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Kategorien > Alltag >

Montagmorgendepression

von Michael Speier


Der gottverdammte Wecker reißt mich jäh aus dem viel zu kurzen Schlaf. In der Nacht bin ich mehrmals aufgewacht, nachdem ich wieder mal viel zu spät eingeschlafen bin. Es ist Montagmorgen, und ich fühl mich einfach nur zum kotzen. Jetzt recht sich das Bier von gestern Abend, vielleicht hätte ich darauf verzichten sollen, aber ohne kann ich einfach nicht mehr einschlafen. Und jetzt dieser verdammte Wecker. Ich haue drauf, er gibt Ruhe. So ist das – jeden Morgen, nicht nur heute. Ich überlege kurz. Ich könnte liegen bleiben, über den vor mir liegenden Tag nachdenken. Davon werde ich noch deprimierter, und außerdem bedeutet dass das ich mich abhetzen muss um pünktlich zu einer Arbeit zu kommen bei der ich nicht nur unzufrieden bin sondern scheinbar auch überflüssig. Würde jemandem auffallen wenn ich nicht da wäre? Würde es überhaupt jemandem auffallen wenn ich gar nicht mehr da wäre?

Ich gehe ins Bad, stelle die Dusche an, ziehe mich aus und sehe in den Spiegel. Ich scheine in den letzten Zwei Jahren in denen ich diesen verdammten Job mache um mindestens Zehn Jahre gealtert zu sein. Ich habe Kopfschmerzen, wie jeden Morgen. Ich steige unter die Dusche und lasse das heiße Wasser über meinen Körper laufen. Es fühlt sich gut an. Irgendwie spült es meine Sorgen weg, irgendwie verscheucht es die Müdigkeit. Ich sehe auf meine Füße und auf das abfließende Wasser. Irgendwie läuft ein Teil meiner Selbst, meiner Würde und meiner Seele mit in den Abfluss.

Ich stehe wieder im Schlafzimmer. Seit meine Frau mich vor einem Jahr verlassen hat habe ich mehr Platz im Kleiderschrank. Und mehr Platz im Kühlschrank – für Bier. Und Wurst. Und Fleisch. Und Käse. Das meiste davon wird schlecht bevor ich es essen kann. Ich schmiere mir morgens Brote für die Arbeit, schmeiße sie Mittags weg und esse abends in der Frittenbude. Im Schrank hängen meine verdammten Klamotten, die gleichen wie im Letzten Jahr, und nächstes Jahr werden immer noch die gleichen da hängen. Ich ziehe mich an. Die Krawatte hängt fertig gebunden da. Früher hab ich sie immer neu gebunden, jeden Morgen. Dazu fehlt mir jetzt die Lust und die Kraft. Ich ziehe sie über meinen Kopf und sehe mich dabei im Spiegel an. Irgendwie erinnert sie mich an einen Galgenstrick der mir um den Hals gelegt wird. Oder an eine Hundeleine. Ich bin der Hund, mein Boss ist mein Herrchen. Ob er meinen Namen überhaupt kennt?

Ich setze mich ins Auto und fahre los. Im Radio läuft Eminem. Womit habe ich das so früh am Morgen verdient? Egal welchen Sender ich einschalte, überall läuft die gleiche Scheiße. Und diese Scheiße läuft den ganzen Tag über, als ob der Sender nur Fünf Platten hat die er immer und immer wieder abspielt. Im Moment ist ihre Zeit, aber schon morgen könnten es andere Platten sein. Wie bei mir. Meine Arbeit könnte jeder dieser 4,6 Millionen Arbeitslosen auch machen. In Wirklichkeit sind es natürlich mehr, aber das ändert nichts an meiner Situation. Ich bin froh das ich nicht dazugehöre, auch wenn die Arbeitslosen bei Arabella und Vera recht glücklich und zufrieden wirken. Haben mehr Geld als ich, liegen den ganzen Tag vorm Fernseher und saufen sich einen. Ich klopp meine 42 Stunden und kämpfe um mein Überleben. Was mache ich nur Falsch? Ich weiß es nicht!

Ich komm im Büro an, Fünf Minuten zu spät. Wieder einmal. Ich schleiche in mein Büro, niemand bemerkt mich. Ich schalte den Computer, meinen einzigen Freund, ein und beginne die eingegangenen E-Mails zu bearbeiten. Deren Probleme möchte ich haben, aber nur wenn die im Gegenzug dazu meine übernähmen. In der Pause besuche ich wieder einmal Porno-Seiten. Die einzige Freude die ich am Tag habe. Der Minutenzeiger schleicht über das Zifferblatt. Bald ist Feierabend. Dann kann ich zurück nach hause, zu meinem Fernseher und dem Kühlschrank mit dem schimmligen Käse und dem kalten Bier. Dann wieder ins Bett, morgen ist auch noch ein Tag. Dienstag, aber er ist wie jeder andere Tag auch. Ich frage mich was das alles soll und wie lange ich das noch aushalte. Bis man mich rausschmeißt. Dann bin ich auch Arbeitslos und reich. Vermutlich aber eher nicht. Bei all dem Mist der mir den ganzen Tag um die Ohren schwebt denke ich immer nur daran – es könnte schlimmer sein. Ich weiß nur nicht wie!

Kommentare

charly.wedl@web.de schrieb:
Ein ziemliches Durcheinander,was du da vom Stapel lässt. Was soll eigentlich die Kernaussage deines Textes sein? Du hast einen "morgendlichen Ablaufkalender" geschrieben und ein paar gesellschaftliche Gedanken darin verwoben, mehr nicht.

Den Text solltest du nochmals auf Rechtschreibfehler checken. Viele das/dass-Fehler gibt es da. Bei "zum kotzen" schreibt man "kotzen" groß, also: "Kotzen". Steht: Vom, zum, am beim... vor einem Verb, dann schreibt man es groß!
Falsch:
"Jetzt recht sich das Bier"
Richtig:
"Jetzt rächt ....."
Falsch:
"Ich scheine in den letzten Zwei Jahren .."
Richtig:
"Ich scheine in den letzten zwei Jahren ..."

Viele Grüße

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