Master of Monster
von
Alucard
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Die Töne wurden immer lauter und es schien, als würden sich die Pforten der Hölle öffnen. Doch glücklicherweise war dem nicht so. Es wurde lediglich das große, aus Eichenholz bestehende, Tor geöffnet, um die wartenden Besucher einzulassen.
Bei diesen Besuchern konnte man schon eher glauben, dass sie der Hölle entsprungen seien, doch auch dem war nicht so. Diese vielen Menschen die nun in die Diskothek strömten kleideten sich lediglich anders als die „Normalbevölkerung“. Sie trugen ausschließlich schwarz. Genauer kann man ihren Modestil nicht definieren, denn solange ihre Klamotten die Farbe des Todes beinhalteten, war egal was sie an ihrem meist blassen Körper trugen. Das ging von langen Röcken, bis hin zu ledernen Mänteln. Alles war erlaubt, solange es schwarz war. Sollte nun einer unter euch sein, dem noch nicht klar ist von welcher Szene spreche, möchte ich ihn nun an dieser Stelle aufklären: Sie selbst nennen sich Gothics. Singular wäre dementsprechend Gothic.
Und genau über diese dunkle Szene berichtet meine folgende Geschichte.
Der Bass ließ sein Herz vibrieren und die melancholischen Melodien durchströmten seinen leichenblassen Körper. Er bewegte sich rhythmisch zur Musik und war wie in Trance. Lediglich die Musik und der Bass leiteten ihn. Genauso wie ihm, ging es auch den anderen Discobesuchern, die sich auf der Tanzfläche austobten. Andere saßen gemütlich in der Ecke, auf schwarzen Ledersesseln und tranken einige alkoholische Getränke, während sie sich mit andren schwarzen Gestalten über Gott und die Welt unterhielten. Jedoch schrieen sie sich mehr gegenseitig an, als dass sie miteinander redeten, denn die Musik war einfach zu laut um in normaler Lautstärke sich mit seinem Gegenüber zu unterhalten. Jedoch störte das keinen. Schließlich war man nicht in eine solche Disco gegangen, wenn man sich lediglich unterhalten wollte.
So sahen alle Nächte in dem großen Mauergewölbe aus, das durch einige steinerne Säulen gehalten wurde. Doch die Heutige sollte anders werden.
Die Turmuhr schlug, weit entfernt, 23 Uhr, als eine Gestalt über die Straße huschte, direkt auf den großen Bau zu. Auf dem Gebäude prangte in schwarzen Lettern der Name der Diskothek.
Die Gestalt schritt die zehn breiten Stufen zum Eingang hinab, öffnete das große, rote Tor und trat aus der Nacht in die künstliche Dunkelheit, der Diskothek.
Der Türsteher am Empfang wollte gerade nach dem Personalausweis der Gestalt fragen, jedoch als er deren Augen erblickte verstummte er schlagartig und ließ sie mit einem Kopfnicken passieren.
Als die Gestalt sich langsam mit entschlossenen Schritten durch den dunklen Raum bewegte, verstummten die Gespräche und auch die Tänzer hielten inne. Fast alle blickten nur auf die Gestalt und als sogar die Musik verstummte, blickten sogar die, die noch nichts bemerkt hatten, auf den Eindringling.
Im fahlen Licht der Gothic-Disco hätte man die Gestalt nicht unterscheiden können von den übrigen Szenengängern: Sie trug einen schwarzen, langen Ledermantel, schwarze Springerstiefel, die durch Schnallen geschlossen wurden und einen schwarzen Hut, dessen Schatten, ihr Gesicht verdüsterte. So sah fast jeder Diskothekbesucher aus, jedoch schien etwas an dieser Gestalt anders zu sein. Als er, man konnte die Gestalt als einen jungen Mann identifizieren Mitte 20, sich langsam auf die Theke zu bewegte, teilte sich die Menge, vor seinen Schritten. Es war nicht sein Aussehen, vielmehr war es die Aura, die ihn umgab. Sie ließ jeden in dieser Disco erzittern und wenn er einen anderen Ort auf der Welt aufsuchen würde, würde sich das Bild wiederholen.
Als er an der Theke angekommen war, flüsterte er leise seinen Getränkewunsch aus. Der Wirt befolgte ihn sofort und erklärte, dass das Getränk aufs Haus ging.
Doch statt es zu trinken, es war ein Mineralwasser, behielt er es einige Minuten stillschweigend in der Hand. Während er so dastand tat keiner der anderen Besucher nur einen Mucks. Alle warteten was nun passieren würde.
Dann geschah das Wunder. Die Flüssigkeit in dem Glas verfärbte sich. Aus dem farblosen Mineralwasser wurde ein Getränk in der Farbe der aufgehenden Sonne. Dunkles orange. Er trank zwei Schluck von dem Zaubergebräu und stellte es dann auf die Theke.
Daraufhin machte er sich auf den Weg zum Ausgang. Noch immer war alles totenstill. Erst als sich die Eingangspforte hinter dem Gast, mit einem Krachen, schloss, begann die Musik wieder zu spielen. Alle schienen plötzlich aus einem Traum zu erwachen. Sie blinzelten mit den Augen und schauten sich verwirrt um. Daraufhin gingen sie wieder ihren Beschäftigungen nach. Die Einen tanzten und die Anderen tranken und unterhielten sich. Es war, als hätten sie alle einen Filmriss. Niemand konnte sich mehr an den mysteriösen Mann erinnern, dessen Ausstrahlung eine ganze Diskothek zum Stillstand gebracht hatte.
Das Einzige was noch an das Ereignis von gerade eben erinnerte, war das Glas auf der Theke.
Doch nun war der Inhalt nicht mehr orange, sondern hatte die Farbe von Blut angenommen.
Der Wirt nahm es verwirrt in die rechte Hand und roch daran.
„Wein? Seit wann haben wir Wein auf der Speisekarte?“
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Kommentare
Alucard schrieb am 2006-10-04 20:46:45:
recht herrzlichen Dank für dein kommentar :-)
LIeben Gruß Raphael
Anariel schrieb am 2006-10-04 04:31:12:
Sehr bildreich und schön beschrieben. Erinnert mich irgendwie an ne GruftiDisko( Ja zu der zeit nannten wir uns noch Gruftis-kicher-) die ich recht gut kannte. War eigentlich nur ein alter Weinkeller, der umgebaut wurde. halt so richtig schön düster....tja und genau diese Ambiente hatte ich vor Augen, beim lesen dieser Geschichte.
Ach das erscheinen der dunken Gestalt, richtig schön unheimlich.
Am Ende hatte ich ja fast erwartet, das Blut drin wär. Und hast mich dann mit dem Wein überrascht.
Wirklich interessant.
Und nu Gute Nacht sagt.....;)
Lieber Gruß
Anariel
Alucard schrieb am 2006-10-02 22:57:18:
danke für eure kritik..... und diese geschichte soll jez nicht gottellästernd gemeint sein.. sie soltle zum denken anregen^^
gruß raphael
Lou schrieb am 2006-10-02 17:20:46:
Ich muss ehrlich sagen, diese Geschichte hat mich etwas verwirrt...Ich glaube ich habe noch nicht so ganz den Hintergrund der Geschichte erfasst. Ich werde sie mir noch ein -zweimal durchlesen...Meist stoße ich dann auf des Rätsels Lösung....
Mir ist auch noch ein winziger Fehler im Ausdruck buzw. in der Grammatik aufgefallen.
Du Schreibst: ...in normaler Lautstärke sich mit seinem Gegenüber zu unterhalten. Ich denke es müsste eher " sich in normaler Lautstärke mit seinem Gegenüber zu unterhlaten" heißen.
Stört aber den Lesefluss sonst nicht weiter!
Freu mich auf weitere Geschichten von dir!
Lieben Gruß, Lou
Lexa schrieb am 2006-10-02 14:19:25:
Eine starke Geschichte, jedoch; warum Wasser zu Wein? Blasphemie? Willst Du einen Bogen schlagen zwischen Gottes Sohn und der Szene? Ich finds wirklich gut, sehe im "Master of the Monster"
halt auch himmlisches Potenzial. Und wer weiß, wann er in welcher Verkleidung zwischen uns wandelt. LG Lexa P.S. Schön, das Du Dich mit so einer Geschichte zurückmeldest.
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