Mondschein
von
Shagohood
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Selten sah ich den Mond in solch einer Größe. Er schien so gewaltig, dass ich glaubte er würde jeden Moment auf die Erde schlagen. In diesem Augenblick verstand ich jede Faszination die an den Mond gerichtet war. Es war einfach traumhaft schön. Sein Leuchten erfüllte die Nacht. Ähnlich wie ein Schleier legte sich sein sanftes Licht über die Welt. Man konnte nahezu alles in dem seichten Licht ausmachen, jedoch gab es auch dunkle Ecken in denen sich Schatten verbargen. Um den Mond herum versuchten Sterne ihn zu imitieren. Doch so sehr sie sich auch anstrengten, schafften sie es nicht einmal annähernd seinen Glanz zu erreichen. Der tiefschwarze Himmel mit seinem Firmament aus Lichtern wurde aus der Ferne angeleuchtet. Ein rötlicher Lichtschimmer war am Horizont zu erkennen. Ich schätze es war das Licht der Stadt, welche nicht weit entfernt lag. Das Nachtleben in dem Ort, an dem ich mich befand, konnte mit dieser Stadt nicht mithalten. Meiner Meinung nach war das auch nicht fatal. Die harmonische Stille des Vororts, in dem nachts alles schläft, ergänzte sich mit der Schönheit des Mondes.
Es klingelte. Mein Handy riss mich aus der Idylle des Mondes.
Ich neigte meinen Kopf nach rechts und sah auf dem Beifahrersitz das mobile Gerät blinken.
Ich griff danach und schaute wieder aus dem Fenster. Ich schenkte dem Mond noch einen Blick, dann nahm ich ab. „Ja?“, kratzte es aus meinem Hals. „Bist du angekommen?“, fragte eine tiefe männliche Stimme.
„Ja. Ich parke genau davor.“ Ich fühlte mich beleidigt. Diese Frage war überflüssig, da meine Kompetenzen für sich alleine sprechen konnten.
„Dann führe den Auftrag aus. Mache keinen Fehler.“ Die Stimme klang erst erfreut dann ernst, bevor der Anrufer das Gespräch beendete. Ich schaute verachtet auf das Handy und warf es dann zurück auf den Beifahrersitz.
Ich schaute nun wieder zum Mond. Eine Wolke hatte sich vor ihn gelegt. Wie eine dunkle Kralle schien sie nach ihm zu greifen. Der Schein seines Lichtes umrahmte die Wolke.
„Na dann los.“, flüsterte ich mir zu. Meine Hand griff den Autoschlüssel und zog ihn langsam aus dem Schloss. Ich stieg aus dem Auto aus und schloss leise die Tür.
Meine Schritte warfen kleine Echos in die Nacht. Zielsicher und gerade ging ich auf das Haus zu. Meine Fäuste ballten sich. Die Lederhandschuhe knirschten unter dem Druck meiner Finger. Meine Stiefel kratzten über den Asphalt. Ich erreichte die Eingangstür. Ich versuchte mich zu entspannen und atmete tief durch. Mein Genick knackte laut als ich meinen Kopf zur Seite neigte. Meine Hand erhob sich und drückte die Klingel. Nichts passierte. Ich konnte meinen Herzschlag in den Ohren pochen hören.
Ich drückte die Klingel noch einmal. Ich hörte Schritte. Eine Frau fragte hinter der verschlossenen Tür. „Wer ist da?“
„Ich bin es.“ Sagte ich entschlossen. Ich wollte nicht, dass sie das Zittern in meiner Stimme bemerkte. Einen kurzen Moment war es wieder still. „John?“ fragte sie, während sie begann die Tür zu entriegeln. Die Tür öffnete sich und ich sah sie. Ich wusste nicht ob es an dem Mondlicht lag, welches uns überdeckte, oder ob es schon immer so war, doch sie war wunderschön. „John bist du es wirklich?“ fragte sie noch mal.
Ich schwieg. Ich konnte nichts sagen. Ich hob die Arme. Ich wollte sie umarmen.
Sie lächelte und sprang mir in die Arme.
„Du bist wieder da. Wo warst du? Ich hab mir solche Sorgen gemacht.“ Man hörte ihre Tränen aus ihren Worten. Doch war sie nicht traurig, sondern glücklich.
„Ich bin ja wieder da. Es wird alles gut.“ Während ich diese Lüge sprach, streichelte ich ihr Haar, dann drückte ich ab. Der Schalldämpfer machte es zu einem Flüstern. Augenblicklich gab ihr Körper nach, doch ich fing sie auf. Ich setzte mich und hielt sie im Arm. Wieder streichelte ich ihr Haar. Ich blieb bis zum Ende da. Ich erhob mich und schaute in den Himmel. Die Wolke vor dem Mond war verschwunden.
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Kommentare
Juls schrieb am 2007-12-11 22:03:24:
Diese Geschichte ist ganz anders...von der Thematik her meine ich...sie kommt mir "neu" vor. Aber sie ist mit einer ähnlichen Grausamkeit benetzt und einer darüber weinenden Melancholie, dass es mich erschüttert...
Wenn er die Schönheit des Mondes so wahrnehmen und aufsaugen kann, dann wird sein Beruf oder seine Aufgabe besonders fürchtlich in seine Seele einschneiden...
Dene schrieb am 2007-11-18 22:14:44:
Diese geschichte gefällt mir persönlich am besten.Ich glaube das es nicht unrealistisch wäre wenn du mal Beruflich anfängst zu schreiben...das potenzial dazu hast du auf jedenfall ;)
lg Dene
Bomben Henne schrieb am 2007-04-26 20:45:38:
Man man man ich weiß nicht mehr was ich schreiben soll ausser Klasse.
ich finds super
Lissy schrieb am 2007-04-14 22:54:36:
*schnüff*
Wie schaffst du es nur immer soooo viele Emotionen in eine so kurze Story zu schreiben..unglaublich!
Ich mag deinen Stil
LG
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