Max Finger - Teil 1 - Die Geschichte eines Jungen
von
JH
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JH Max Finger – Die Geschichte eines Jungen
Teil 1
Die Augen wandern fixierend über den Marktplatz. Es war Markttag und die gesamte Stadt war auf den Beinen, um den Bauern und anderen Verkäufern ihr Gut abzukaufen. Der Winter stand vor der Tür und man brauchte Vorräte. Das wusste auch der Junge, der auf dem Dach eines Stalles stand und die Menge beobachtete. Da. Da war sein Ziel. Zwei große Herren, eingebettet in Nerzfellen und mit Schmuck behängt, wie ein Weihnachtsbaum. Doch zu fett, um zu rennen, und zu dumm, um schnell zu verstehen, was passiert war. Das wusste auch der Junge, der sich jetzt durch die Menge schob.
Er war gekleidet in einen zerschnittenen Kartoffelsack und Lederriemen an den Füßen. Dreck starrte überall an seinem Körper. Er schob sich flink durch die Menge und verstand es nicht bemerkt zu werden.
Ein schneller Griff, ein kurzer Sprint und der Junge war wieder in der menge verschwunden. Wenige Sekunden später ertönte das Geschrei der beiden Herren, die ihres Schmuckes und ihrer Geldsäcke beraubt worden waren. Die Menge drehte und schob sich und suchte nach dem Dieb, doch keiner fand ihn, da dieser schon in einer Nebenstraße war und an eine Tür klopfte.
„Wer da?“, ertönte es hinter der Tür. „Max Finger!“, entgegnete der Junge „Ich habe beute. Gute Beute.“ Mit einem Rums ging die Tür auf. Ein kräftiger Bursche mit einem Revolver in der Hand schaute den Jungen an: „Komm rein. Die anderen sind gerade im Versammlungszimmer.“
Das Versammlungszimmer war ein Raum, der für 5 oder 6 Leute gedacht war, aber nun mit über 20 Kindern und Jugendlichen gefüllt war. In der Mitte stand ein Herr in Lumpen und mit einem großen Buch und notierte was die Jungen ihm gaben. Schmuck, Essen und waren vom Markt, wie Messer und Fackeln.
Max Finger reihte sich hinten an. Er war ein stämmiger Bursche im frühen Jugendalter und hatte hellblaue Augen. Doch wie die anderen war er dünn und fror.
„Wann geben die uns nur unseren Teil? Seit Wochen kassieren die Alten unsere Beute ein und wir bekommen nichts. Wenn die uns wieder einen ganzen Winter hungern lassen, mache ich mit denen keine gemeinsame Sache mehr!“, schimpfte Max Finger Tabak kauend auf dem Dach der Kathedrale. „Wenn du dich gegen sie wendest“, so einer der anderen Jungen, die auch anwesend waren „werden sie dich jagen und aus der Stadt vertreiben. Du bist der beste Dieb von uns!“ „Wenn sie mich jagen wollen, so sollen sie doch, ich werde auf jedenfall nicht mehr lange mitmachen. Winter für Winter geben die uns keine Sachen, obwohl das der Diel war. Hei, ist das nicht der Meister?“ „Ja, das ist er!“, stimmten auch die anderen Jungen zu. „Schaut euch nur seine Kleidung an.“, fluchte Max Finger „Beste Ware aus Böhmen. Ich will nur wissen, wie der wohnt. Kommt, wir folgen ihm und gucken ins ein Haus.“ „Das solltest du lassen. Wenn er das bemerkt bist du fällig!“ „Wenn ihr zu feige seit, um nachzuforschen, wo euere Beute hinwandert, so bleibt hier!“, schloss Max Finger ab und lies sich die Regentraufe runtergleiten, um seinem Meister heimlich zu folgen.
Mit wehendem Seidenumhang verschwindet der Meister in einer Haustür eines stattlichen Herrenhauses. Mit grimmen Blick läuft Max Finger über die Straße und zieht sich an einer Säule auf den Balkon. Als er durch das Fenster sieht läuft es ihm kalt über den Rücken. Die Ältesten, mit denen die Straßenkinder einen Pakt eingegangen sind, sind längst nicht mehr arm, sondern lebten wie diese, die die Straßenkinder beklauten und die die Straßenkinder hassten. Ab diesem Tag an, wird Max Finger nie wieder den Ältesten dienen, so entschloss er sich zu wehren, auch wenn er nichts besaß und nichts war.
Fortsetzung folgt.
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Kommentare
jenny schrieb am 2009-12-18 13:55:31:
beeindruckend. mach weiter so=)
lg jenny
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