Meine Geschichte
von
cherrygirl
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Es war der erste Schultag nach den Sommerferien. Ich fuhr durch den kühlen Nieselregen mit dem Fahrrad zur Schule. Das Wetter war seit zwei Wochen kaum auszuhalten. Das war doch kein Sommer! Aber das Regenwetter passte perfekt zu meiner Stimmung. Irgendwie kalt, nass und grau. Kein Lichtblick. Sicher, es gab viele Leute, denen es wirklich schlimmer ging, aber es war alles nur noch zum Heulen. Am Liebsten würde ich mich verkriechen können wie eine Schnecke in ihrem Schneckenhaus. Meine Eltern standen kurz vor der Scheidung und ich musste mich entscheiden, bei wem ich in Zukunft leben wollte, bis nach dem Abitur in drei Jahren .Ich mochte sie beide. Klar, sie hatten wie jeder Mensch ihre kleinen Fehler, aber daran war ich inzwischen schon gewöhnt. Diese Entscheidung fiel mir also sehr schwer, ich hatte noch absolut keine Ahnung.
Das Wetter zog die Stimmung allgemein runter. Und zu allem Überfluss auch noch wieder Schule. Die Probleme waren damit verbunden, so häufig wie der Regen in den letzten zwei Wochen. Ich konnte auf gut gelaunte Super- Zicken, die mit ihrer aus dem Urlaub dunkelbraun gebrannten Haut und ihrem neuen Freund angaben, wirklich gut verzichten. Bis auf meine besten Freundinnen Natasha und Ramona und mich waren in meiner Klasse fast alle Mädchen so. Abgesehen von zwei Streberinnen, die nur bei den Lehrern rumschleimten und absolut felsenfest an Gott glaubten. Dagegen war ja generell nichts einzuwenden, aber dass sie ihre Meinung jedem auf die Nase banden, obwohl das keiner hören wollte, und außerdem keine andere Meinung als ihre zuließen, war nicht zu verstehen. Absolut nervtötend. Genau wie die Zicken, anders genannt Schlampen oder Mode- Tussis.
Die Jungs aus der Klasse waren teilweise mit den Zicken zusammen und deshalb auch ziemlich blöd im Gehirn(sofern bei ihnen überhaupt eins vorhanden war), der Rest war einfach nur da, ganz in Ordnung, eben so, dass man sich nicht viele Gedanken darüber machen musste.
Auf jeden Fall hatte ich absolut keine Lust, wieder zur Schule zu gehen.
Als ich an der Schule angekommen war, stellte ich mein Fahrrad in den Fahrradkeller, der von den Schülern „Kippenkeller“ genannt wurde, weil hier alle heimlich rauchten, die es nötig hatten. Ich war zu früh, weil ich schon gegen halb 6 aufgewacht war und nicht mehr schlafen konnte und deshalb schon losgefahren war. Die ersten anderen Schüler würden in etwa einer halben Stunde kommen. Ich setzte mich also auf dem Schulhof auf eine Bank, die überdacht war, und zog ein Buch aus meinem Rucksack. Bei den Zicken war ich als „Leseratte“ bekannt, weil ich überall immer ein Buch dabei hatte. Sie fanden das albern, aber für mich war es fast lebensnotwendig. Ich saß also da und las, bis die ersten anderen Schüler kamen. Ein paar grüßten mich, weil wir uns flüchtig kannten. Zwanzig Minuten, bevor die Schule anfing, kam eine meiner besten Freundinnen, Ramona. Sie setzt sich neben mich und seufzte laut. „Ich will nicht.“, stellte sie fest. „Ich auch nicht.“, erwiderte ich und steckte mein Buch zurück in den Rucksack. Ramona und ich hatten nicht wirklich viel zu erzählen, weil am Abend zuvor zwei Stunden lang telefoniert hatten. Kurze Zeit später kam Natasha durch den plötzlich strömenden Regen auf uns zu. Anders als die anderen Schüler ging sie langsam. Sie sah genauso missmutig aus, wie Ramona und ich uns auch fühlten. Es kostete uns Überwindung, das Schulgebäude wieder zu betreten. Kaum waren wir durch die Tür gegangen, da kam uns auch schon eine der Zicken, Brigitte, entgegen, Bevor wir uns in Sicherheit bringen konnten, fing sie an, zu erzählen. „Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie toll mein neuer Freund küssen kann! Er ist so toll!“. Dann beschrieb sie uns fünf Minuten lang bis ins Detail genau, was an ihm denn alles toll wäre. Daraufhin entschuldigte sie sich, uns damit zugetextet zu haben, aber schließlich wäre er ja so toll… Vermutlich würden wir diese „Attacken“ besser aushalten, wenn wir einen Freund hätten. Allerdings waren wir alle Single. Natasha hatte ihren letzten Freund vor einem Jahr gehabt, Ramona vor zwei Monaten(aber sie war schon wieder verliebt, hatte nur noch nie mit dem Jungen geredet.) und ich… Ja, ich hatte meinen ersten Freund vor zwei Jahren gehabt und das für zwei Wochen. Wenn man das also überhaupt Freund nennen konnte. Seitdem war ich nicht mehr verliebt gewesen und hatte alle Annäherungsversuche von Jungs abgewiesen. Denn es interessierten sich tatsächlich eine ganze Menge Jungs für uns. Aber Liebe war für uns in einer Beziehung das allerwichtigste. Wie weise man doch mit 17 schon sein kann…
Wie gingen zu unserem Klassenraum, wo fast alle anderen aus unserer Klasse schon standen. Wir stellten uns etwas abseits. Sogar hier konnte man noch deutlich jedes Wort der Zicken verstehen. Bis auf die Zicken, die gerade nicht sprechen konnten, weil sie von ihren Freunden die Zunge in den Mund gesteckt bekamen. Klar, das ist gemein ausgedrückt, aber was sie machten konnte man nur sehr schlecht als küssen bezeichnen. Vielleicht eine sehr… exotische Art. Ramona teilte uns leise mit, dass sie Timo(das war der Junge, in den sie verliebt war) in der Pause „zufällig“ mal anrempeln wollte. Timo ging auch auf unsere Schule, in die 12. Klasse, also ein Jahr älter als wir. Natasha und ich fanden die Idee gut. Kurz darauf kam unser Klassenlehrer, Herr Schober. Er schloss den Klassenraum auf und sofort stürmten alle in die Klasse. Alle bis auf Ramona, Natasha und mich. Uns war ohnehin klar, wo wir sitzen würden. Alle saßen immer auf den gleichen Plätzen. Die Streberinnen und die normalen Jungs vorne, wir in der Mitte(Wirklich nur wir drei…) und die Zicken mit ihren Freunden hinten. Und genauso war es, als wir die Klasse betraten. Alle Plätze waren besetzt, bis auf unsere drei in der Mitte. Am Rand standen noch zwei Tische. Auch das noch, dachte ich, neue Schüler. Schwer vorstellbar, dass sie waren wie wir. Auch Natasha seufzte leise. Herr Schober stellte die Anwesenheit fest, als es an der Tür klopfte und der Direktor eintrat. Die neuen Schüler- Ein Mädchen mit einem geflochtenen Zopf und dicker Brille(ohne Frage eine neue Streberin) und ein ziemlich gut aussehender Junge. Als der Direktor gegangen war, stellte Herr Schober sie als Tatjana und Alex vor. Tatjanas Tisch stellte Herr Schober neben die der Streberinnen(sogar ihm war die Klassenaufteilung klar!) und den von Alex neben Natasha, die neben mir saß. Natasha wurde rot, merkte es aber sofort und drehte ihren Kopf in meine Richtung. Ihre Lippen formten ein „Wow“. Ramona und ich grinsten. Die Zicken, die keinen Freund hatten, redeten lautstark über Alex. Könnte schwierig werden für Natasha, falls sie sich in ihn verlieben sollte. Was durchaus schon passiert sein konnte. Wir waren der festen Überzeugung, dass es die Liebe auf den ersten Blick gab. Herr Schober teilte uns die Stundenpläne aus(sie waren schrecklich!) und dann wurden der Klassensprecher und die Klassensprecherin gewählt. Der Klassensprecher wurde
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