Montagmorgen (4)
von
Hawai-Girl
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~Chantall~
Nix wie raus hier! Ich packe meine Sachen zusammen und verlasse den Raum ohne Hollywood-Ken eines Blickes zu würdigen. Dieser verdammte Idiot! Hoffentlich sind nicht alle amerikanischen Jungs so dämlich auch wenn er eigentlich ganz süß war, na ja eher aussah.
Ich begebe mich in Richtung der Spinde um meine Chemie Sachen dort abzulegen und mein Englisch Zeug zu holen. Moment Mal, ich hab noch gar kein Englischbuch! Na, dann muss ich wohl erstmal nur mit einem Block auskommen, auch wenn ich mir dabei total dämlich vorkommen werde. Nur mit einem Block und einem Stift Rumzulaufen finde ich total sinnlos, das macht meiner Meinung nach einen total ignoranten Eindruck. Die Erfindung von Spinden finde ich total praktisch, so was sollte es in Frankreich auch geben. Aber nein, wir müssen ja den ganzen Tag unserem schweren Rucksack tragen. Hier in den USA, kann man seine Bücher in der Pause einfach wechseln und muss immer nur das mit sich Rumtragen, was man für die nächste Stunde braucht. Die amerikanischen Schüler müssen ja gerade zu dankbar für ihren Spind sein. Man kann ja nicht nur Bücher reinlegen, z.B kann man auch noch Fotos an die Innentür kleben und so weiter, das ganze ein bisschen nett gestalten.
Wie dem auch sei, ich befinde mich jetzt nur noch wenige Meter entfernt von meinem Spind. Netterweise hat mir der Chemie-Lehrer mitgeteilt wo sich meiner befindet und mir den Schlüssel gegeben. Dummerweise stehen da ganz schön viele Leute im Weg. Na ja, dann muss ich mich wohl irgendwie durchzwängen. Nachdem ich mich mit „Entschuldigung“ und weiteren netten Worten durch die Menge gearbeitet habe, stehe ich vor meinem Spind und stecke den Schlüssel in diese wunderbare Einrichtung. Das Schloss klemmt etwas, aber mit ein bisschen Geduld geht die Tür dann doch auf. Der Spind ist etwas staubig, aber das lässt sich ja beheben. Nachdem ich den Spind mit einem Taschentuch einigermaßen sauber gemacht habe und das Chemiebuch reingelegt habe, versuche ich die Tür wieder zuzumachen, aber irgendwie geht es nicht. Neben mir schmeißt jemand mit Schimpfwörtern um sich, die ich noch nie in meinem Leben gehört habe. Obwohl es in Englisch ist, hört es sich für mich ganz schön übel an. Als ich meinen Blick nach rechts drehe, sinkt meine, bis zu diesem Zeitpunkt noch relativ gute Laune in den Keller. Hollywood Ken tritt, wie ein Bekloppter gegen seinen Spind und flucht was das Zeug hält. Wie kann ein einziger Mensch nur so selten dämlich sein? Na, egal ich muss meinen eigenen Spind jetzt irgendwie zukriegen, schließlich habe ich gleich Englisch. „Hey Baby, lass das mal einen Meister machen!“, prahlt Hollywood Ken rum und schiebt mich einfach zur Seite. Mit aufgerissenen Augen verfolge ich ungläubig, was er mit meinem Spind macht. Er schlägt einmal mit aller Kraft dagegen. Wie nicht anders erwartet fällt die Tür natürlich aus der Halterung, und fällt schebbernd zu Boden. Meine Augen wandern von der, auf dem Boden liegenden Tür hoch zu Barbie-Mann. Er grinst mich nur an und sagt nicht mehr als,: „UUps!“. Sein Lächeln, das ich am Anfang dieses Tages noch sehr süß fand, kotzt mich jetzt nur noch an.
„Geht’s noch?“, schreie ich ihn an. „ Du Vollpfosten hast meinen Spint zerstört!“, ich motze ihn die ganze Zeit voll bis ich bemerke, dass er mir gar nicht zuhört. Er glotzt mich die ganze Zeit nur abschätzend von oben bis unten an. Ich fühle mich unter seinem prüfenden Blick ziemlich unwohl, es kommt mir so vor als wenn er mich mit seinen Augen ausziehen will. Zum Glück, unterbricht eine Lehrerin diese für mich unangenehme Situation. „Sind sie noch zu retten?“, fährt die sympathisch aussehende Lehrerin den Idioten an. Nachdem ich ihr die Situation erklärt habe, pack sie ihn am Kragen und schleift den Blödmann von der schaulustigen Menge, weg. Zum Glück! So ein dummer arroganter Schnösel!!!
Mein Blick schweift wieder zu der Tür auf dem Boden und dem Spind mit meinem Chemie Buch, welches jetzt völlig schutzlos da liegt. Na, dann muss ich es wohl mitnehmen.
Als ich mich gerade zum gehen umdrehe, steht ein Gutaussehender großer Typ vor mir. „Hi, ich hab grad mitbekommen, was Alex mit deinem Spind gemacht hat. Kann ich dir helfen?“, der hübsche Junge strahlt mich mit seinen Schoko-braunen Augen an. Unwillkürlich muss ich lächeln. „Nein, danke ich glaub da kann man nicht viel machen.“, ich grinse schüchtern, er macht mich ganz nervös. Da er sich nicht von der Stelle bewegt und mich nur weiter hin anstrahlt, entschuldige ich mich damit, dass ich zu Englisch muss und gehe an ihm vorbei. Als ich schon einige Schritte entfernt bin, ruft er mir nach,: “ Hey, wie heißt du eigentlich?“. Zögerlich drehe ich mich um „Ähm...Chantall, und du?“. „Luke Brandon!“ er grinst noch mal bevor ich mich endgültig umdrehte.
Natürlich komme ich zu spät zum Englisch Unterricht, aber die Lehrerin ist Überrachschänderweise auch noch nicht da. Also setze ich mich einfach wieder auf den Platz, wo noch keiner sitzt. Hinter mir höre ich schon wieder einige Mädchen kichern und tuscheln. Was ist nur so besonderes an mir? Zum dritten Mal an diesem Tag fühle ich mich sehr unwohl in meiner Haut.
Nach ca. 5 Minuten kommt die Lehrerin in den Klassenraum. Zu meiner positiven Überraschung ist es dieselbe, welche vorhin Hollywood- Ken zusammen gefaltet hat.
Diese Tat allein macht sie schon sehr sympathisch. Mit einem Mal ist es total ruhig im Klassenzimmer. Sie scheint ziemlich Respekt einflößend zu sein. Mich soll es nicht stören. Ich mag Lehrer, die eine natürliche Autorität ausstrahlen, dann ist es im Unterricht wenigstens ruhig. Was nützt einem ein super netter Lehrer, der sich nicht durchsetzen kann und sich immer wieder weich kochen lässt? Außerdem sind die „Respekt einflößenden Lehrer“ meistens auch sehr nett. Nur weil der Großteil der Schüler sie nicht ausstehen kann, weil sie deren Meinung nach zu streng sind, heißt das lange noch nicht, dass solche Lehrer nicht auch Menschen sind. Na ja, egal ich schweife schon wieder ab.
Die Lehrerin sitzt an ihrem Tisch und kontrolliert mit ziemlich schlecht gelaunter Miene die Anwesenheit. Der Ärger ist ihr förmlich anzusehen. Als sie meinen Namen aufruft, erhellt sich ihr Gesicht. „Ah, Chantall!“, strahlt sie, „Sie hab ich ja ganz vergessen. Entschuldigen Sie vielmals! Ich bin Mrs Dowland, ihre Lehrerin für Englische Literatur“. Sie stellt mich der Klasse vor, erwähnt wie wichtig ein Austausch ist und wie toll sie es findet, dass ich ein Jahr diese Highschool besuche. Sie schreitet im Raum umher und unterstreicht ihre „Rede“ mit ausladenden Gesten.
„ Ich hoffe Sie haben keinen all zu schlechten ersten Eindruck von dieser Schule, aufgrund der Unannehmlichkeiten die ihnen Alex bereitet hat.“, mit diesen Worten dreht sie sich um und richtet sich direkt an mich. Ich weiß nicht so recht was ich dazu sagen soll. Der ganze Kurs dreht sich zu mir um und glotzt mich an. Da ich in der Mitte rechts sitze, werde ich also quasi von allen Seiten erwartungsvoll
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Kommentare
lulu schrieb am 2009-03-24 21:38:01:
Ja ist wirklich witzig
Bitte schnell weiter... ; )
jenny schrieb am 2008-09-20 18:44:10:
tolle story!! freue mich auf mehr!:)
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