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Kategorien > Vampire > Liebe

Moontime-Zeiten des Mondes/ 1.Kapitel

von Julee13

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1. Der Traum

Zuerst dachte ich, ich wäre im Paradies.
Prächtige Berge erhoben sich aus der Erde, so schön, wie nur von Gottes Hand erschaffen.
Ich schwebte in die Lüfte und umkreiste die Konturen der Berge. Dabei erblickte ich tausende von Geiern, die dazu bestimmt waren, tote Körper zu beseitigen. Sie stürzten sich auf ihre Opfer, als ob es ihre letzte Malzeit sei. Wir nennen sie die „Ordnungshüter“. Ohne sie, würde das letzte Stück Fleisch, früher allerdings ein Tier, verwesen und der schreckliche Gestank würde in die Lüfte steigen. Andere Lebewesen würden den Gestank von schlechtem Fleisch einatmen und manchmal sogar daran sterben.
Meiner Meinung nach ein schlimmes Ende.
All das verhindern die Geier. Kein Wunder, dass einige im Vampir-Clan glaubten, Geier wären heilige Wesen, ohne die keiner leben könnte. Andere vergötterten sie sogar. Ich jedoch fand das Absurd. Wir brauchen nichts zum Leben, wir sind bereits Tod. Trotzdem „leben“ wir frei unter Menschen. Keine richtige Religion passt zu mir, so habe ich sozusagen meine eigene, die ich leider aber noch nicht gefunden habe. Einige Vampire stoßen mich deswegen ab, weil ich die Einzige bin, die nicht entscheiden kann, zu welcher Religion man gehören soll.
Weiter talaufwärts geriet ich fast in einem Konflikt von Adlern. Sie stritten sich um ein Territorium. Irgendwie erinnerten sie mich an Sabine und Max, wenn sie sich Nachts um ihre Opfer stritten. Schnell entfernte ich mich ihnen, um den höst gehlegenden Punkt in den Bergen zu erreichen, den Gipfel. Unterwegs beobachtete ich noch eine Herde von freien Pferden, die sich gerade im Strahl des Sonnenuntergangs eine Auszeit gönnten. Ein paar Mustangs erlaubten sich eine Abkühlung im kleinen Bach, noch ein paar andere beschäftigten sich mit der gegenseitigen Fellpflege. Zu schön war es sie dabei zu zusehen. Ein Lächeln umspielte meine Lippen, als ich sah, wie viel Spaß sie dabei hatten.
Sie wirkten glücklich miteinander.
Es musste schön sein, wenn man frei aussuchen kann was man machen will. Bei uns kommt so etwas gar nicht in Frage, wir werden strengstens überwacht. Wir haben ein so genanntes „Leitsystem“. Damit können sie uns, wenn wir fort wollen zurückhalten, denn jeder durchschnittliche Vampir hat einen eigenen Leiter im Kopf. Dieser Leiter weiß genau was du zu tun wagst, um dich wenn nötig, schnellstens daran zu hindern. Sei es von harmlos bis schon zum brutalen, sie versuchen immer alles, damit du ja nicht versuchst aus dem Clan zu fliehen. Denn das Gesetz besagt, einmal aus dem Clan- für immer aus dem Clan.
Einmal hatte mein Leiter mir, bei einem meiner absurden Fluchtversuche, gedroht meinen Arm zu durchtrennen. Ich habe jedoch schnellstmöglich gehandelt und um Vergebung gebettet.
Eine Sache, in der ich gut war.
Mein Leiter ließ mich gerade noch mit einem blauem Fleck davonkommen. Seitdem habe ich nie mehr versucht zu fliehen. Ich wurde ein braver Vampir.
Für meinem Geschmack ein bisschen zu brav.
Während dessen wurde mir klar, dass brave Vampire belohnt werden.
Als Elizer, der männliche der zwei Anführer des gesamten Clans, mich zu ihm rief, hatte ich ehrlich gesagt kein gutes Gefühl. Ich hatte mit dem schlimmsten gerechnet, weil er nicht gerade den besten Ruf unter uns hatte.
Doch er war sehr freundlich zu mir und belohnte meine brave Art mit einem Leiter-Austausch.
Mich verließ der alte, strenge Leiter, den ich dort zum ersten Mal in voller Pracht sah. Ich hatte ihn sorgfältiger als normaler Weise betrachtet.
Roland war sehr groß. Mindestens zwei Köpfe größer als ich, obwohl das bei meiner kleinen Größe nicht sehr ungewöhnlich war. Er hatte schwarze lange, wellige Haare, ein paar Falten im Gesicht und sah ziemlich streng aus. Ich schätzte ihn auf ungefähr fünfundvierzig. Noch dazu war er ein bisschen schlaksig und trug einen zerfetzten braunen Mantel mit Cowboystiefeln.
Nicht nach jedermanns Geschmack.
Ich war froh als ich einen neuen Leiter bekam. Elizer stellte mir Wendy vor. Sie war erstaunlicher Weise genauso klein wie ich und hatte denselben hellbraunen Haarton. Doch da hörte die Ähnlichkeit schon auf. Sie war viel hübscher als ich. Mit ihren leuchtend grünen Augen, perfekt lange Wimpern und erstaunlich schönen Gesichtszügen wirkte sie nur so unbeschreiblich schön. Als sie mich lächelnd begrüßte, zeigte sie eine Reihe perfekter weißer Zähne. Sie sah aus wie eine Göttin. Ich wurde ganz neidisch, denn wer schmelzt denn nicht bei ihrem Anblick zusammen? Zum Glück musste ich sie nie mehr in voller Gestalt sehen. Sonst müsste ich in ewiger Eifersucht leben und das wollte ich nun wirklich nicht.
Nachdem wir uns näher kennengelernt hatten, verschwand sie ohne Zögern in meinem Kopf. Mir kam es vor als ob sie erleichtert war in meinem Leben einzudringen. Würde es mir auch so ergehen wenn ich fast mein ganzes Dasein an im Kopf wäre? Schließlich meldeten sich Leiter freiwillig zu ihrem Beruf. Wenn ich ihren Körper hätte würde ich mich nicht in anderen Leuten verstecken, das war schon mal klar. Trotzdem würden wir uns gut verstehen, denn sie ist tausendmal netter als Roland und wir haben außerdem viel gemeinsam. Vielleicht würden wir sogar Freundinnen werden.
Wer weiß?
Im Moment wünschte ich mir nichts lieber als das. Ich hatte noch nie eine richtige Freundin. Beliebt war ich bei den anderen wegen meiner Sturheit schon gar nicht. Meistens gehe ich denen einfach aus dem Weg. Natürlich entging mir auch nicht, wenn jemand Interesse zeigte, aber eigentlich bin ich mehr so ein Einzellgänger. Noch etwas was ich gut kann: allein sein.
Gemeinsam folgten wir wieder meinem Traum.
Immer weiter oben überkam mir eine Welle der Freude. Ich war noch nie auf einem Gipfel, und schon gar nicht in den Bergen. Nur im Paradies bekam ich sie zu sehen. Früher hatte mir meine Mutter oft über die Berge erzählt. Sie sah sie als glitzernde Geschöpfe, die wie Maulwurfhügel über die Erde ragten. Berge bekam man nie einzeln zu Gesicht. Sie waren keine Einzelgänger. Darum fand ich sie erstaunlich. Wer kann so lange zusammenleben und sich dabei nie streiten wie die Berge? Noch nie habe ich jemanden gesehen, also ehrlich gesagt konnte ich mir das auch kaum vorstellen. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen. Bei den kleineren spielt sich mehr Leben in dem Gebiet ab, bei den größeren mit einem Schneemantel jedoch, kann man über die Wolken hinaus sehen. Es gibt keinen Ort auf der Welt, der höher ist. Und ich bewegte mich gerade genau dorthin.
Als ich ankam, ließ ich meinen Blick über mächtige Felder verschiedener Farben, große Wälder und einem glasblauem Fluss der sich von einem Berg bis über dem großem See erstreckte schweifen. Natürlich entgingen mir nicht die anderen kleineren Berge, die ich erst auf dem Gipfel richtig wahrgenommen hatte. Sie funkelten wunderschön im Sonnenuntergang um die Wette. Ich konnte so etwas nicht unberührt lassen, also fing ich an merkwürdige Formen in den Schnee zu zeichnen. Ich tat dies so lange, biss ich von einem Geräusch abgelenkt

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