zelt stand schnell, so wandte sie sich ab und sie betrat ihr neues Gefängnis. Nur schnell weg von dem was sie verwirrte und in ihrem Innern schmerzte.
Als der Vorhang sich schloss traten Tränen in ihre Augen und diese begannen zu brennen. Schnell versuchte sie sich wieder zu fangen, atmete tief durch und schluckte ihren Schmerz herunter. Ihre Mutter ertrug dies, also würde sie es auch überstehen.
„Idioten.“
Die wütende Stimme des Ritters erschreckte Margarite und sie drehte sich erschrocken um. Er warf seinen Mantel über das Lager neben sich und schmiss seine Schuhe in eine andere Ecke. Jetzt entdeckte er Margarite und sein Gesicht hellte sich etwas auf.
„Ach her je, so ängstlich?“
Er machte sich einen Spaß daraus, mit ihrer Angst zu spielen.
„Nein, nur müde.“
Log sie kühl zurück. Langsam schritt er um sie herum, fasste ihr Haar an und ließ es durch seine Finger gleiten. Sie rührte sich nicht. Seine Finger berührten ihren Arm, als er wieder vor sie trat und streiften dann ihr stolz erhobenes Kinn.
„Du bist wirklich eine seltene Schönheit.“
Stellte er mal wieder fest und sein Zeigefinger glitt ihren Hals herunter bis hin zu ihrem Dekollete, doch sie rührte sich nicht.
„Sei doch nicht so kühl, liebes. Umso schneller du mir deine Wärme und Zuneigung schenkst, umso schneller wirst du gefallen an meinen nächtlichen Besuchen finden.“
Sein Daumen fuhr über ihre Lippen, die etwas ausgetrocknet waren.
„Die einzigen Gefühle die ich jemals für Euch aufbringen werde, sind Verachtung, Eckel und Hass.“
Sein lachen ließ sie zusammenzucken und er erklärte ihr sichtlich belustigt:“ Mehr als meine Frau jemals für mich empfinden wird.“
Er war verheiratet, sie sollte seine Hure werden und ihr Vater wusste dies.
„Glaubtest du etwa, ich würde dich heiraten?“
Seine Frage klang wirklich verwundert. Wieder umkreiste er sie und erklärte:“ Du bist wirklich hübsch, doch deine finanzielle Lage ist zur Zeit nicht die Beste, da kann auch dein Titel nicht darüber hinweg helfen. Meine Frau“, es schwang etwas Verachtung in seinen Worten:“ Ist eine der reichsten Frauen das Landes. Ihre Mitgift finanzierte am Anfang meine Geschäfte und sie war mein größtes und bestes Geschäft. Nur leider entspricht ihr Angesicht nicht ganz ihrem Vermögen, aber man muss
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Kommentare
Vom arbeiten müdes Mädel schrieb am 2007-08-05 13:53:55:
Habe die letzten 14 Tage durchgearbeitet und habe jetzt endlich drei Tage frei...
Eigentlich müsste ich putzen usw., aber deine Geschichte hält mich ganz geschickt davon ab. Ich danke dir für diese willkommene und wirklich GUTE Ablenkung.
Muss jetzt weiter lesen und hoffe du schreibst in der Zwischenzeit eifrig weiter......, denn 12 Kapitel sind schnell gelesen!
Alos, müdes Mädel ließt sich jetzt wach!! *G*
Mitzie schrieb am 2007-06-20 21:51:09:
Ich bekomm ne Gänsehaut!!
Lucy schrieb am 2007-05-28 12:52:58:
Jetzt verstehe ich auch den Übergang..... Habe mich schon etwas gewundert!!!
Tolle Geschichte
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