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Kategorien > Dichtung > Liebe

Mein Liebster

von gleichgesicht

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Mein Liebster

Kannte einst im Ort nen Herrn, genannt Ferrero,
gut und gern, der war ein gar treuloses Aas,
lag fort im fremden Bette, dort,
wo er Lippenliebesbeschwür mir geflüstert vergaß.
Ein Herz nur für mich, versprach er mir nett,
seine Augen aber ein Tier, sagten:
Nicht nur für dich, ich bleib nimmer nur bei dir!
So sprach ich zugleich: Mein Herz wird ganz weich,
und arg Zittern mir beide Knie,
ein fetter Schmerz zu wissen mich sicher dir nie.
So nahm ich den Dolch und führte ihn auch ins Herz bis mein Liebster schrie!
Kurz röchelte er, bis blass verreckt kein Atem mehr,
der sich aus seiner Brust entgast,
und ich in seine Augen sah,
da merkte ich erst, was geschehen war.
Das war gar nicht fein, hart traf mich die Scham,
Finger gestippt in die Lach,
geleckt mit Gier das Blut rot und noch warm,
da wurd ein Walk mir der Darm,
mein Kopf wirr und leer, mein Magen schwer,
der wollte auch heraus aus dem Bauch,
übergeben sich sehr.
So sitz ich jetzo hier und denk bei mir,
Augen ganz gross und wach und weit:
Oh weh, oh Graus, ach welch Not, welch Leid!
Frau, dein Liebster, er ist tot!
Du, die Frau, die ihn erstach!
Und fort mit Gedanken Brocken ins Klo.
Als ich mich dann erbracht,
hockte ich mich auf den Abort und grübelte dort,
was nun zu tun war.
Der Körper musste raus, so zog ich ihn aus der Tür,
die Glieder recht schwer,
im Sack vors Haus verbrachte ich ihn,
im Garten versteckt in der Nacht,
hub aus laut ächzend ein Loch, ein Grab.
Senkte den Sack, die Füsse zuerst, hinab,
am Himmel kein einziger Stern,
nur der Mond erstirnte wach,
wie ich der blassen Stirn geb zwei Küsse mit letzten Grüssen:
Mein Liebster, dein vergesse ich nie.
Ein Haufen Erde ihn behaupten wird.
So lebte ich denn, die Tage dahin,
und die Jahre vergangen, war brav,
bis ich einst da lag, und neben mir war
ein neuer Mann, der schnarchte im Schlaf
und meiner Liebe Bedarf
Verzehrte, Grabestreu vergraute,
für mich der Typ keinen Namen gehabt,
Da der Mond erschien, ins Fenster schaute,
Und ich seh seine Augen, es greult mich die Tat,
Dass nur eins ich noch Verrat zu tilgen vermag:
So nehm ich den Dolch und führe ihn auch in mein Herz.
Mein Liebster ich komme zu dir.

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Kommentare

grace schrieb am 2008-09-07 11:45:56:
das is hart...
aber eig garnicht schlecht geschrieben...

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