Morg
von
Rhea
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Kennen sie noch das Gefühl, dass sie während ihrer Kindheit hatten, wenn sie noch schnell vor dem Einschlafen, ein spannendes Märchen gelesen, oder einen schaurigen Film im Fernsehen gesehen haben? Da gab es meistens nur noch zwei Möglichkeiten. Entweder mit offenen Augen zu warten bis es draußen wieder hell wurde, oder sich ein paar schöne Erlebnisse und Abenteuer auszudenken. Aber spätestens beim "erstbesten" Geräusch, war auch die noch so schönste Geschichte buchstäblich "beim Teufel". Heute kann ich mich nicht mehr erinnern wie oft ich mir damals geschworen habe NIE mehr eine unheimliche Geschichte zu lesen, und mir auch NIE wieder einen Geisterfilm im Fernsehen anzusehen. Aber, wie wir ja in der Zwischenzeit alle wissen, gibt es ohnehin keine Hexen, Geister oder Kobolde!
Es war ein anstrengender Tag gewesen. Nach der Arbeit fuhr ich gleich in mein Wohnklo, um mir dort schnellstens etwas zum Essen zuzubereiten. Wohnklo ist natürlich der Kosename meiner Mietwohnung, bei dem das Wohnzimmer nicht viel größer war als das Klo! Den Begriff selbst habe ich von meiner ehemaligen Freundin Gertrud übernommen, die wahrscheinlich nur neidisch auf den Raum war, in dem mein Vorgänger das WC installieren ließ! Ehrlicherweise muss ich aber zugeben, dass 27 Quadratmeter, nur für ein Klo, doch etwas zuviel sind. Nach dem Abendessen verkroch ich mich in mein Bett und begann damit, systematisch alle 95 Programme meines Fernsehers durchzuschalten, um mich wieder einmal über das derzeitige Unterhaltungsangebot zu ärgern. Ich war gerade auf Kanal 89, als mich der Sandmann heimtückisch von hinten überraschte und es dunkel um mich herum wurde.
" Plopp! ". Nanu was war das? Ich öffnete vorsichtig mein linkes Auge, um gleich darauf auch mein rechtes ungläubig aufzureißen. Auf der Bettdecke über meinem Bauch saß ein kleines pelziges Wesen, mit einem wuscheligen lila Fell, und großen nach oben hin spitz zulaufenden Ohren. Ein lila Koala-Bär aus, Australien? "Guten Tag", flötete das eigenartige Wesen mit heller klarer Stimme „Morgengrauen!“ ...“Ääh“ entgegnete ich geistesgegenwärtig.. „Wieso Morgengrauen“, dachte ich mir und sah auf die flimmernde Zeitanzeige des Videorecorders. Es war genau 00:01 Uhr! „Wieso Morgengrauen?“, stammelte ich ziemlich verstört. Das wuschelige Etwas sah mich mit seinen großen hellblauen Augen überrascht an. „Wohl noch niemand zu Hause was?“, sagte das sonderbare Wesen, und tippte mir dabei mit dem Zeigefinger mehrmals auf die Stirn. Fieberhaft begann ich nach einem Ausweg aus diesem Dilemma zu suchen. Dann plötzlich dämmerte es mir! „Morgengrauen ist also dein Name“, antwortete ich dem Pelzwesen mit einem Unterton des Triumphes in meiner Stimme. Applaudierende Beifallsschreie und Jubelrufe fiktiver Fans erfüllten plötzlich den Raum. Eine angenehme weibliche Stimme, die sich aus den Beifallsstürmen hervorhob, sagte etwas von 99 Punkten, die der Kandidat damit war wahrscheinlich ich gemeint ,bereits erreicht hat, und bat das Fernsehpublikum nochmals die schlechte Bildübertragung zu entschuldigen...
Danach wurde es schlagartig wieder still, lediglich Morgengrauen, saß auf meinem Bauch und grinste mich unverblümt an. „Hast DU dieses Theater eben veranstaltet?“, wandte ich mich an den Kobold, der sich gerade eine Zigarette anzünden wollte.“ Auch eine?“, nuschelte das Wesen, und hielt mir dabei eine Packung unter die Nase. Nachdem ich das Angebot dankend angenommen hatte, steckte Morgengrauen, die Zigaretten samt Feuerzeug einfach in seinen Bauchbeutel und zog den Reißverschluss zu. „Ist das Dein Fell?“, wandte ich mich ungläubig an den Kobold. „Natürlich!“, sagte dieser, „Nur den Reißverschluss habe ich mir nachträglich einbauen lassen, so kann nichts mehr verloren gehen, verstehst Du?“ Langsam aber sicher begann ich, an meinen Verstand zu zweifeln, was aber in anbetracht der Situation wahrscheinlich das Vernünftigste war.
Morgengrauen war inzwischen so freundlich gewesen von meinem Bett herunterzuspringen, damit ich aufstehen konnte, um uns beiden einen frischen Kaffee zu machen. Ein dumpfes "Plopp", aus der Richtung meiner Stereoanlage, erregte erneut meine Aufmerksamkeit. „He Morg!“, ertönte da eine tiefe raue Stimme. „Da steckst du also, du verfilzter Staubwedel!“ . .“Wer ist den DER da?“, murrte das Fabelwesen und zeigte dabei mit einem langen Knöchernen Finger auf mich. "Keine Ahnung“, entgegnete Morgengrauen seinem Kumpel, der aussah wie ein 80 Zentimeter großer Hamster mit annähernd menschlichen Gliedmaßen. „Tagchen! Ich heiße Fred“, sagte der Hamster, „Und DU?“ „Fritz“, antwortete ich zu Fred. „Mönsch ..,iss ja Wahnsinn“, gluckste der Hamster und machte sich sichtlich begeistert an der Stereoanlage zu schaffen. "Wieviel Power issn da drin?“,rief Fred total aus dem Häuschen, und deutete verzückt auf den Verstärker. „Zwei mal 400 Watt sinus an 8 Ohm“, sagte ich zu Fred, und zwinkerte ihn dabei mit meinem linken Auge zu. Das Wesen starrte mich entgeistert an. „Issss Wahr?“ „Aber sicher doch“, entgegnete ich dem neugierigen Hamster. „Wenn du mir nicht glaubst, dann kannst du es ja gerne selbst ausprobieren!“ „Bin gleich wieder zurück...“, japste Fred, und verschwand mit einem leisen „Puff“ vor unseren Augen. „Dein Freund hat es aber mächtig eilig, was Morg?“ Der Kobold sah mich mit einem eigentümlichen Lächeln an. „Nur keine Sorge“, gab mir Morgengrauen zur Antwort. “So wie ich Fred kenne taucht er bestimmt bald mit einigen Kumpels wieder auf.“ Der Kobold warf seine rauchende Zigarette lässig in die Luft, worauf sie während des Fluges immer durchsichtiger wurde, und schließlich ganz von der Bildfläche verschwand. Fasziniert beobachtete ich das Schauspiel, das sich wie im Zeitlupentempo vor meinen geistigen Augen abspielte. „Elegant!“, murmelte ich gedankenversunken vor mich hin. „wirklich toll!“ „Und außerdem enorm umweltfreundlich“, entgegnete mir Morgengrauen. „ Aber bei der Ferkelei die du und deinesgleichen auf diesem Planeten anrichten, ist das ja sowieso völlig egal.“ Anschließend brachte ich dem Kobold eine Tasse Kaffe. Während Morgengrauen schlürfend an dem Gesöff nuckelte, begann ich mir ernsthafte Gedanken über das auftauchen dieser beiden Geschöpfe zu machen.
"Plopp..Plopp Plopp...Plopp". Fred und seine Clique war soeben eingetroffen. Während mich Morg, wie Morgengrauen von seinen Freunden liebevoll genannt wurde, mit unseren Gästen bekannt machte, war Fred schon eifrig dabei „seine“ neue HiFi-Anlage auf Hertz und Nieren zu testen. Inzwischen hatten bereits einige der Anwesenden damit begonnen, meine großzügig ausgestattete Bar zu plündern. Ich winkte Rudi (der ET. vor Neid erbleichen hätte lassen) freundlich zu, und bestellte bei ihm ein großes Bier! Fred sorgte mit Heavy - Metal und Hardrock für einen angenehmen musikalischen background, während sich Morg , mit den restlichen beiden, in der Küche um unser Essen kümmerte.
Als ich erneut auf die Uhr sah, war es bereits 00:59 Uhr. Wie jeder einigermaßen gebildete Mensch weiß, liegt
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Kommentare
steffi kausch (livia) schrieb am 2008-01-21 11:37:00:
boa ich find die witzig. wie man auf solche Geschichten bekommt, mich hat die manchmal an den fiolm die gremlins erinnert... also ich find sie wie gesagt, toll. ich lese und schreibe meistens fantasyromane, bin hier auch angemeldet...lg
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