My So Called Life
von
Starlet Sancha
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Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Gut und Böse? Aus Gutem kann Böses geschehen und aus Bösem kann wiederum auch etwas Gutes entstehen. Wer also kann darüber entscheiden, was wirklich Gut und was wirklich Böse ist? Das Gesetz? Menschen, die sich selbst für Gut halten?
Ich lasse Euch nun ein paar Minuten darüber nachdenken, damit Ihr mich nicht voreilig verurteilt.
Denn nach den menschlichen Gesetzen bin ich als das Böse überhaupt einzustufen.
Ihr fragt Euch sicher, was ich so schlimmes getan habe. Wie viel Zeit habt Ihr? Nein, ehrlich. Ich werde Euch von meinem jetzigen Leben berichten. Die Vergangenheit ist begraben und sollte nicht wieder ausgegraben werden. Mein Name ist Angie und ich bin wohl die Person, die in den Superheldencomics entweder im Gefängnis landet oder ins Gras beißen muss. Ihr seht mein Dilemma. Seit meiner Geburt habe ich bereits in 5 Waisenhäusern gelebt, 7 potenzielle Pflegefamilien vergrault und war in über 15 Diebstähle verwickelt. So viel zu meiner Vergangenheit. Ihr denkt jetzt wahrscheinlich, dass ich als missverstandener Teenager, der nie eine richtige Familie gehabt hat, all diese Dinge tat um Aufmerksamkeit zu erhalten. Vergesst Freud, denn das ist sowas von falsch. Die Wahrheit wollt Ihr hören? Die Wahrheit ist: Es gibt keine! Wir leben in einer Welt, in der Menschen Masken tragen, damit niemand ihr wahres Ich erkennt. Das ist die unschöne Wahrheit. Ich will Euch nicht Eure Illusionen zerstören, aber ich finde, je früher Ihr versteht, was wirklich in der Welt los ist, desto weniger besteht die Gefahr ein Roboter zu werden. Vielleicht haben einige von Euch nun keine Lust mehr weiterzulesen. Bitte, Ihr könnt dieses Buch in den Müll werfen. Es ist Eure Entscheidung. Niemand kann sie für Euch treffen.
Denen, die sich dazu entschließen aus freien Stücken weiterzulesen, werde ich nun erzählen, was sich vor 2 Tagen zugetragen hat:
Als ich das Museum betrat, dachte ich nicht nach. Ich tat alles intuitiv. Dies war ein Auftrag wie jeder andere. Gemälde stehlen, Belohnung einkassieren und zurück in meine geliebte Wohnung und die Wiederholungen von Buffy gucken. So viel zur Theorie. Ich sah das Bild. Nichts besonderes. Ein langweiliges Gemälde mit ein paar nackten Frauen. Gott, gab es denn früher nichts interessanteres zu Malen? Ich schüttelte den Kopf und bewegte mich auf das Bild zu. Die anderen Menschen nahm ich kaum wahr. Ich versuchte mich nur auf das Gemälde vor mir zu konzentrieren. “Das ist wunderschön, nicht wahr?”, hörte ich eine männliche Stimme. Die Worte waren an mich gerichtet, doch ich hatte keine Zeit für Small-Talk. “Fantastisch.” Fast wäre mir gelungen meinen ungewollten Sarkasmus zu unterdrücken. Aber auch nur fast. Ich spürte, dass der Mann sich von mir abwand und auf ein anderes Bild zusteuerte. Gut so, ich wollte niemanden verletzen, wenn es nicht unbedingt sein musste. Ich blickte mich noch kurz um und dann konzentrierte ich mich wieder auf das Bild. Kennt Ihr den Spruch: Wenn man sich etwas ganz doll wünscht, sich vorstellt, dass es passiert, dann wird es passieren? Ich weiß was Ihr jetzt denkt: Nun labert sie uns auch noch mit so einem Mist voll... Aber die Wahrheit, oder nein, sagen wir lieber, die Fakten sind: ich besitze diese Fähigkeit. Sie ist nicht vollkommen. Ich kann zum Beispiel nicht zu Hause sitzen und mir wünschen, dass der Taj Mahal in meinem Wohnzimmer auftaucht, sondern ich muss mich in der Nähe des gewünschten Gegenstandes befinden. Und es gibt noch einen Haken. Einen winzigen Haken. Die Dinge sind vergänglich. Aber ich meine: Hey, alles ist vergänglich. Wer weiß wie lange dieses Bild im Besitz meines Auftraggebers bleibt, bevor es wieder an den gewohnten Platz verschwindet? Ich ganz bestimmt nicht! Es interessiert mich auch nicht, denn meine Belohnung bleibt und das ist das Wichtigste. Ja, Ihr seht schon, ich bin egoistisch, aber in der Welt, in der wir leben, denkt jeder immer zu erst an sich. Jedenfalls gelang es mir, dass Gemälde an einen sicheren Ort zu “wünschen”. Meine Wohnung. Ich lächelte ein wenig selbstverliebt und wollte mich wieder auf den Weg nach Hause begeben. Niemand hatte etwas bemerkt. Das pornografische Bild, okay okay, das wunderschöne Bild war einfach so verschwunden, der Alarm wurde nicht ausgelöst und ich musste mich auch nicht mit nervigen Wachmännern herumschlagen. Alles in allem, ein erfolgreicher Auftrag. Tja, Ihr kennt das sichern, wenn man denkt, dass alles toll ist, doch einem dann schlagartig bewusst wird, dass es zu einfach war. Ich drehte mich, immer noch lächelnd, um. Da stand er. Der Mann, der gerade mit mir gesprochen hatte. Normalerweise vermied ich es Menschen in die Augen zu schauen, aber seinen konnte ich einfach nicht widerstehen. Sie strahlten in einem warmen Schokoladenbraun. Er lächelte wissend, wandte sich dann wieder ab und verschwand. Und dieses “verschwand” müsst Ihr Euch bildlich vorstellen. Vor 2 Sekunden stand er noch vor mir. Jetzt befand sich nur noch eine Staubwolke dort, wo vorher sein Körper war. Mir blieb keine Zeit um länger darüber nachzudenken, denn es ertönte eine laute Sirene. Mist, der Alarm funktionierte anscheinend doch. Ich nahm meine Beine in die Hand (bildlich gesprochen) und verließ das Museum schnellstmöglich. Zu Hause fand ich das Gemälde dort vor, wo ich es haben wollte. Erleichtert schmiss ich mich auf die Coach und griff nach dem Telefonhörer. “Auftrag ausgeführt. Treffpunkt in 1 Stunde im Café Bonjour. Bis später!” Dann legte ich wieder auf. Ich hasste es zu telefonieren, das unterschied mich ebenfalls von den meisten Menschen, denk ich.
Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich Buffy gerade verpasst hatte. Ich beschloss der Dusche einen Besuch abzustatten. Doch hatte ich nicht damit gerechnet, einen Mann in meinem Bad vorzufinden. Glaubt mir, ich bin nicht schreckhaft, aber damit rechnet ja Niemand, oder? Erschrocken fuhr ich also zusammen (nicht lachen!) und griff dann nach dem Messer in meiner Hosentasche. Der Mann, bei genaueren Hinsehen bemerkte ich, dass es derselbe wie im Museum war, hob entschuldigend die Arme. “Sorry. Ich wollte dich nicht erschrecken!” “Hast du nicht!”, das war geflunkert, aber ich versuchte gelassen zu klingen. “Bei mir tauchen andauernd fremde Männer im Bad auf. Also kein Problem.” Wem wollte ich was vor machen? Natürlich war das noch nie passiert. Noch nicht einmal meine Auftraggeber wussten wo ich wohnte. So konnte sich niemand beschweren, wenn die gestohlenen Dinge einfach wieder verschwanden. Der Mann grinste. Aaah, bei diesem Lächeln wurde mir ganz warm ums Herz. Was war bloß los mit mir? Ich, die ohne nachzudenken Dinge stahl und auch schon den Einen oder Anderen Krankenhausreif geschlagen hatte, stand wie bescheuert im Bad und konnte meine Augen nicht von ihm lassen. “Okay, soweit so gut. Kannst du mir sagen, was du von mir willst?” Ich war überrascht, wie selbstsicher meine Stimme nun wieder klang. “Was ich von dir will? Nun ja, Wollen ist so ein starkes Wort... Ich möchte
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Kommentare
Marika schrieb am 2009-01-31 12:51:22:
ein paar Kleinigkeiten haben mich kurz gestört.. und mich aus dem Lesefluss gebracht.. Aber alles im Allem find ich
Dein Schreibstil toll. Mehr Erkenntnisse am Ende wären schön gewesen..aber es geht ja weiter :-)
Elina schrieb am 2009-01-30 15:47:39:
Ich finde die idee echt suppa^^ bitte schreib weiter!
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