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Kategorien > Humor > Erfahrungen

Mein Zivildienst

von Morton Olson

Viele Freunde und Verwandte sprechen mich an und wollen von mir wissen, wie denn mein Zivildienst gewesen sei. Sie haben viel über die neuen Reformen gehört und im Allgemeinen einige Schauergeschichten mitbekommen dürfen.
Ich bin noch ein Unikat, da ich den Zivildienst unter den alten Bedingungen geleistet habe. Ich wurde auf Stufe drei gemustert und bin trotzdem eingemustert worden. Heute ist so etwas unvorstellbar. Mit drei gemustert zu werden heißt, dass man den Dienst an der Waffe nur eingeschränkt leisten kann.
.Meine Aufgebe bei der Bundeswehr hätte sich auf das schreiben von Briefen, Befehlen und Arresten beschränkt. Ich wäre der " Krüppel der Nation", oder mich hätten alle beneidet. Ich hätte sogar weniger marschieren müssen, als in meiner Zivizeit. Väter, Auszubildende, Studenten, über 23- jährige, unter zwei gemusterte- Sie alle müssen keinen Dienst mehr machen.
Als ich dies damals hörte, habe ich mich richtig geärgert, dass ich nicht schon Vater geworden bin, oder die Schule abgebrochen habe und nicht schon eine Ausbildung begann. Ich habe die Menschen aus den Talkshows beneidet.

" Ja, was kann ich euch über meinen Zivildienst erzählen? Da muss ich einmal überlegen.
Wie oft war ich überhaupt anwesend?
War ich überhaupt anwesend?
Habe ich überhaupt Zivildienst gemacht?

Ach stimmt, ich kann mich erinnern! Es ist schon eine Zeit her. Wo war ich nur mit meinen Gedanken. Drei Wochen sind schon ganz schön lange.
Ich muss dazu sagen, drei Wochen sind eine lange Zeit, wenn man im Delirium war. Nachdem ich meinen letzten Arbeitstag hatte bin ich mit Freunden in den Park gegangen, habe mein erstes Bier geöffnet und weg sind die Erinnerungen. Dass ich hier auf der Bühne stehe ist reiner Zufall. Ich weiß gar nicht, wie ich hierher gekommen bin. Ich stand draußen an einer Tür und wollte einfach nur pinkeln. Auf einmal wurde ich hoch gezerrt und auf die Bühne getränkt. Nun bin ich hier.
OK, jetzt erzähle ich also über meinen Zivildienst. Es wird ein kurzer Einblick, da ich erst einmal zu mir kommen muss und meine Gedanken sammeln möchte. Ich muss mich regenerieren.
Ich kann ihnen sagen: Ich war auf einer Scheißstation, mir hat es dort gestunken, ich hatte im wahrsten Sinne des Wortes fast nur mit Arschlöchern zu tun.
Ich war auf der proktologischen Station.
Auf dieser Station liegen Patienten, die am Darm operiert werden, denen Fisteln entfernt werden, oder Patienten, die eine Aubergine im Aftergang stecken haben.
Wie Aubergine? Ja, sie haben richtig gehört: " AUBERGINE" oder wie die Hesse zu sagen pflegen : " OHBERGIiNE". So etwas gibt es. Es gibt anscheinend sehr frustrierte Menschen. Wenn es klappt, herzlichen Glückwunsch. Denn finde mal einen Mann, der einen so..eh ja zurück zum Thema.
Diese Person musste wegen einer " Aubergine", nicht Zucchini oder Gurke, ins Krankenhaus. Nein, wegen einer "AUBERGINE". Der Chirurg hat dann stolz verkündet, dass er sie mit einer exzellenten OP unbeschädigt herausbekommen hat.
Ja, ja, diese Gemüsefetischisten! Zum Glück ist das Gemüse auf den Essenstellern klein geschnitten, oder wie es im Krankenhaus üblich ist: zermanscht.
Apropos Essen. Das "gute" Krankenhausessen.
Das Essen ist so "gut", dass man sogar sterbende wieder ins Leben zurückholen kann, wenn diese spüren sollten, dass etwas auf ihrem Tablette fehlt. Nachdem diese es gegessen haben, würden sie sich wünschen, diesen Schritt zurück niemals begangen zu haben. Nörgeln tun sie auf jeden fall. Besonders Frauen nörgeln im Krankenhaus am Essen.
Nun ein kleiner Dialog zur Verdeutlichung der vorangegangenen Ausführungen:
Patientin: " Oh, haben sie denn nicht etwas anderes zum Essen?"
Netter Zivi: " Leider nicht, mir tut es unendlich leid, das Essen ist so geliefert worden. Ich kann aber noch einmal nachschauen."
Patientin: " Jetzt bin ich aber enttäuscht. Letztes Jahr war der Service hier viel besser." Kaum hat man antworten wollen, knallt die Tür zu und die Person ist Weg.
Es gibt sogar Patientinnen die man den ganzen Tag nicht sieht, außer beim Austeilen des Essen, beim Abräumen und bei der Beschwerde. Man muss sie den ganzen Tag über betreuen: Ihnen Wasser bringen, Medikamente und neue Handtücher. Sie schauen einem gemütlich und erholt, aber auch ein wenig kränklich vom Bett aus zu. Aber wenn etwas beim Essen fehlt, können sie hüpfen, dann können sie dreißig Kilometer Marathons laufen, nur um mir zu sagen, dass die Gurken fehlen.
Daraufhin kommt wieder meine Antwort: " Tut mir leid."
Und deren Antwort: " Jetzt bin ich aber enttäuscht, ich habe mich den ganzen Tag auf diese eingelegten Gurken gefreut, jetzt will ich nicht mehr. Nun ist mir der Appetit vergangen." Im Endeffekt essen ( fressen) die meisten das Essen trotzdem. Es zerreist mir vor Kummer das Herz.
Wobei es immer wieder auch ein paar sture, ein paar Rebellen gibt, die es nicht einmal probieren. "OH, diese Enttäuschung."
Diese Einstellung hat den Vorteil, dass viele Patienten schneller gesund werden, um endlich wieder einmal anständig und gut essen gehen zu können.
Männer haben da weitaus weniger Probleme. Bei ihnen läuft die Essensausgabe im folgenden Ablauf ab: Man kommt mit dem Tablett ins Zimmer, gibt es ihnen und fertig. Sie essen es einfach. Männer sind in dem Fall wie Raubtiere, die ja auch nicht meckern, wenn die Gurken oder die Petersilie fehlen.
Die männlichen Patienten legen auch ihre besondere Eigenart an den Tag. Am Anfang, ungefähr die ersten vier Tage, stellt der männliche Patient immer die Frage nach dem Steak oder Schweinebraten und nach einem frisch gezapften Bier. Diese Gattung der Patienten findet es immer wieder witzig und ausgefallen solch eine Frage zu stellen. Darauf hin folgen meine Antworten. Ich gebe ihnen zur Antwort, dass ich nur einmal in unsere Minibar schauen muss, ob wir noch genügend Bier vorhanden haben. Das Steak wird noch extra auf Wunsch des Patienten zubereitet. Zumeist ist das Bier leider ausgegangen, so dass ich ihnen als Entschädigung ausnahmsweise einen Tee auf kosten des Hauses anbiete. Daraufhin lachen wir. Doch nicht nur die männlichen Patienten zeigen diese Verhaltenformen in einem Krankenhaus, sondern auch die männliche Besucher. Das liegt wohl an dem männlichen Genen.
Die Männer essen es und es ist ihnen ziemlich egal, wenn etwas fehlt. Essen und ruhe.
Mensch, warum klappt dies bei den Frauen nicht? Bekommt ihr Migräne, wenn etwas fehlt?
Es ist doch kein fünf Sterne Restaurant. Es ist ein Krankenhaus


Im Krankenhaus sollte man auch nicht unbedingt versuchen Fernseher zu verkaufen. Wir hatten da so einen Zivi, der uns Kollegen immer wieder angeboten hat, welche zu kaufen. Er meinte, er habe jetzt ein Geschäft eröffnet. Auf die Frage, ob die Fernseher "vom Laster geflogen" sind, antwortete er, dass alles legal sei, wir aber trotzdem niemanden davon erzählen sollen.
Er hat immer nur Erzählt und erzählt. Diese Person hat gesprochen ohne Ende. Doch etwas Sinnvolles kam nie dabei heraus. Man darf ihnen gar nicht berichten, wovon uns erzählte und über welche Themen er sprach.
Sollte ich dies tun, müssten sie ihren Kinder die Ohren zuhalten, die Polizei würde mich aufs Revier begleiten und verhören und jeden Germanisten schwindelig dabei werden. Er war ein Phänomen. Seinen Namen konnte oder wollte sich keiner merken.
Die einen kannten ihn nicht und ich habe ihn immer bei seinem Nachnamen genannt, bei dem ich dachte es sei der Vorname.
Nachdem er ins Lager versetz wurde, seiner Meinung nach freiwillig, verschwand auf einmal der Tinitus seines Stationskollegen. Die Sonne ging für diesen wider auf. Er erschrak sogar vor der plötzlichen Ruhe, die nun eingekehrt war. Er konnte endlich wieder das zwitschern der Vögel hören. An so etwas musste er sich erst wieder gewöhnen.
" Und wenn er nicht gestorben ist, dann wundern wir uns noch heut."

Ja, Zivis!? Solche gibt es. Ein paar sind unverständlicher weise dort sehr auf Geld fixiert.
Wenn man als Zivi "Geld machen" will, dann hat man zwei Möglichkeiten.
Die erste wäre, dass man des Öfteren und lange krank macht, um noch zusätzlich das Essensgeld zu kassieren. In diesem Fall wird es ausgezahlt.
Die zweite ist, dass man, wenn man auf einer Station beschäftigt ist, auf der man Trinkgeld bekommt, fleißig arbeitet, arbeitet, arbeitet und freundlich ist.
Wir Zivis müssen einiges durchmachen. Wir werden in jeder Hinsicht ausgenutzt. Nicht nur auf der Station zum arbeiten, aufräumen, für Botengänge oder als Atiutanten der Schwestern. Nein, wir sind auch zur Belustigung, vielleicht auch zu einer gewissen Befriedigung da.
In unserem Krankenhaus ist das Einkleiden der Zivildienstleistenden ein besonderes Ritual. Für uns ist dies weniger schön. Für die Personaldienstleiterin aber umso schöner.
Dass ich von einer anderen Person angezogen wurde habe ich das letzte Mal im Grundschulalter erlebt. Damals von Mitgliedern meiner Familie, aber nicht von einer Frau, die ca. 100 Jahre alt ist, braungebrannt, Heuschrecken dünn und aufgetakelt wie eine Marionette ist. Man darf nicht vergessen, dass sie dazu spitz wie Lumpi ist. Sie ist ein Grund für Alpträume und schlaflose Nächte. Sie holt jeden Zivi einzeln in die Wäscherei und kümmert sich rührend um einen. Wenn sie ganz wild ist, holt sie sogar gleich zwei. Es fängt ja noch recht normal an, indem sie uns die Kleidung aussucht. Die Anprobe aber ist ein Highlight.
Nur nicht für uns. Für uns ist sie eine Qual.
Es ist unangenehm, wenn man von einer notgeilen Heuschrecke angezogen wird. Wenn man halb nackt vor ihr steht. Jeden Knopf einzeln zugemacht bekommt, das Hemd in die Hose gesteckt kriegt und sie doch so "fürsorglich" an einem herumzottelt und die Kleidung gerade streift.
In ihr Büro traut sich keiner freiwillig hinein. Außer vielleicht Geldgeile Zivis. Den Rest können sie sich ja denken - Oh! - Was für ein grausamer Gedanke- Diese armen verlorenen Seelen- Gott habe sie selig.
Diese Frau ist ein Mysterium. Kaum ist etwas im Krankenhaus passiert, ist diese Frau schon an Ort und stelle. Sie hat ein Gespür für besondere Ereignisse ( auch wenn sie nicht sonderlich wichtig sind). Sollten diese nur sekundär sein, macht sie ein Großereignis daraus. Sie ist überall dabei, sogar wenn es sie nichts angeht oder es nicht in ihr Aufgabengebiet fällt.
Sie macht es zu ihrer Aufgabe.
Es kommt in diesem Haus auch häufiger vor, dass Prominente Menschen sich dort behandeln lassen. So war es auch im Herbst, am Anfang meines Dienstes.
Zur Behandlung geladen war ein Formel-1 Fahrer. Dieser wurde aber von dieser Frau sofort abgeschirmt und ins Zimmer geschmuggelt. Zu Gesicht bekommen haben wir ihn zwei Minuten. Mich hat es gewundert, dass er dort nicht verhungert ist. -Sie sollte vielleicht Bodyguard werden-. Sie hat eine Neigung zu Berühmtheiten oder reichen Menschen. Die optimale Mischung wäre aber ein reicher Zivi.
Sie schreckt ab.
Ein weiteres Merkmal sind ihre Stöckelschuhe, die man schon auf hundert Meter hört. Das Klacken ihrer Schuhe ist vergleichbar mir dem Ticken der Uhr in des Krokodils Bauch bei Peter Pan.
Tick Tack, klick klack, tick tack, klick klack
"Schnell das Essen muss weg." Hallt es auf der ganzen Station
Hört man dieses Klicken, muss man in Windeseile das Essen verstecken. Dazu muss man ein eingespieltes Team sein, oder Konsequenzen befürchten.
Klick klack klick klack klick klack
Und sie kommt immer näher.
Die Spannung steigt.
In sekundenschnelle muss alles beseitigt werden. Der Schweiß rennt gen Süden am vor Angst pochenden Herzen vorbei. Die Nerven flattern, die Adern pulsiren und der Blutdruck steigt.
Klick klack klick klack
Die Stunde der Wahrheit...
Weshalb diese Spannung? Nun, ich erkläre es ihnen.
Das Problem in diesem Haus ist, dass man übrig gebliebenes unberührtes Essen lieber in den Müll schmeißt, als es der Belegschaft zu geben.
Wir essen es trotzdem. Es ist eine Unmöglichkeit uns dies zu verbieten.
In jedem Mitarbeiter steckt ein Rebell. Ach Quatsch. Wir werden vom Hunger getrieben.
Aber diese Frau erlaubt es uns nicht. Will sie es am Ende selber haben? Oder ist sie eine Sadistin? Wenn sie es nicht essen kann, dann keiner!
War sie, bevor sie ins Büro wechselte und noch als Krankenschwester tätig war etwa dicker, als sie es jetzt ist? Ist der Umzug ins Büro der Grund für ihr Heuschreckendasein? Was ist nur geschehen? Bekommt sie zu wenig Liebe? Unbefriedigte Triebe?
Na ja, egal, mich muss das nicht mehr interessieren. Ich war immer satt.

Wenn ich über Liebe und Triebe erzähle, dann muss ich an die Intensivstation denken.
Die Mitarbeiter auf dieser Station bekommen wohl mehr als eine Handvoll. Ich weiß nicht, weshalb dort nicht eine interne Entbindungsstation installiert wird. Das Team muss regelmäßig wegen Schwangerschaften ausgetauscht werden. Die Konsequenzen sind, dass jetzt eine neue Stationsleitung eingestellt wurde, da die Vorige schwanger geworden ist. Jetzt fragen sie sich wohl, weshalb nicht ihre Vertretung die Stelle übernommen hat. Die Antwort müsste ich jetzt wohl kaum geben. Mache es trotzdem. Sie ist schwanger. Und nicht nur diese.
Auch die Stellvertreterin der Stellvertreterin.
Ach ja, auch deren Stellvertreterin.
Nun hat man also einen Pflegeleiter angestellt. Bei ihm scheint die Gefahr nicht so groß zu sein, dass er schwanger wird. Doch ich wäre mir nicht so sicher, dass dieser nicht auch irgendwann in den Mutterschaftsurlaub geht.
Sein Freund und er werden vielleicht den Wunsch hegen, ein Kind zu adoptieren. Man weiß ja nie. Ich zumindest könnte ihn mir gut als Mutter vorstellen.


Die Fliege, die Fliege
Die ist so gemein
Sie fliegt in seinen Mund
Und nistet sich ein.
Sie legt ihre Eier auf seine Zunge,
Doch dort ist es ihr zu feucht,
Nun besucht sie die Lunge.

Sie müssen immer aufpassen, sollte eine Fliege den weg in ihren Mund finden. Es könnte passieren, dass sie ihre Eier in den Ihren legt, diese schlüpfen, sich vermehren und sie anschließend grausam und skrupellos töten.
Na ja, halb so schlimm, dann haben sie wenigstens immer reichlich Eiweiß im Körper.
Ein Patient von uns hat wirklich geglaubt, dass eine Fliege ihre Eier in seinem Mund gelegt hat. Als wir ihn beruhigen wollten und versicherten, dass dies nicht möglich sei, fühlte er sich verarscht und wurde sauer. Er konnte sich nicht mehr einkriegen, so dass ihm ein verschriebenes Beruhigungsmittel verabreicht werden mußte.

Wir hatten einige Unikate auf der Station liegen. Wir hatten Patienten deren Lebensinhalt Medikamente sind. Patienten deren Lebensinhalt das Essen ist. Patienten, deren Lebensinhalt das Meckern ist und so weiter und so fort.
Mir tun diese Menschen zwar leid, aber ab und zu muss man sich amüsieren. Das hat dann auch nichts mit ihrer Krankheit zu tun. Wir hatten einen Patienten, der mit dem Rollstuhl durch das Zimmer fuhr und seinen Kot dabei verteilt hat. Es ist traurig, aber auch lustig. Ich stelle mir dazu vor, dass dieser einen großen Dirigentenstock in der Hand hält, einen "Marschallshut" trägt und dazu Marschmusik laufen lässt.
Wenn man in einem Krankenhaus als Zivildienstleistender arbeitet, hat man es nicht immer leicht (siehe Einkleiden), aber es stärkt deinen Charakter. Mir persönlich hat der Dienst sehr viel gebracht. Ich habe im Umgang mit Menschen viel dazu gelernt. Sowohl mit Älteren, Kranken, als auch mit Kollegen. Ich habe gelernt, wie man sich als Arzt eines Krankenhauses verhält. Ich bin ab und an wie ein Arzt durch die Gänge stolziert und habe meine Abzeichen (die Kugelschreiber) allen Menschen sichtbar an meiner Brusttasche präsentiert. Ich schätze, dass einige Patienten der Meinung waren ich sei ein Arzt. Vielleicht dachten sie sich auch nur, ich sei bekloppt und haben sich gewundert. Ich persönlich konnte nicht viel über meine Station, den Dienst und die Aufgaben meckern, tat es manchmal trotzdem. Wie es nun einmal so im Krankenhaus oder allgemein im Beruf ist.
Ich hatte ehrlich gesagt Glück, auf diese Station gekommen zu sein. Kleinere Streitigkeiten und Intrigen gab es natürlich auch, aber die sind leider in vielen Betrieben, Familien und in der Gesellschaft üblich. Ich habe mich, wenn es mal eine gegeben haben sollte herausgehalten, höchstens aus Neugierde mir alles angehört.
Aber ich muss sagen, dass meine Mitarbeiter mich wirklich sehr nett aufgenommen haben, mich gut integrierten, respektierten, mich in die Gemeinschaft als fast vollwertiges Mitglied aufnahmen und mich bewunderten. Ich kann es ihnen nicht verübeln, so ist es nun einmal.
Auch wenn es sich für viele unglaubwürdig und dumm anhört, bin ich dankbar den Dienst gemacht zu haben. Er war ein wichtiger Schritt in meiner Entwicklung und hat mich reifen lassen. Ich habe in dieser Zeit auch herausfinden können, was ich in meinem Leben erreichen möchte und wie ich mich zu orientieren habe. Ich bin erst am Anfang, doch war diese Zeit ein Wegweiser oder ein Pfeiler auf dem weg zum Ganzen, meinem Leben.
Das ist auch ein Grund, weshalb ich für den Zivildienst plädiere. Solch ein Dienst ist nicht nur für die Entwicklung eines jeden wichtig, egal, ob man positive oder negative Eindrücke bekommen hat. Diese beiden Faktoren spielen eine wichtige Rolle im Leben mit denen man immer wieder konfrontiert wird. Der Zivildienst bringt aber auch sowohl Patienten, als auch einer Sozialen Einrichtung, einem Krankenhaus große Vorteile. Es ist schön zu sehen, dass man den Menschen auf irgendeine Art helfen kann. Ich habe es genossen Patienten immer wieder zu ermuntern und zu erheitern und habe hauptsächlich positive Resonanzen erhalten, die mich wiederum auch erfreuten und Selbstvertrauen und Zufriedenheit gaben.
Gut für das Krankenhaus ist, dass wir billig sind und die Schwestern und Pfleger entlastet werden. Wir möchten ja nicht, dass diese selber Medikamente von anderen Stationen holen und sich überanstrengen (lol)
Ich respektiere die Arbeit eines jeden in solch einer Einrichtung.
Euch gilt mein Respekt.
Über meine Mitarbeiter und über Ärzte habe ich jetzt wenig berichtet, da ich eventuell an der Seite eines solchen stehe und ohne Komplikationen entlassen werden möchte. Dies war ein kurzer Einblick in meine Zivildienstzeit, der garantiert erweitert wird. Aufzeichnungen werden folgen.
In den folgenden Aufzeichnungen werden enthalten sein: z.B.
" Mein Vorstellungsgespräch"
"Ich bin der wahre Doktor"
"Patientengeschichten"
"Die Mitarbeiter"
"Die Küche"
"Mein Aufstieg"
"Die Bewunderungen"
"Mein grosser Fall"


Was habe ich gelernt? Ich bin nun eine perfekte Hausfrau!










Und ein jeder, der keine ernsthaften Krankheiten hat, oder gesund ist, kann Gott immer dankbar sein.

Geschrieben 2003



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