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Kategorien > Action, Fantasy, Liebe und Science-Fiction zusamm > Liebe

Nachtfalter

von Tami

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eingezwängt zwischen Kübeln voller Blumen, die bei dieser Kälte eigentlich schon hätten tot sein müssen und tranken dampfenden indischen Tee. Tante Betti mochte es nicht wenn ich in ihrer Wohnung rauchte, deswegen hatte ich sie dazu genötigt sich mit mir nach draußen zu stellen.
„Ich habe dir schon ein paar Jobanzeigen rausgesucht, sie liegen auf dem Küchentisch“ sie musterte mich kritisch und zog eine Augenbraue in die Höhe „Du wirst dich doch darum kümmern oder?“ Ich grinste „Man muss gegen den Strom schwimmen Betti“ sie wollte schon etwas erwidern da fügte ich ein genuscheltes „Sicher werd ich das“ hinzu und widmete mich wieder Londons Panorama das sich hell erleuchtet unter uns erstreckte.
„Du musst es wirklich tun!“ sie wirkte energisch, dass war ich von ihr nicht gewohnt und als ich sie anblickte sah ich eine Steile Falte zwischen ihren Augenbrauen, die mir noch nie vorher aufgefallen war. „Keine Angst Betti, es ist alles in Ordnung ich weiß das ich mir nichts mehr erlauben kann“ ich sah ihr an das sie spürte dass ich versuchte meine aufkommende Wut zu unterdrücken denn sie lächelte besänftigend und wirkte wieder wie Tante Betti als sie mir eine störrische Haarsträhne aus der Stirn strich. „Ich weiß das du dich bemühst Kleines und auch das du nicht hier sein möchtest, doch du musst dein Inneres Gleichgewicht finden denn ich kann mich nicht ewig um dich kümmern das weißt du doch schließlich bist du schon fast erwachsen“ Inneres Gleichgewicht, ja sie war es.

Den Rest des Abends ließ Tante Betti mich in Ruhe. Sie verzog sich in ihr Schlafzimmer und ich schnappte mir die Jobanzeigen, die sie mit ihrem roten Lippenstift in der Daily News umrandet hatte. Wahrscheinlich hatte sie in dem Chaos keinen Stift gefunden. Erschöpft von der langen Zugfahrt fegte ich mindestens zehn Kissen vom Sofa und ließ mich seufzend zurück sinken. Die erste Anzeige war für ein Call Center „Ganz bestimmt nicht“ flüsterte ich entschlossen, es wäre sicher nicht gut für das Geschäft wenn ich die Kunden in meiner Ungeduld ständig anfahren würde. Auch Hundesitting sagte mir nicht zu, genauso wenig wie Regale einräumen im Wall Markt.
Was mir schließlich ins Auge fiel war die Anzeige einer Bar. Pall House. 300 Pfund im Monat, jeweils von Dienstag bis Sonntag von 20.00 bis um 01.00 Uhr. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Es stand keine Telefonnummer dabei, nur die Adresse der Bar. Sie lag etwa fünf Straßen von Tante Bettis Wohnung entfernt, dass dürfte also kein Problem sein und vielleicht würde Betti mir ja ihren alten Audi leihen. Gleich morgen würde ich hinfahren. Ich würde einen Job haben, Tante Betti und der dicke Richter wären zufrieden, ich müsste nicht die ganze Zeit in diesem Kissenmeer sitzen und würde 300 Pfund verdienen, von denen ich mir neue Farben und vielleicht sogar ein paar neue Leinwände kaufen könnte. Zufrieden schlug ich die Zeitung wieder zu, da viel mein Blick auf die fettgedruckte Schlagzeile. Ungeklärte Todeswelle überrollt London. Na Klasse, wie gut das ich gerade jetzt hier her geschickt wurde. Ich stellte mir den Richter vor, wie er sich zufrieden die speckigen Hände rieb. Die Gefahr scheint mitten unter uns zu sein, in den vergangenen drei Wochen wurden 25 Opfer gezählt. Es handelte sich ausschließlich um gesunde Menschen die eines Morgens aus ungeklärten Gründen nicht mehr erwachten. Keine Giftspuren, keine Gewalttat. Doch anscheinend auch kein natürlicher Tod, denn auf der Brust jedes Opfers lag ein toter Nachtfalter. Zufall oder nicht? Wir.. Kopfschüttelnd faltete ich die Zeitung wieder zusammen und versuchte den kalten Schauer der mir den Rücken herunter lief zu ignorieren. Sicher würde sich kein armer, mit Nachtfaltern bewaffneter Irrer in Tante Bettis Wohnung trauen. Schon das öffnen der Eingangstür würde ihn mit lautem Geklimper verraten.
Elvis Stimme riss mich aus meinen Gedanken, der alte Hunter, Tante Bettis Nachbar, drehte schon wieder den knisternden Plattenspieler auf. Verrückt und Verrückt gesellt sich gern, deswegen war er nebenan eingezogen. Dieser Überzeugung war ich schon immer gewesen. Wann immer ich Tante Betti besucht hatte, hatte mich Elvis in den Schlaf gesungen und morgen früh würde wieder eine goldene Kette, mit irgend einem kitschigen Anhänger vor der Tür liegen, die der alte Hunter bestimmt kistenweise bei sich aufbewahrte. Tante Betti würde sich wie immer riesig über den neu gewonnen Schatz freuen. Dabei hatten die beiden noch nie ein Wort miteinander gewechselt und auch mir zwinkerte der alte, ständige Anzugträger nur freundlich zu, anstatt mein im Treppenhaus gemurmeltes Hallo zu erwidern.
In the Getto…okay, es war Zeit schlafen zu gehen, ich löschte das Licht, rollte mich unter der dicken Federdecke auf Bettis phänomenal weichem Sofa zusammen und schloss die Augen, während Elvis mich in den Schlaf sang.

















Nichts ewiges kann das Glück uns
Geben, denn flüchtiger Traum ist
Menschenleben, und selbst die
Träume sind ein Traum
Sigismund in Calderon, das Leben ein Traum 2, 14
1,5
Es war ein Traum, dass wusste ich. Ich war wieder vier Jahre alt obwohl ich viel zu groß war. Ich stand in meinem alten Laufgitter und sah aus wie der letzte Idiot, denn das Gitter reichte mir gerade mal bis zur Hüfte. Mom und Dad gingen lachend an mir vorbei, in Daddys Hand baumelte ein klimpernder Schlüssel. Ich wusste was das bedeutet, sie würden fort fahren und dass machte mir Angst. Hastig stieg ich über das Gitter und stand plötzlich in unserem alten Wohnzimmer. Die Haustür viel klickend ins schloss. Ich rannte ihnen hinterher, riss die Tür auf, schmiss sie hinter mir zu und hörte den knirschenden Kies unter meinen Füßen, als ich unsere Auffahrt hinunter lief. Sie waren schon eingestiegen als ich unseren Kombi erreichte. Mum lachte und blickte mich durch die Scheibe hindurch an. Ihr Gesicht war ganz verschwommen, wie in meiner Erinnerung. „Mum, Dad ihr dürft nicht fahren!“ meine Stimme hörte sich ganz piepsig an, wie die eines kleinen Mädchens. Dad winkte fröhlich, alles was ich in seinem Gesicht erkennen konnte waren die Lachfalten an die ich mich so gut erinnern konnte. Dann fuhren sie, ich versuchte das Auto aufzuhalten indem ich nach dem Türöffner griff, doch er entglitt mir und ich blieb alleine in der Auffahrt zurück. Ein schwarzer Nachtfalter flatterte um meinen Kopf und kitzelte mich am Ohr.




Wer Arbeit kennt
Und sich nicht drückt,
der ist verrückt!
Berliner Scherzreim
2.
Ich erwachte von Tante Bettis Geklapper in der Küche, der Duft von Kaffee stieg mir in die Nase. Gähnend schleppte ich mich ins Bad und murmelte Betti, die mir auf dem Flur begegnete, ein „Guten Morgen“ zu. Der Traum der letzten Nacht schwirrte mir noch im Kopf herum. Ich sollte vor dem schlafen gehen keine Horrornachrichten in der Zeitung lesen.
Als ich vor dem kleinen Waschbecken im Badezimmer stand blickte mir mein Spiegelbild stumpf entgegen. Ich streckte ihm die Zunge raus. Sicher, es gab hässlichere Menschen als

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Kommentare

Drache36@gmx.net alias Lisa Giesler schrieb am 2010-11-30 17:43:02:
FORTSETZUNG....UNBEDINGT^^!!!!!!!
irai schrieb am 2010-02-21 18:11:38:
wow, ich bin begeistert. ganz schön fesselnd, deine story! gibt es eine fortsetzung?
Julia schrieb am 2009-12-04 04:00:50:
Ich weiß nicht was ich sagen soll.
Großartig würde vielleicht passen.
Du liest viel stimmts?
Die Art wie du schreibst ist wirklich Profi- Mäßig.
Sehr großes Lob.
Janina schrieb am 2009-08-26 22:54:02:
Wann schreibst du die Geschichte zu Ende?
Bin schon sehr gespannt.
lulu schrieb am 2009-03-16 21:50:06:
Ich hoffe deine Fortsetzung
Elina schrieb am 2009-02-12 18:23:51:
Hey, deine Geschichte ist wirklich toll geschrieben, doch ich hab mal ne Frage: Wie heißt sie? Cathy oder Clair?
Wirklich schön beschrieben. Finde deine Geschichte wirklich interessant. Hoffentlich schreibst du bald weiter!

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