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Kategorien > Aus dem Leben > Nachdenkliches

Mein Autounfall

von A.G.

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Mein Autounfall

Manchmal gibt es Dinge im "Leben",die man nicht erklären kann.Man erlebt etwas,was man,wenn man es nicht erlebt hätte,wohl eher nicht für möglich halten würde.Ich möchte hier gerne erzählen,was ich damals bei meinem Autounfall erlebt habe,oder besser gesagt,wie ich alles wahrgenommen habe.Zumindest werde ich versuchen,dies alles in Worte zu fassen.

Es geschah an einem kalten Wintertag,in der ersten Woche im November.es lag kein Schnee,aber es gab Raureif auf den Straßen.Damals wohnte ich in Lichtenberg bei meinen Eltern und wir,meine Schwester,eine Freundin von ihr und ich waren an diesem Abend in der Disco in Naila.Nach dem Discobesuch,es war bereits Sonntag Morgen,gegen 1 Uhr 30,fuhren wir mit der Freundin meiner Schwester nach hause,das wollten wir zumindest.Ein Bekannter von mir bot mir noch an,doch mit ihm zu fahren,da das Auto der Freundin nur ein kleiner Fiat Bambino war,auf dessen Rückbank noch nicht einmal Platz für meine Beine im Fußraum war.Irgendwie hatte ich auch das Bedürfnis,bei ihm mitzufahren,nicht etwa aus eben genannten Gründen,aber irgendwas in mir sagte,ich solle es tun.Naja,jedenfals kam es nicht dazu,denn meine Schwester bestand darauf,daß ich bei der Freundin mitfuhr,es sei schließlich schon so besprochen gewesen.Also quetschte ich mich in den Fiat Bambino und legte meine Beine seitlich auf die Rückbank,da sie ja,wie schon gesagt,keinen Platz im Fußraum hatten.Eigentlich war es ja auch ganz bequem,aber ein komisches Gefühl hatte ich trotzdem,keine Ahnung warum.Die Freundin war eine recht rasante Fahrerin,fuhr im Sommer halt auch Motorrad und machte da kaum einen Unterschied in Kurven.
Wir hatten auf dem Nachhauseweg einen Bahnübergang zu überqueren.Dieser lag in einer S-Kurve,die Straße war zudem recht abschüssig an dieser Stelle.Rechts neben der Fahrbahn ging es ca 3 Meter einen Abhang herab auf ein Feld.Schon desöfteren waren an dieser Stelle Unfälle passiert,ob im Sommer,oder im Winter.Längst sollte der Verlauf der Fahrbahn geändert werden,aber die finanziellen Mittel waren wohl nicht gegeben.
Noch heute weiß ich genau,daß im Auto der song "nineteen" von Paul Hardcastle lief.Ich sang,zumindest im Gedanken,mit.Kurz,bevor dieser Bahnübergang kam,kreischte die Freundin meiner Schwester noch übermütig"Achtung,gleich hüpfen wir"!Tja,und das war es dann erst mal.Das war das letzte,was ich auf dieser Autofahrt mitbekam.
Als nächstes blickte ich aus etwa 10 Meter Entfernung und auch in etwa genausoweit darüber,auf das Auto,oder das,was davon übrig war.Es lag auf dem Feld.Ich sah meine Schwester,wie sie in meine Richtung gerannt kam,wohl schreiend und weinend,was ich in ihrem Gesicht sah.Hören konnte ich jedoch nichts.Auch empfinde ich rein garnichts bei ihrem Anblick.Es ist ein ganz neutrales Beobachten.Ich fühle eine gewisse Wärme,ein angenehmes Gefühl...Ich beobachte einen Mann und eine Frau,die nahe bei dem Auto stehen.Auch ihre Gesichter drücken Sorge und Angst aus,das sehe ich,aber auch hier scheint es mir völlig egal,zumindest spüre ich selber keine Sorge und auch sonst nichts.Auch die Freundin sehe ich bei dem Fahrzeug stehen.Mundbewegungen sehe ich ebenfals,aber ich höre keine Stimmen.Ich sehe den Atem aus den Mündern,es ist wohl kalt,aber ich spüre keine Kälte und auch sonst rein garnichts.Ich sehe Feuerwehrautos und Polizeiautos,beobachte,wie sie sich an dem hinteren Teil des Autos zu schaffen machen.Ich denke nichts,beobachte nur.Nicht im Sinn,daß ich noch in desem Fahrzeug bin,wie auch,ich beobachte ja alles.Genau beschreiben kann ich das alles nicht,ich denke,niemand könnte das,wenn man nicht mal genau weiß,warum,wieso und was da eigentlich genau geschieht.Ich denke auch,ich hätte mich vielleicht nicht mal daran erinnert,wenn da nicht das Ehepaar gewesen wäre,daß mich später im Krankenhaus besucht hat.Aber dazu später.
Jedenfals sind die Blder plötzlich fort.Ich spüre und fühle über mir ein Licht,möchte hinein sehen,denn es erzeugt ein schönes Gefühl in mir.Aber dann höre ich laut meinen Namen,jemand ruft laut und deutlich nach mir,aber der Ruf kommt aus einer anderen Richtung und ich spüre Angst in dieser Stimme.Das Licht ist nun auf einmal fort,leider...
Als nächstes erwache ich in einem Bett.Ich nehme ein leises Piepen wahr und ein paar andere Geräusche.Als ich meine Augen öffne, beugt sich eine Frau über mich,deren Gesicht ich nur verschwommen sehe.Sie sagt mit einem Lächeln im Gesicht,Gott sei Dank,da bist du ja wieder.Irgendetwas in mir sagt,daß ich nun wieder einschlafen kann.
Ich werde wieder wach ,diesmal keine Geräusche,dafür sehe ich aber diesmal meine Eltern,sie stehen neben meinem Bett und haben Tränen in den Augen.
Ich habe damals bei diesem Autounfall 3 Wirbelbrüche,2 Rippenbrüche,einen Schlüsselbeinbruch,eine Gehirnerschütterung,mehrere Schnittwunden,Prellungen und,was wohl das Schlimmste war,eine Lungenquetschung davon getragen.Wie man mir später sagte,lag ich 3 Tage im Koma und erst bei meiner Entlassung sagte man mir,daß sie nicht wußten,ob ich überlebe.
Zu dem Ehepaar,daß ich vorhin erwähnte,ist zu sagen,als dieses damals ins Krankenzimmer kam,ich teilte es dann mit meiner Schwester,erkannte ich es wieder.Ich sagte ihnen,daß sie doch am Unfallort waren,ich hätte sie da gesehen.Sie schauten sich nur verwundert an und meinten,das könne ja garnicht sein.Ich wäre zu dem Zeitpunkt ja noch im Auto eingeklemmt gewesen und sie waren schon fort,als ich befreit wurde.Sie riefen damals die Feuerwehr und Polizei.Da kam meine Erinnerung langsam...und ich begreife bis heute nicht genau,in welchem Zustand ich dies nun alles erlebt habe.War es eine Vorsichtsmaßnahme des Körpers,daß er meinen Geist aus diesem entfernte für eine gewisse Zeit,um nicht den Schmerzen ausgesetzt zu sein.So könnte man es sicher sehen.Vielleicht war es aber auch die erste Stufe zum Tod.Dies ist eigentlich fast schon meine Überzeugung,was wäre gewesen,wenn ich diesen Ruf nach meinem Namen nicht gehört hätte?Ich wäre sicher zu dem Licht gegangen,daß so warm war und das dieses angenehme und wohlige Gefühl in mir erzeugte.Wäre es dann vorbei gewesen ?Nun,das werde ich wohl nie erfahren.Erst,wenn es wirklich mal Zeit ist,zu gehen...

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Kommentare

-squib- schrieb am 2009-04-04 19:33:21:
ich finde sowas immer wieder interressant meine gedanken dazu lassen sich nur schlächt in worte fassen
chevyvan15@aol.com schrieb am 2008-11-28 01:09:23:
wow....mehr kann ich im moment nicht sagen.....jetzt hast Du einen zweiten geburtstag zu feihern;-)....genieße Dein
Leben mehr als zuvor.....
Dos, Susanne schrieb am 2007-12-27 00:42:52:
...ich möcht das jetzt hier gerne kommentieren, aber mir fällt kein passender anfang ein...also einfach los....das ist wirklich...unglaublich...wahnsinnig gut beschrieben....und traurig....es macht einen sehr nachdneklich...was da passiert ist, wird man wohl wirklihc erstmla nicht rausfinden können...aber vllt gibt uns ja doch irgendwann etwas einmal eine antowrt...
lg

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