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Kategorien > Fantasy und Liebe > ungewöhnlich

Mein Unleben als Kainit (Vampir)

von Jitori

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PROLOG
Verwandlung - vom Menschen zum Vampir

"Bitteschön", ich stellte dem Gast seine bestellte Mahlzeit hin und setzte wieder mein gespieltes Lächeln auf, um den Kunden zufrieden zu stellen. Dennoch empfand ich den Gast als angenehm, denn er war einer der Stammgäste, doch ich hatte mich so sehr daran gewöhnt, immer höflich auf der Arbeit auf andere zu wirken, das ich mein Lächeln schon gar nicht mehr richtig wahr nahm, geschweige denn es ehrlich meinte. "Danke dir Ellen." Ich nickte und wünschte guten Appetit, eher ich wieder in die Küche ging. Ich stellte das Radio ein, machte meine Arbeit fertig und unterdrückte den Wunsch, mich zu setzen, der Musik zu lauschen und vor mich herzuträumen. Schon lange widersetzte ich mich dagegen... Es war immer schön, ich hatte alles das ich immer wollte. Aber es war nicht mehr als ein Traum - und dadurch schmerzte die Realität nur umso mehr. Es war keine Zeit mehr für solche Dinge, akzeptieren musste man sein Leben und fertig. An Mehr wollte ich nicht mehr denken, es war unsinnig.
Als ich zu einem weiteren Male die Bestellung abstellte, bemerkte ich wieder dieses Schauern über meinen Rücken. Er war wieder da. Ich schaute mich unauffällig und vorsichtig um. Ich spürte gerade zu seinen durchdringenden Blick. Er machte mir noch immer Angst. Obwohl er des öfteren nun schon hier zu Gast war, machte er mir Angst wie am ersten Tag... Ich schluckte. Das machte mich so wütend! Aber ich würde nicht zurückschrecken, nein, ich würde nicht davonlaufen wie ein Angsthase, nein, schon alleine aus trotz werde ich ihm in die Augen sehen! Es dauerte nicht lange, bis ich ihn erblickt hatte. Er saß mal wieder in der dunkelsten Ecke. Ich unterdrückte gerade noch das Beben meines eigenen Körpers und blickte ihm in die Augen, zumindest glaubte ich das, denn man konnte durch die Dunkelheit nur die Umrisse erfassen. Aber er war es zweifellos, der Mann, der nie etwas bestellte, nie ein Geräusch von sich gab, sondern mich immer nur anstarrte. Lange dachte ich mir, das ich es mir einbildete, aus Angst, etwas herauszufinden, was mir nicht gefiel. Aber immer wieder erwischte ich ihn dabei, wie er mich beobachtete. Oft hatte ich mit den Gedanken gespielt, ihn rauswerfen zu lassen, schließlich waren wir hier in einem Restaurant und nicht in einer Jugendherberge, aber ich hatte einfach viel zu viel Angst. Immer wenn es um ihn ging, übermannte es mich, ich konnte mich kaum noch kontrollieren und das trieb mich noch irgendwann in den Wahnsinn.
Ich schloss meine Augen, ich hatte genug für heute, zur Hölle mit der Arbeit! Ich verließ das Haus und schnappte nach Luft. Wie konnte das denn möglich sein? Warum diese Angst? Er war merkwürdig - sicher, aber er hatte mir nie was getan... Und doch sah ich vor meinem inneren Auge, wie ER mir die Kehle zuschnürte. Warum? Ich versuchte meine Fassung wieder zu erlangen, das war doch einfach lächerlich! "Herrgott Ellen, du bist weder ein kleines Kind, noch ein Teenie! Du bist eine Frau die sich zu wehren weiß!" Schrie ich zu mir selbst. Ich durfte nicht vergessen wer ich war... "Wir haben 1999, du bist 26 Jahre alt, du hast Erfahrung und bist stark!" Flüsterte ich zu mir selbst um mir selbst Gut zuzureden, überrascht stellte ich fest, das es mich tatsächlich beruhigte.
Ich hatte mir etwas Zeit gelassen und ging wieder rein, schaute vor Neugierde in die dunkle Ecke, aber er war fort. Mal wieder, immer wenn ich wieder und wieder nach ihm schaute, um ihn im Auge zu behalten, war er im nächsten Moment verschwunden... Aber... Verdutzt kam mir der Gedanke, das ich doch eben die ganze Zeit an der Tür gestanden hatte... Er konnte nur noch aus der Hintertür rausgegangen oder aus einem Fenster gestiegen sein... Aber wieso zum Teufel sollte er das tun? Das ergab doch alles keinen Sinn... Ich weiß nicht wie lange ich dastand und darüber grübelte, bis ich einsah das ich ja doch keine Antwort auf meine Fragen bekommen würde...

Dankbar, mich endlich entspannen zu können, ließ ich mich auf das Bett fallen und schloß die Augen. Oft mache ich mir, wenn ich mir sicher war, alleine zu sein, Gedanken über meine Herkunft. Ich wollte nicht, das jemand meine Gefühle erkundete... Das ging keinem etwas an.
Ich wusste zwar nicht wo ich geboren wurde, aber was mich immer mehr interessierte, war meine Mutter. Noch heute wüsste ich gerne, was in sie vorgangen war. Früh hatte ich von meinem Ziehvater erfahren, das mein leiblicher Vater früh gestorben wäre, ich ein Einzelkind war und meine Mutter kurz nach meiner Geburt urplötzlich verschwand. Entsetzt musste ich erfahren, das mein Ziehvater Harris, ein alter Freund meiner Mutter gewesen war, aber nichts mehr von ihr gehört hatte, seitdem sie mit meinem leiblichen Vater verheiratet gewesen war... Er hatte mir erzählt, das sie plötzlich einfach bei ihm aufgetaucht war, auf der Suche nach einer Bleibe. Meine Mutter hätte ihm erzählt, das, nachdem mein leiblicher Vater gestorben war, ihre Zuhause verloren hatte und nun keinen mehr hatte, bei dem sie unterkommen konnte...
Harris hatte ihre Not gesehen und hatte sie aufgenommen, er hatte ihr ein Zuhause gegeben... Aber eines Tages war sie plötzlich verschwunden gewesen und hatte mich, Ellen, bei ihm zurückgelassen. Wie ein altes Spielzeug, das man nicht mehr haben wollte... Kein Abschiedsbrief, keine Erklärung... Nichts... Sie war einfach weg...
Ich öffnete unbewusst meine Augen und runzelte die Stirn. Sie hatte mich geboren und mich allein gelassen. Und wieder kamen diese Fragen, die immer auf mich einstürmten, wenn ich darüber nachdachte. Hatte sie mich nicht geliebt? War sie in Not gewesen und wusste nicht wohin? Trug sie ein Geheimnis in sich, von dem keiner etwas ahnte? War ich nicht geplant gewesen? Wollte sie mich loswerden? War ich ihr ein Dorn im Auge?... Ich wusste es nicht... Immer fragte ich meinen Ziehvater danach, ich trug Hoffnung in mir, endlich Antworten zu bekommen... Wenigstens eine Erklärung zu erhalten, ob ich es verstehen konnte, war eine andere Sache. Aber er blieb mir alle Antworten schuldig, er wüsste es nicht, sagte Harris immer wieder, aber aufgeben konnte ich nicht... Er war die einzige Chance für mich, Antworten zu erhalten. Und nun? Nun war er tot... Es war zu spät. Meine Fragen konnten nicht mehr beantwortet werden. Wollte er es mir nicht sagen, aus Angst, es würde mich verletzen? Oder wusste Harris es wirklich nicht? "Fragen über Fragen", sagte ich etwas genervt, aber auch traurig zu mir selbst. Immer mehr Fragen und keiner konnte mir eine Antwort geben... Er war immer mein einziger "Strohhalm" gewesen, er war meine einzige Chance, etwas über meine leibliche Mutter zu erfahren, aber auch dieser Lichtblick war nun erloschen. Nun war ich allein und würde es bleiben. Ich fühlte mich schon damals als Kind allein und daran war meine nicht ganz Mutter unschuldig. So sehr ich mich nach ihr sehnte, so viel ich auch über sie wissen wollte. Sie hatte mich alleine gelassen, ihre leibliche Tochter. Einfach so, von heute

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