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Kategorien > Aus dem Leben > Tierisches

Mein Hund Lady

von Silberhorn

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Mein Hund Lady

Ich war 10 Jahre, als ich sie in mein Herz geschlossen habe. Meine Mutter und ich haben sie von einem Bekannten bekommen, nach ewig langem Zureden, weil er den Hund im Wald schwer verletzt gefunden und gesund gepflegt hatte. Dann, nachdem es dem Armen wieder besser ging, wurde der Hund als Kettenhund behalten. Kein schönes Leben. Jeden Tag und jede Nacht alleine bei seiner Hundehütte angekettet zu sein und niemanden zu haben, der sich um einen kümmert, war ein Schicksal, dass ich nicht haben wollte. Doch zum Glück kamen meine Mutter und ich auf Besuch. Mir viel gleich der abgemagerte schwarz mit ein bisschen braun und weiß Färbung auf. Kein Zweifel, ein Schäferhund. Doch in diesem Zustand, glich er eher einem Skelett, mit Fleischfetzen am ganzen Körper. Mit traurigem Blick durchfuhr er meine Augen und blickte mir bis tief in mein Herz hinein. Ich hatte Mitleid mit ihm.
„Mama, was ist den mit diesem Hund in der Ecke dort los?“, fragte ich sie und zupfte an ihrem Ärmel. Jetzt fiel ihr ebenfalls die ärmliche Gestalt an der Kette auf. Ohne zu zögern schritt sie direkt auf den Hund hin. Dieser schien erstaunt zu sein, denn sein Kopf erhob sich sogleich. „Vorsicht, vielleicht beißt er!“, schrie ich ihr hinterher, doch meine Mutter schien keine Angst zu haben. „Du Armer!“, begann sie mit dem Hund zu sprechen und streckte dabei ihre Hand nach dem Kopf aus. Dieser schmiegte sich ihr entgegen, ohne jegliche Angst vor der fremden Person, die sich dem Hund genähert hatte. Sogleich entzog sich der Hund der zärtlichen Geste meiner Mutter wieder und zog den Schwanz ein. Sie bemerkte hinter sich einen Schatten, einen großen Schatten. Sie drehte sich um und erkannte ihren Bekannten an den kurzen grauen Stoppelhaaren und der blauen Arbeitsmütze, die er stets immer trug.
„Was machst du denn hier?“, ertönte seine Stimme etwas verärgert. Meine Mutter erhob sich, kurzerhand noch einen Blick an den Hund gerichtet, bevor sie sich dem Bekannten zuwandte.
„Ich habe diesen Hund hier gesehen und mich um ihn gekümmert. Ich möchte ihn haben, denn du scheinst dich ja nicht um ihn zu kümmern!“, entgegnete meine Mutter mit scharfer Stimme. Damals hatte ich noch Angst vor dem Bekannten, deshalb versteckte ich mich hinter meiner Mutter. „So, du willst ihn also haben, wie? Was glaubst du, wer du bist? Dieser Hund gehört mir und ich werde ihn nicht hergeben. Er ist für nichts zu gebrauchen!“
„Warum möchtest du ihn dann behalten. Dieses Tier braucht Zuneigung und Pflege!“, flösste sie ihm ein. „Gib ihn mir! Dann bist du ihn los und ich kann mich um ihn kümmern!“
Der Bekannte durchfunkelte sie mit seinen Augen. Er war mit ihren Worten nicht einverstanden, noch dazu, weil sie von ihr kamen. Er konnte ihr ihre Worte nicht verwerfen. Er musste sich eingestehen, dass sie Recht hatte, obwohl ihm das gar nicht gefiel.
„Also gut, wenn du den Köter unbedingt haben möchtest, nimm ihn, aber ich warne dich: Wenn du ihn wieder zurückgeben willst, nehme ich ihn nicht an. Und jetzt verschwinde!“
Er löste die Ketten des Hundes von seinem Hundehäuschen und verschwand. Der Hund knurrte ganz leise, vorauf sich sein Fell sträubte, er aber zugleich zu zittern begann. Was musste er schon alles miterleben!
Nachdem wir einen Platz geschafft hatten im Auto, hoben wir ihn hinein, weil er es nicht gewohnt war, mit einem Auto zu fahren. Etwas misstrauisch guckte er aus dem Hinterfenster und rutschte nervös auf seinem Hinterteil hin und her. Während wir uns hineinsetzten, wagte ich einen Blick nach hinten. Nervös hechelte er und begann zu winseln.
„Keine Sorge“, beruhigte ich denn Hund und streichelte dabei seinen Kopf, dass ich mich zuvor noch nicht getraut habe, weil ich ihn noch nicht kannte, „aber jetzt wird es dir bei uns besser gehen. Wenn wir zu Hause sind, wirst du als erstes ordentlich gebadet!“
Der Hund genoss meine Zärtlichkeit und schmiegte sich an mich. Es war ungewöhnlich, aber er schien, als mochte er mich schon, seit er mir in die Augen gesehen hatte. Langsam wurde er ruhiger und meine Mutter startete den Motor an.
Zu Hause angekommen wurden wir gleich stürmisch von Dino, unserem Schäferhund begrüßt. Bellend und wedelnd zugleich sprang er auf uns und sah uns mit freudigen Augen an. Dino war froh, uns wieder zu sehen, denn er stammt aus demselben Haus, wie der Hund, den wir uns gerade geholt hatten. Als erstes mussten wir ihn im Wohnzimmer einsperren, damit wir die neue, wo wir herausfanden, dass es eine Sie war, ins Bad brachten.
Nach dem Abschruppen und bürsten, merkte man, dass sie sich jetzt in ihrer Haut ganz wohl fühlte und erkundete mit ihrer Nase das ganze Haus. Ich fand es lustig, als sie an der Wohnzimmertür schnupperte und das leise Winseln von Dino erhaschte. Wedelnd stand sie davor, doch als Dino zu bellen begann, machte sie einen Sprung nach hinten. Meine Mutter beschloss, die beiden erst einmal kennen lernen zu lassen, natürlich unter Aufsicht, denn man konnte ja nicht wissen, wie sie aufeinander reagierten. Sie rannten auf sich zu und verzögerten ihr Tempo, als sie sich gegenüber standen. Gegenseitig beschnupperten sie sich an ihren Hinterteilen. Dino schien gefallen an ihr zu finden, denn als er sich auf seinen Platz, eine braune weiche Decke, legte, durfte sie sich zu ihm dazu legen. Ich fand diese Geste sehr rührend, denn mit solch einer positiven Reaktion hatten meine Mutter und ich nicht gerechnet. Später fanden wir heraus, dass Lady, so gab ich ihr den Namen, noch sehr jung war. Gerade mal ein Jahr alt. Dies schien auch der Grund zu sein, weswegen Dino sie sofort annahm. In seinen Augen musste sie noch ein Welpe sein. Wir waren auf jeden Fall sehr stolz auf ihn, dass er sie so liebevoll aufnahm. Einmal beobachtete ich sogar, als er sie abschleckte und sich mit ihr spielte. Dino war gerade einmal 6 Jahre und tollte mit ihr im Garten herum. Lady lebte sich sehr schnell ein und fühlte sich sehr wohl bei uns. Manchmal nahm ich sie sogar in den Arm. Leise winselnd gab sie mir zu verstehen, dass sie dies mochte und schleckte meine Hand ab. Ich mochte sie.

Ein Jahr später, als wir nach Hause kamen, erwartete uns eine kleine Überraschung. Hundewelpen. Mit so etwas hatten wir gar nicht gerechnet, aber wir es schien, hatte Dino ganze Arbeit geleistet. Drei kleine schwarze Wollknäuel lagen in ihrem Körbchen und schrieen nach ihrer Mutter. Ich verlor sofort mein Herz an sie. Alle hatten dieselbe Farbe, wie unser schwarzer Schäfer Dino, schwarz. Doch was mich am meisten faszinierte war, dass die Welpen unterschiedlich groß waren. Trotzdem freuten sich meine Eltern und ich über dieses liebe Geschenk von Lady. Aber als wir in die Küche kamen, bekam meine Mutter einen Schock. In der Küche waren manchmal ein paar Blutflecken im Teppich zu sehen und das Tischbein mit der Standuhr, war zerbissen. Später fand meine Mutter heraus, dass sie große Schmerzen während ihrer Geburt gehabt haben musste. Dies erklärte zumindest das Zerbeißen der Möbel.

Die Welpen wuchsen prächtig

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Kommentare

mixi ni schrieb am 2007-04-29 16:37:49:
gar nicht mal so schlecht! aber ich kenne bessere von solchen geschichten!!

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