Money - Not der Armen und Nahrung von Habgier
von
SiPe
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Es ist 10 Uhr morgens. Die Rentnerin Frau Heidrun Heiden geht zum Briefkasten und holt ihre Post raus. Sie ist erleichtert als sie endlich ihren lang ersehnten Rentenbescheid in den Händen hält. Schnell greift sie zu dem Brieföffner der auf der Ablage im Flur liegt und öffnet eilig den Brief. Sie trifft ein Schock. Der Rentenbescheid ist alles andere als eine angenehme Nachricht. „Die Berechnungsgrundlagen haben sich geändert und augrund dessen kürzen wir Ihre Rente ab dem Folgemonat um 100,-€.“ Frau Heiden ist bisher schon immer nur ganz knapp mit ihrer Rente hingekommen und dabei haushaltet sie so sparsam damit. Die alte rüstige Dame ist verzweifelt. Zu ihrer Zeit gab es noch keine privaten Zusatzrentenversicherungen. Ihre Kinder braucht sie gar nicht erst um Unterstützung bitten. Sie haben immer nur die Hand aufgehalten. Aber ihr unter die Arme greifen würden sie nie. Nun hat Frau Heiden das Glück für Ihr Alter von 75 Jahren noch recht vital und fit zu sein, abgesehen von ein paar altersbedingten Wehwehchen. Eine Lösung muss her. Kurz um sie braucht einen Job. Sie nimmt die Tageszeitung aus dem Altpapier und durchsucht die Stellenangebote. Und tatsächlich… Eine Stellenanzeige sucht ausdrücklich nach einer Rentnerin die Kinderlieb ist. Der Job ist es, für die Kinder einer Berufstätigen allein erziehenden Mutter das Essen zu machen, wenn die Kinder aus der Schule nach Hause kommen und sie für ein paar Stunden zu betreuen bis sie Feierarbeit macht. Die richtige Stelle für Frau Heiden. Sie würde nicht viel verdienen, gerade mal 200,-€ im Monat, aber das reicht ihr schon. Ihr ist es wichtiger einen Job zu haben der ihr Spaß macht, anstatt Massen von Geld anzuhäufen. Ach möge die Stelle doch nur noch frei und nicht vergeben sein. Das Glück ist auf ihrer Seite. Die nette Frauenstimme am anderen Ende des Telefons vereinbart einen Vorstellungstermin mit ihr. Endlich gibt es wieder einen Hoffnungsschimmer. Das Vorstellungsgespräch läuft so gut das Frau Heiden bereits am nächsten Tag anfängt. Alles läuft Bestens und es scheint endlich wieder aufwärts zu gehen. - Als sie eines Tages auf dem Markt einkaufen geht wird sie von Rasmus Rogers beobachtet. Sein besonderes Interesse liegt auf der Geldbörse der Rentnerin. Er ist der Meinung, es gibt fast keine leichteren Opfer als alte Rentnerinnen. Nachdem sie ihren Einkauf bezahlt hat, lässt Frau Heiden unachtsam ihre Geldbörse vorübergehend in die Manteltasche gleiten. Die Chance nutzt Rasmus Rogers. Der König der Langfinger entwendet in Bruchteilen von Sekunden der alten, armen Frau ihre Geldbörse. Was er nicht weiß, er wird dabei von dem Hobbydetektiv Max Dread beobachtet. Als Frau Heidrun Heiden ihre Einkäufe verstaut hat, will sie ihre Geldbörse aus der Manteltasche in ihrer Handtasche umpacken und bemerkt zutiefst schockiert den Diebstahl. Doch es ist zu spät. Der Dieb ist auf der Flucht und sie hat ihn nicht gesehen. Auf einmal entbrennt ein paar Meter weiter ein Handgemenge. Ein junger gut aussehender Mann mit roten Dreadlocks hat einen seriös aussehenden, großen, hageren Gentleman – vermutlich einen Geschäftsmann – zu Fall gebracht. Der am Boden liegende Mann schreit und schlägt wütend um sich. Er fühlt sich zu Recht ertappt. Frau Heidrun Heiden tritt mutig näher. Max Dread schreit den mutmaßlichen Geschäftsmann an und macht ihm unglaubliche Vorwürfe: „Rück es schon raus du Scheißkerl! – Schämst du dich denn gar nicht eine arme, hilflose alte Frau zu bestehlen? - Red schon du Mistkerl! Wo hast du es?“ Rasmus Rogers bekommt Angst vor dem selbsternannten Gerechtigkeitsverfechter. Fast bettelt er Max Dread an ihm nichts zu tun und wirft ihm die volle Geldbörse entgegen. Max Dread hebt sie auf, beugt sich ganz tief zu ihm runter, wo er ihm ironisch entgegnet: „Vielen Dank!“ Dann lässt Max Dread den Langfinger los, lässt ihn fliehen, während er sich der unter Schock stehenden Frau zuwendet: „Ich glaube das gehört Ihnen! – Sie verzichten doch sicher auf eine Anzeige, oder?“ Max Dread – der Charminboy schlecht hin - schmunzelt sie an. Frau Heiden ist sprachlos, fängt sich aber schnell: „Natürlich verzichte ich NICHT auf eine Anzeige! So etwas muss bestraft werden… - Mein Glückshunderter… Wo ist er? – Ich habe ihn extra mit einer kleinen Rose markiert. – Wissen Sie, es ist mein Glückshunderter, weil es der erste Hundert Euro Schein ist, den ich bei meiner neuen Arbeit verdient habe. Er bedeutet mir sehr viel…“ Ehe sie ausreden kann rollt Max Dread nur genervt mit den Augen, verzieht fassungslos sein Gesicht – warum nur ist die Frau nicht zufrieden ihre Geldbörse und Papiere wieder zu haben? - und ruft: „Okay!“, und läuft dem Dieb hinterher. Er fängt Rasmus Roger und schleift ihn zu der Rentnerin, die inzwischen die Polizei alarmiert hat. Die Polizei trifft ein paar Minuten später ein und nimmt den gestellten Dieb fest. Überglücklich und dankbar schaut Frau Heidrun Heiden ihren finanziellen Retter Max Dread an: „Vielen, vielen Dank junger Mann! – Hach da ist ja auch mein Glückshunderter… Sie sind ein wahrer Engel, mein Freund.“ Sie ist so entzückt und begeistert von der Zivilcourage Max Dreads, dass sie wünschte, ihre Enkel wären genauso vorbildliche, liebe Mitmenschen wie er. Sie zeigt ihre Dankbarkeit, indem sie Max Dread zu Kaffee und Kuchen bei sich einlädt… Max Dread und Frau Heiden verstehen sich bei ihrem nachmittags Kaffee und Kuchen so gut, dass sie sich anfreunden. Es entsteht eine außergewöhnliche Freundschaft.
Happy End
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