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Kategorien > Tod > Einsamkeit

My immortal

von Lilly

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My immortal


Still sitzt du da, betrachtest deine Hände, deine Handgelenke und überlegst wie Sinnvoll dein Leben ist. Denkst daran wie schwer und hart zu leben es doch ist. Du siehst die feinen Adern, blau durch deine Haut hindurch schimmern, siehst wie sie sich lebend und weich um dein Gelenk winden, deinen Arm hinauf, in Richtung deines Herzens.
Überlegst dir, wie genau du ansetzen musst, um es auch wirklich Richtig zu machen.
Denn dieser Schmerz zerreißt dir langsam Stück für Stück deine Seele … dein Herz!
Es ist so fremd, so überwältigend, dass alles andere dahinter verblasst. Er fährt in deine Brust, umschlingt dein Herz, das seit einiger Zeit so schwer ist, so voller Trauer und Müdigkeit.
Deine Augen sind so unglaublich leer und trüb. Nicht für andere, sie sehen es einfach nicht, nur für dich, wenn du in den Spiegel blickst.
Einsamkeit umhüllt alles und schließt dich ein, in einen undurchlässigen Kokon, den du einfach nicht vollkommen durchbrechen kannst. Ab und an schaust du hinaus, blickst auf die Welt hinab, und ein scheinbar erloschener Funken leben kehrt in dein Gesicht zurück. Doch nur für einen kurzen, fast unscheinbaren Augenblick, denn dann kehrt die Erinnerung wieder zurück und zerdrückt deinen eventuell aufkommenden Lebensmut.
Und wieder blickst du auf deine Hände herab, betrachtest die beiden Sehnenstränge, die Leben und Tod für dich in diesem Moment wiederspiegeln. Sanft fährst du einmal mit deinen kalten Fingern über deine dünn wirkende Haut, spürst dich, zärtlich und doch so unglaublich fremd.

Das Lies, es spielt im Hintergrund, traurig und doch so märchenhaft schön.

So muss der Tod sein, so voller Klang und Emotionen.
Die Ewigkeit in drei Minuten.

Das Piano beginnt ganz leise, zögernd, wiederholend und ganz langsam entsteht DEINE Melodie.
Leben kehrt hinein, sachte, nicht allzu schnell, nicht erschreckend … nein … es beginnt deinen zerreisenden Schmerz zu fühlen. Glaubt zu erkennen was du gedenkst zu tun. Und es bittet voller Leidenschaft um dein Leben. Doch es spürt, das du verlernt hast zuzuhören und verklingt schmerzerfüllt für einen kurzen Wimpernschlag.
Dann bekommt es neuen Willen. Mit vollem Schwung bleibt es jedoch bei seiner traurigen Melodie und doch umfängt es eine Hoffnung, ein Zwiegespräch zwischen Leben und Tod. Zwischen sich halten - oder mit geschlossenen Augen fallen lassen.
Ein kurzes verzweifeltes Aufweinen, nur einen Atemzug lang.
Jetzt wird es lauter, etwas schneller, fast schon unverständlich, beharrt es auf seiner wunderschönen und hoffnungsvollen Melodie. Es kann dich nicht aufgeben, es fühlt deinen Schmerz, ergreift ihn, will ihn mit den Tasten verjagen, doch er nagt schon zu lange und unnachgiebig an dir. Es kämpft, immer wieder und wieder, doch dann wird es immer schwächer und leiser.
Und dann wird es plötzlich zu einem flüstern, verzweifelt flehend und müde vom Leben.
Es ertönt ein sachtes eindringliches letztes Bitten um Leben und dann verstummen die Tasten … und es ist zu Ende.

Du ballst deine Hände zur Faust, siehst wie sich die Sehnen und Venen hervorheben. Denkst nicht an den eventuell aufkommenden Schmerz, nicht an die Einsamkeit. Du denkst an dein Herz, das nicht mehr schlagen kann, weil es einfach so unbeschreiblich weh tut. Es blutet von diesem unterdrückten Schmerz.
Wieder zieht sich alles zusammen … und du fällst und keiner ist da um dich zu fangen.
Du schließt deine Augen, schaust nicht nach rechts, nicht nach links und schon gar nicht zurück. Dein Blick nach vorne ist vernebelt und du hörst nichts, außer deinen Atem. Leise und gleichmäßig senkt und hebt sich deine Brust und du weißt, von alleine wird sich dies so schnell nicht ändern.
Wie lange kann ein Mensch den Schmerz erdulden, die Trauer mit sich tragen, ohne das man den Tot erfleht und selbst die Hölle darum bitten würde?

Und du gleitest in deine Unsterblichkeit, allein und nur mit der Erinnerung, an das WARUM?

„Was hat das Leben für einen Sinn … was hat mein Leben für einen Sinn?
Es ist leer, zerstört und ich gehe vollkommen unter in meiner Pein!“

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Kommentare

Nena schrieb am 2010-05-29 19:51:56:
ui ui ui, hoffentlich keine wahren Gefühle.
Aber dennoch spürte ich den Schmerz und fühlte die Verzweiflung und mal ehrlich, wer kennt das nicht??
Lexy schrieb am 2010-05-25 18:51:15:
HAMMER; mehr muss man gar nicht sagen!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Naomi schrieb am 2009-12-31 13:30:48:
Og Gott wie traurig ... das ist so schön und realistisch geschrieben, dass man glauben könnte, der Schmerz stammt wirklich von dir??? Darf ich so dreist sein und fragen ob das stimmt? Ich denke nur, dass man so etwas nicht so
emotional wiedergeben kann, wenn man solch einen Schmerz nicht kennt.
Ich kenne oder kannte ihn, und hätte es niemals so plastisch in Worte fassen können wie du. Falls dies wirklich dein Schmerz ist, beneide ich dich darum, es ausdrücken zu können - ich hatte mir in der schlimmsten Phase meiner Trauer, dass soooo sehr gewünscht. Aber danke, dass ich sehe und verstehe, dass ich nich der einzige Mensch bin, der so fühlt. Denn wenn man so trauert kommt es einem vor, als wäre man voll und ganz alleine auf der Welt und keiner sieht und erkennt, was man durchmacht.
DANKE

LG und alles gute
Naomi
Karo schrieb am 2009-12-08 21:34:48:
Mann, wie sad. Macht mich richtig nachdenklich. Wenn man sich überlegt, was alles passieren könnte.
Herzilein schrieb am 2009-02-07 23:31:54:
Gott, ist das soooooo traurig.
Ich konnte mich richtig hineinversetzen, es fühlen und auf einmal dachte ich, ich wäre dieser jemand.
Das hast du so gut und bildhaft beschrieben.
RESPEKT
Lucy schrieb am 2009-01-21 15:17:05:
OMG
Das ist so unglaublich traurig. Ich hatte Tränen in den Augen und ich habe mich auf einmal so zerbrechlich und einsam gefühlt.
Ich liebe es, deine Texte zu lesen und wenn sie dann auch noch so voller Gefühl sind, bricht mir deine beschriebene Traurigkeit fast das Herz.

Liebe Grüße
Lucy
Moonwish schrieb am 2009-01-20 10:04:06:
Wow...
Das Ganze entspricht voll und ganz dem, was ich vor einigen Monaten ebenfalls gefühlt habe. Aber es gibt einen Weg hinaus. Alles hat eine Lösung, man muss nur daran glauben und: ES AUCH WOLLEN!
Wirklich schön geschrieben, traurig und so voller Gefühl...
Liebe Grüße,
Moonwish
andrea schrieb am 2009-01-19 20:33:47:
echt hammer. Du hast die Gedanken super beschrieben, konnte mich super in die Person hineinversetzen *traurig*.
Moin schrieb am 2009-01-19 20:14:49:
WOW, das ist ja mal der Hammer. Hua, echt klasse!

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